Laufen, Sport

Der SAUCONY KINVARA 11 – eine Rennmaschine

Saucony Kinvara 11

Im Prinzip halte ich es wie Scott Jurek und genauso, wie er in seinem Buch Eat & Run schreibt. Dies kurz zusammenzufassen ist vielleicht nicht einfach, aber ich versuch’s mal: Der Lauf sollte so sein, wie er barfuß stattfinden würde, doch durch Technologie unterstützt noch effizienter. Aus diesem Grund ist Jurek auch kein Barfußläufer wie Barefoot Ted oder Christopher McDougall, seinen Weggefährten in McDougall’s Meisterwerk Born to Run, ein Buch, das wie kein anderes eine Lobhymne auf die natürliche Art des Laufens singt. Liest man das, läuft man Gefahr, Laufschuhe direkt in die Tonne zu werfen und fortan ohne alles loszulaufen, am besten gleich nackt. Viele machen das auch (also nicht nackt, sondern nur mit nackten Füßen), und unter dem Mantel des Natural Running versammeln sich Heerscharen von Läufern, die stets barfuß laufen, immer und überall. Vielleicht würde ich es auch so machen, wäre ich nicht auf Jurek gestoßen, einer der weltbesten Ultraläufer aller Zeiten. Und wenn man wie ich von ihm inspiriert wurde, dann hat das, was er sagt Gewicht: Es sei egal, was man am Fuß trage. Wichtig sei, was der Fuß mache. Man könne eben auch mit Minimalschuhen wie die von ihm bevorzugten Brooks Racer Flats unterwegs sein, also wie barfuß, doch eben ohne auf Technologie zu verzichten. Das ist für mich logisch, weil es auch mir nicht um die Religion des Natural Running geht, ich niemanden durch das Tragen meiner Huaraches beeindrucken möchte, sondern ein guter Läufer sein möchte. Nicht mehr und nicht weniger. Ich trainiere oft barfuß in meinen Tarahumara-Huaraches und schärfe so den Stil des Barfußlaufens in mir. Und dann greife ich auf flexible Laufschuhe mit minimaler Sprengung zurück, welche die Sprache des Barfußlaufens perfekt übersetzen können, mich aber noch schneller und den Lauf komfortabler machen. Neben dem Brooks Pure Flow, den ich bereits hier vorgestellt habe, schafft dies auch der Sacucony Kinvara in Perfektion.

Saucony Kinvara 11

Key-Facts

  • Typ: Neutralschuh
  • Gewicht: Leichter Laufschuh (ca. 230 Gramm)
  • Sprengung: Sehr gering (4 mm)
  • Einsatz: Straße und gut befestigte Wege
  • Material: Leichtes und flexibles  „PWRRUN“-Material  (Powerrun)
  • Komfort: Anschmiegsames und komfortables -Fit-System, dass dem Schuh eine sockenähnliche Passform verleiht, den man barfuß tragen könnte
  • Läufertyp: In erster Linie für erfahrene Vor- und Mittelfußläufer mit Hang zum natürlichen und schnellen Laufen

Sprengung
Die Sprengung von nur 4mm bewegt sich wie bei dem PureFlow von Brooks an der Grenze zum Barfußlaufen. Dies führt schon fast intuitiv zu einem natürlich Auftritt im Vor- oder Mittelfußbereich und natürlichem Abrollverhalten nach hinten, zu einem Tasten des Untergrundes und einer direkten Übertragung der Kraft. Natürlich muss das gewollt sein, weil allein das schon quasi automatisch für hohe Lauftempi sorgt, für die dieser Schuh ganz besonders geeignet ist und Vorteile zum noch schneller werden verschafft. Wie der PureFlow ist auch der Saucony Kinvara 11 ein Schuh, den ich tragen möchte, wenn ich eine Personal Best im Visier habe und es auf maximale Effizienz ankommt.

Saucony Kinvara 11

Komfort
Die sockenähnliche Passform unterstützt den natürlichen Laufstil zusätzlich und macht das Laufgefühl noch unmittelbarer, ohne auf Komfort zu verzichten. Der Kinvara fühlt sich extrem anschmiegsam und angenehm gepolstert an. Selbst durch eine leichte Polsterung unter der Zunge wurde an die Langstrecke gedacht, wo es nach K30 auf genau sowas manchmal ankommt. Mit knappen 230 Gramm ist er zudem extrem leicht und durch das atmungsaktive Obermaterial ein Schuh, den man ohne Probleme barfuß laufen könnte.

Dämpfung
Der Kinvara 11 setzt auf sogenanntes „PWRRUN“-Material, welches leichter und flexibler ist als bei Vorgängermodellen und für eine reaktive Dämpfung sorgt, etwas zu viel für meinen Geschmack. Beim Gehen fühlt sich der Kinvara für mein Empfinden zu stark gedämpft an, doch sobald man losläuft, werden die Teile zur reaktionsfreudigen Rennmaschine.

Vergleich zum Brooks Pure Flow
Wenn der Brooks Pure Flow so etwas ist wie ein alter BMW-Mini, bei dem man jedes Schlagloch merkt, dann ist der Konvara 11 sein gut ausgepolsterter Nachfahre. Es ist auch eine Stilfrage, und ich persönlich mag den alten Mini lieber. Das Laufgefühl des PureFLow ist durch die flexible Sohle, die man ohne Probleme komplett umbiegen kann, wesentlich direkter und bringen ihn noch näher an das Gefühl des Barfußlaufens. Der Kinvara ist in jeglicher Facette komfortabler und für etwas breitