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Jonathan Safran Foer: Tiere essen (Buchrezension)

“Nichts, was wir tun, kann unmittelbar so viel Leid bei Tieren verursachen wie das Fleischessen, und keine unserer täglichen Entscheidungen hat größere Folgen für die Umwelt.” (Buchauszug)

Etwas über ein Thema zu lesen ist etwas anderes, als dieses über das Medium Film auf der Leinwand zu sehen. Es gibt Filme wie „We feed the World“, die uns die Lebensmittelproduktion und die damit einhergehenden Konsequenzen auf eindringliche Weise ja im Detail zeigen, ja geradezu zum Himmel schreien. Aber ein Bild ist schnell unscharfe Erinnerung, und kein Bild vermag das Leid eines Tieres, das es durchleidet von der Geburt bis zum Tod und der Hölle gleicht, in die Herzen des Menschen zu tragen. Wie sonst ist es zu erklären, dass solche leicht zugängliche und schnell konsumierbaren Filme kein Handeln des Menschen verursachen? Ganz einfach – ein Bild ist schnell verdrängt in die hinterste Ecke unseres Bewusstseins! In „Tiere essen“ aber hallt jedes Wort nach. Das Leid der Tiere, denen wir Unfassbares antun, wird auf erschütternde Art und Weise greifbar. Jonathan Safran Foer liefert uns ein erschreckendes Bild über unseren Umgang mit unsren Tieren und geht den großen Fragen nach.

“Unsere Lage ist so ernst, dass Forscher vom Fisheries Center der University of Bristish Columbia behaupten, dass unser Umgehen mit Fischereiressourcen inzwischen einem Vernichtungskrieg gleicht.” (Buchauszug)

Warum essen wir immer mehr Fleisch mit stetig wachsender Tendenz? Was hat das mit dem weltweiten Ausstoß von CO² zu tun und in welchem Ausmaß wird die Umwelt durch Nutztierhaltung zerstört? Warum sind wir so weit entrückt vom Schicksal unserer Tiere, warum ist uns deren Leben scheinbar gleichgültig? Woher kommt dieser entsetzliche Umgang mit unseren Tieren und warum tun wir ihnen das an, obwohl das eigentlich niemand will? Ist es ethisch überhaupt vertretbar, Fleisch zu essen, wenn man mit dem Futter, welches sie fressen, den Hunger in der Welt besiegen könnte? Ist es moralisch vertretbar, ein Schwein, das ähnlich intelligent ist wie ein Hund, zu essen, letzteren aber zu verschonen? Braucht der Mensch Fleisch für seine Gesundheit oder braucht er es nicht? Jonathan Safran Foer setzt an zur Generalkritik, stets unterlegt mit Fakten und wissenschaftlichen Daten. Dabei erhebt er aber nicht den erhobenen Zeigefinger, wird nicht fanatisch, und lässt in vielen wörtlich überlieferten Gesprächen alle zu Wort kommen, den Angestellten im Schlachthaus, den sich auf alten Traditionen berufenden Farmer, den Vegetarier, den Fleischesser, den militanten Tierschützer sowie Vertreter namhafter Organisationen. An den Leser wendet er sich nicht mit Doktrin, ohne Fanatismus, sondern mit einem Appell des Hin-und nicht Wegschauens. Denn – im Wissen um dies alles nicht zu handeln ist auch eine Handlung, und zwar eine der schlimmsten überhaut. Jonathan Safran Foer führt uns zu einer Wahl, die wir treffen müssen, und zwar besser heute als morgen.

“Ein Tier zu töten dient meistens dazu, das Problem zu verdrängen, während man so tun, als wolle man es sich bewusst machen. Das ist vielleicht noch schlimmer als Unwissenheit. Es ist immer möglich, jemanden aus dem Schlaf zu wecken, aber kein Lärm der Welt kann jemanden wecken, der nur so tut, als würde er schlafen.” (Buchauszug)

Bild: MabelAmber / pixabay

Wo das Problem seine Wurzeln hat
Jonathan Safran Foer wird nicht als Vegetarier geboren, sondern wächst wie fast alle anderen in einer Familie auf, in der Fleisch essen im Prinzip als Essenskultur gelebt wird und damit sehr viel mit der eigenen Identität, dem Zusammenhalt der Familie und ja, auch mit der Erinnerung an die Kindheit zu tun hat. Die Großmutter ist die größte Köchin der Welt, ihre Hühnersuppe Mittelpunkt der Zusammenkunft, auf die sich alle freuen. Die Großmutter ist jener Punkt, an dem Foer ansetzt. Sie spürt die volle Härte des zweiten Weltkrieges, leidet großen Hunger und überlebt nur, indem sie isst, was auch immer sie auftreiben kann. Essen, insbesondere Fleisch, ist etwas Wertvolles, ja das Wertvollste überhaupt und wird als solches gewürdigt. Doch die Zeiten haben sich innerhalb eines halben Jahrhunderts schlagartig geändert. Die Massentierhaltung hat innerhalb kürzester Zeit dazu geführt, dass heute das Vielfache an Fleisch konsumiert wird, mit schlimmsten Konsequenzen für Gesundheit, für das Klima und für unsere Umwelt im Allgemeinen, in erster Linie aber für das Leben der Tiere selbst. Anfang des letzten Jahrhunderts existieren unzählige Kleinbauern, die sich liebevoll und mit Hingabe um ihre Tiere kümmern. Sie kennen diese, lassen ihnen viel Platz und Auslauf im Freien und lassen sie natürlich und mit den Gezeiten aufwachsen, um ihnen dann in Würde und möglichst schmerzfrei das Leben zu nehmen. Das nämlich besagt die postdarwinistische Version des Mythos von der Einwilligung der Tiere:

„Du gebietest mir Schutz vor der Gewalt der Natur, behandelst mich mit Respekt und Würde, schenkst mir einen sanften Tod. Und dafür bekommst du mein Fleisch!“ (Buchauszug)

Bild: Lolame / pixabay

Im Prinzip wird bis ins frühe 20. Jahrhundert kulturunabhängig nicht gegen dieses Prinzip verstoßen. Das liegt im Allgemeinen am Status von Fleisch als etwas Wertvolles in Zeiten großer Not. Aber auch daran, dass ein großer Teil der Bevölkerung unmittelbar mit der Aufzucht der Tiere zu tun hat. Man kennt seine Tiere, und einem Tier, das man kennt, das Leben zu nehmen, ist deshalb bis heute ein schwerer Gang für die verbliebenen Kleinbauern, die eine solche Art der Beziehung mit ihren Tieren pflegen und mit denen Jonathan Safran Foer im Verlauf des Buches redet. Ein Gang, der unterlegt ist mit Respekt, mit Liebe und Dankbarkeit und ja, auch dem schlechten Gewissen, das bleibt in der Sekunde, wenn ein lebendiges Wesen sich plötzlich aufhört zu bewegen, um ein Produkt, um Fleisch zu werden. Ein Gefühl, das immer wieder auf den Prüfstand kommen, mit dem der Tötende leben muss. Genau dieses Verhältnis zu Tieren wird innerhalb eines halben Jahrhunderts gestört bzw. zerstört, indem jemand die Idee hat, mehr Tiere auf weniger Raum aufwachsen zu lassen, und jemand anderes, dieses Prinzip durch Kreuzung und genetische Manipulation zu steigern. Uns bekannte, ganz normale Prinzipien der Ökonomie sind das, die darauf abzielen, durch Steigerung der Menge die Stückkosten zu senken und somit ein Produkt für die Masse verfügbar zu machen. Nur – in diesem Fall übertragen auf Lebewesen. Diese Prinzipien führen zur Umwandlung der Farm in die Tierfabrik, die Tiere verschwinden aus unserem Blickfeld, das Töten findet im Verborgenen stat. Genau das ist die Wurzel des Problems!

“Jetzt kann ich euch schon ruhig anschaun, ich esse euch nicht mehr.” (Franz Kafka, Buchauszug)

Die Entstehung der Massentierhaltung
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts erhält die amerikanische Geflügelzüchterin CELIA STEELE versehentlich 500 statt wie vereinbart 50 Küken. Statt diese zurückzuschicken, behält sie diese uns stellt fest, dass diese auf gleichem Raum gut zurechtkommen. Innerhalb kürzester Zeit führt diese Entdeckung dazu, dass ihr Heimatort Delmarva zum Geflügelzentrum der Welt wird und in 18 x 150 Meter langen Hallen JEWEILS 50.000 Masthühner hocken. Nun kommt der Amerikaner CHARLES VANTRESS ins Spiel, der durch Kreuzung zweier Arten das sogenannte „Chicken of Tomorrow“ designt. Ein Tier, das schneller heranwächst, die Schlachtreife früher erreicht und mehr verwertbares Brustfleisch ansetzt. Und diese Scheiße ist erst der Anfang! Eingriffe in die DNA optimieren die Tiere hinsichtlich Resistenz, Wachstum und Gewicht. Durch Nachtentzug wird erreicht, dass sich die Produktion hindernde Triebe der Tiere erst gar nicht entwickeln können. Auslauf, Platz, ein Fenster ins Freie – gibt es nicht, weil uneffektiv. Es gibt von allem nur so viel – Futter, Licht, Dunkelheit – dass ein Tier gerade so nicht stirbt. Was dabei herauskommt, ist kein Huhn mehr, sondern eine Kreatur! Eine Kreatur, die sich nicht mehr fortpflanzen, die nicht mehr fliegen, nicht mehr draußen leben kann. Von 1935 bis 1995 wird erreicht, dass ein Masthuhn 65 Prozent mehr Gewicht zulegt, die Lebensdauer bis zur Schlachtreife um 60 sowie der Futterbedarf um 57 Prozent gesenkt wird.

“Wenn wir Fleisch aus Massentierhaltung essen, leben wir buchstäblich von gefoltertem Fleisch. Und dieses gefolterte Fleisch wird zunehmend unser eigenes.” (Buchauszug)

Bild: Alexas_Fotos / pixabay

Das Fleisch wächst nun so schnell, dass die Knochen nicht hinterherkommen, um das Fleisch zu tragen. Die Beine brechen, Gehen wird unmöglich. Das ist Massentierhaltung, die Masthühner und Legehennen, die Puten, Rinder, Schweine und auch Meerestiere mehr oder weniger in dieser und ähnlicher Form ereilt. EIN LEBENWESEN WIRD ZUR EINHEIT, ZUM GEWICHT, ZUM PRODUKT. Was damit einhergeht, ist ein steigender Fleischkonsum, der sich bis zum heutigen Tag mehrfach verdoppelt hat und sich in absehbarer Zeit nochmals verdoppeln wird. Es verwundert also nicht, dass 99 Prozent ALLER NUTZTIERE in Massentierhaltung aufwachsen, vom Menschen entrückt, der diese nicht mehr zu Gesicht bekommt und mit deren Tod nichts mehr zu tun, kein Verhältnis mehr zum Töten eines Tieres hat. Fleisch wird auf diese Weise zu einem Produkt, das mehr und mehr konsumiert wird ohne Blick auf die damit verbundenen Konsequenzen.

“Es gibt keine Auszeit, keine Hilfe: Die Tür wird sich nur einmal öffnen, nämlich am Ende ihres Lebens zu ihrer Reise an den einzigen Ort, der noch schlimmer ist.” (Buchauszug)

Hierzu ist es gut und hilfreich, einfach mal ein paar Zahlen und Fakten zu verinnerlichen, die Jonathan Safran Foer im Verlauf – stets gut recherchiert und mit Quellen hinterlegt – nennt:

  • 98 Prozent (99 Prozent in den USA, beide Zahlen Stand 2012) alles im Verkauf angebotenen Fleisches in Deutschland stammt aus der Massentierhaltung, das sind 500 Millionen Tiere im Jahr
  • Weltweit stammen 450 MILLIARDEN TIERE im Jahr (IM JAHR!) aus Massentierhaltung (Stand 2012, Fische NICHT inklusive)
  • Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung trägt 40% mehr zur globalen Erwärmung bei als der komplette Transortverkehr auf der ganzen Welt, das sind 18 Prozent aller Treibhausgase weltweit
  • Massentierhaltung ist DIE HAUPTURSACHE FÜR DEN KLIMAWANDEL
  • 90 Prozent aller gefangenen Meerestiere in der Garnelenfischerei (Beifang) werden tot wieder über Bord geworfen
  • Es ist völlig normal, festliegende und daher unbrauchbare Tiere lebendig in die Mülltonne zu werfen
  • Ein Masthuhn verbringt das Leben auf 0,093 m², eine Legehenne hat noch weniger
  • 250 Millionen männliche Küken werden pro Jahr vernichtet, da nicht verwertbar
  • Wer Fleisch isst, verursacht 7 MAL SO VIEL TREIBHAUSGASE WIE EIN VEGANER
  • In den letzten 30 Jahren sind die Preise für Lebensmittel nicht gestiegen
  • Ein Milchbetrieb hat in den USA heute 1.200 Kühe, Mitte des letzten Jahrhunderts waren es noch 50
  • Durchschnittlich legt Fleisch 2.500 Kilometer zurück, ehe es auf dem Teller liegt
  • Zwischen 1935 und 1995 stieg das Gewicht eines Masthuhn um 65 Prozent
  • Im gleichen Zeitraum wurde die Lebensdauer bis zur Schlachtung um 60 Prozent und der Futterbedarf um 57 Prozent gesenkt
  • Ein durchschnittlicher Amerikaner isst im Laufe seines Leben 21.0000 TIERE
  • 180 MILLIONEN HÜHNER werden unsachgemäß geschlachtet
  • 4 Millionen Vögel werden versehentlich lebendig gebrüht
  • Jedes Huhn im Verkauf ist aus Gründen des Profits mit 11 Prozent Fäkaliensaft aufgesogen, damit es mehr wiegt
  • 83 Prozent alen verkauften Hühnerfleischens ist beim Verkauf mit Campylobacter oder Salmonellen infiziert
  • Ein Amerikaner isst heute 150 Mal SO VIEL HÜHNERFLEISCH wie Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Die landwirtschaftliche Produktion verdoppelte sich zwischen 1820 und 1920, ein weiteres Mal zwischen 1950 und 1965, nochmal zwischen 1965 und 1975 und hat sich bis heute nochmals verdoppelt
  • 26 Futterkalorien sind erforderlich, um eine Kalorie tierisches Fleisch zu produzieren
  • Jährlich werden 756 MILLIONEN TONNEN Mais und Getreide für Futter verbraucht, während 1,4 Milliarden Menschen Hunger leiden

Es gilt, sich an dieser Stelle nochmals zu verinnerlichen, was die Ursache dieser Auswüchse ist:

DIE EIGENTLICHE URSACHE IST DAS ABLÖSEN DER FARM DURCH DIE FABRIK, DIE KOMPLETTE ÜBETRAGUNG DER MACHT AN WENIGE SUPERBETRIEBE, FÜR DIE DAS LEBEN EINES TIERES NICHTS WERT IST, DIE KEIN INTERESSE AN DER ERNÄHRUNG DER MENSCHEN HAT, SONDERN EINZIG UND ALLEIN AN GELD!

Bild: TheDigitalArtist / pixabay

Konsequenzen
Das größte Problem ist zunächst einmal die Macht der wenigen Unternehmen, die mit enormen finanziellen Mitteln die Politik zu ihren Gunsten manipulieren und Kleinbetriebe oder jene mit traditionellen Aufzuchtmethoden entweder aufkaufen und einheimsen oder diese drangsalieren, bis sie dichtmachen. Dies ist denkbar einfach. Die Konzerne haben sämtliche Infrastruktur aufgekauft, darunter auch Schlachthöfe, auf die auch traditionell behaftete Betriebe zugreifen. Spielt ein Betrieb nicht mit, verweigert man diesem die Schlachtung oder kauft den Schlachthof und macht diesen dicht. Die Folge ist der Konkurs der Konkurrenz. Weiterhin ist das Monopol des Genmaterials fast vollständig im Besitz der Konzerne, die Brütung fast ausnahmslos in deren Händen. Alternativbetriebe sind so gezwungen, stets mit den Konzernen zu kooperieren und deren DNA-manipulierte Tiere aufzuziehen.

“Wer regelmäßig Fleisch isst kann sich nicht als Umweltschützer bezeichnen, ohne das Wort seiner Bedeutung zu berauben.” (Buchauszug)

Und das ist nur die Speerspitze der Folgen, die das alles hat. Anbei sollen ein paar wenige, aber eindrucksvolle genannt werden, die Jonathan Safran Foer nennt:

  • Die Artenvielfalt wird durch die genetische Manipulation erheblich gesenkt
  • Tiere erhalten, um unter diesen Umständen überhaupt lebensfähig zu sein, ein Vielfaches an Antibiotika, das Menschen erhalten. Folgen sind Resistenzen von Viren (unter anderem H1, H2 und H3), die auf den Menschen überspringen können
  • Die spanische Grippe erforderte 100 Millionen Todesopfer. Schweine- und Vogelgrippe folgten. Die Ursache ist in der Massentierhaltung zu finden, die ideale Bedingungen für Killerviren bietet
  • 83 Prozent alles verkauften Hühnerfleisches ist beim Verkauf mit Campylobacter oder Salmonellen verseucht, 75% mit Fäkalien
  • Masthühner werden in der Regel mit 11 Prozent Fäkalienwasser aufgesogen, das erhöht das Gewicht und damit den Preis
  • Damit es dennoch schmeckt, wird Boullionbrühe eingespritzt. Der Geschmack hat mit der Realität nichts zu tun
  • Dies kostet im Jahr 76 Millionen Menschen das Leben durch vom Fleischkonsum verursacht Herzinfarkte, Krebs und Schlaganfälle
  • Jegliches Fleisch im Supermarkt stammt aus Massentierhaltung
  • In den USA fällt das 130 Fache an Tierscheiße des Menschen an. Sind die Fußballplatz-großen Güllebecken voll, wird der mit mikrobiellen Erregern verseuchte Kot in Flüsse uns Meere geleitet oder als Fäkalienfontäne ins Umland ausgestoßen
  • Behördliche Richtlinien gibt es keine
  • Der Fleischproduzent SMITHFIELD leitete 1995 80 MILLIONEN LITER GÜLLE in den New River ein und verursachte eine bis dato nie gekannte Umweltkatastrophe
  • Der Schadensersatz ist stets lächerlich
  • Menschen nahe der Massentierhaltung leiden an Nasenbluten, Ohrenschmerzen und an vielen anderen Krankheiten
  • Für all diese Zerstörung bezahlt die verursachende Firma GAR NICHTS! Das macht die Allgemeinheit
  • Diese Machart is nichts anderes als RAUBBAU UND DIEBSTAHL
  • Mittellose Einwanderer schuften sich für einen Hungerlohn zu Tode
  • Das mühevoll aufgebaute Fachwissen von Farmern und Schlachtern wurde durch Kolonnen ersetzt, alles ist automatisiert
Bild: PublicDomainPictures / pixabay

Das Leid der Tiere
Die zusammengepferchten Tiere werden auf maximales Wachstum getrimmt. Sie wachsen oft so schnell (Masthühner) dass Knochen nicht nachkommen, diese einfach brechen. Auslauf, Platz, Ausleben der Triebe, gibt es nicht, denn das kostet Geld. 99 Prozent aller Tiere, die wir essen, sehen niemals das Freie, niemals die Sonne. Sie bekommen gerade so viel Licht, so viel Dunkelheit, so viel Futter zugesprochen, dass sie gerade so nicht sterben, und gleichen mehr entsetzlichen Kreaturen als jenen Tieren, als welche wir uns diese vorstellen. Sie werden andauernd künstlich befruchtet, sie können sich nicht umdrehen, liegen in den eigenen Exkrementen. Ihnen werden die Schwänze, die Hoden einfach abgerissen, die Schnäbel abgeschnitten. Tiere die nicht schnell genug wachsen werden zu Tode geprügelt oder lebendig auf den Müll geworfen. Ihr Weg von der Geburt bis zum Schlachten gleicht nichts Geringerem als der Hölle auf Erden, in der noch nicht einmal der Tod selbst gnädig ist. In dreieinhalb Minuten werden exakt 105 Hühner von einem Arbeiter brutal in Kisten gestopft. Danach fahren sie oft 48 Stunden oder länger zum Schlachthof, ohne Wasser, ohne Essen. Und dort beginnt nicht etwa die Erlösung, sondern noch eine Steigerung des Horrors. Die Vollautomatisierung hat den Tod in Würde abgelöst und mit blanken Horror ersetzt. Halsschnittautomaten, Nachschneider, elektrische Wasserbäder und Metallschlingen haben die sicheren Hände der Farmer ersetzt, und Maschinen machen Fehler! Den Halsschnittautomaten überleben beispielsweise viele Hühner, weil die Arterie nicht getroffen wird. Hunderte Millionen Tiere leben an Stationen des Schlachthofes, wo sie längst tot sein sollten. Ihnen wird bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, der Kopf abgerissen oder die Beine abgesägt. Sie werden noch lebendig in kochende Brühe eingetaucht und an Haken gehängt, bis letztlich die rettende Motorsäge ansetzt und das Grauen endlich beendet. Unter den Arbeitern, die von dem ganzen Blut wahnsinnig werden, herrscht Sadismus. Es ist gang und gäbe, dass Tieren bei vollem Bewusstsein die Luft und Speiseröhre herausgerissen, die Nase abgeschnitten wird. Mehr soll hier nicht gesagt sein. Ich denke, das reicht.

“Massentierbetrieb berechnen genau, wie dicht am Tod sie die Tiere halten können, ohne sie tatsächlich umzubringen.” (Buchauszug)

Fazit
Eines ist ganz sicher. Wenn wir so weitermachen wie jetzt, diesen Umgang mit unseren Tieren nicht stoppen, dann werden wir unserem Anspruch als entwickelte Spezies – als Menschen – nicht gerecht. Wenn wir mit diesem Vernichtungskrieg gegen Tiere und Natur als Ganzes so weitermachen wie jetzt, dann werden wir diesen Planeten zugrunde richten. Und jetzt mag man die Frage stellen, wer die Schuld hat an all dem, wer die Verantwortung trägt. Nun, nach dem Autor tragen wir diese, wir alle. Denn wir haben zugelassen, dass die Farm zur Tierfabrik wird! Wir haben zugelassen, dass einige Superbetriebe ALLES kontrollieren. Und was können wir nun machen? Auch darauf hat Jonathan Safran Foer eine Antwort. Das Mindeste was wir tun können, sei es, den schlimmsten Tierquälern kein Geld mehr zu geben. Und was heißt das genau? Das heißt der Verzicht auf Fleisch (mindestens, denn auch Milch und Eier verursachen ebenbürtiges Leid!). Und ist Fleisch aus artgerechter Haltung von einem Kleinbauern die Alternative? Es ist zumindest besser als Massentierhaltung, ja, aber es ist nicht die Lösung aus unterschiedlichen Gründen. Zum einen lassen sich Milliarden Menschen nicht von freilaufenden Tieren ernähren, das ist schlicht nicht möglich. Zum anderen wird nach dem Autor ganz klar widerlegt, dass Fleisch für eine ausgewogene Ernährung überhaupt gebraucht wird, und das der Konsum von Fleisch im Allgemeinen im Wissen um all die Konsequenzen für die ganze Welt nicht vertretbar ist. Ja, gar schlimmer als in Unwissenheit Fleisch zu konsumieren.

“Ein Tier zu töten dient meistens dazu, das Problem zu verdrängen, während man so tun, als wolle man es sich bewusst machen. Das ist vielleicht noch schlimmer als Unwissenheit. Es ist immer möglich, jemanden aus dem Schlaf zu wecken, aber kein Lärm der Welt kann jemanden wecken, der nur so tut, als würde er schlafen.” (Buchauszug)

Letztlich läuft das alles auf eine einzige Frage hinaus: Ist mir dieser kleine Moment des Geschmacks, die Gaumenfreude, die Bewahrung der Essenskultur, ist mir mir das all dieses Grauen und allen damit zusammenhängenden Konsequenzen wert?

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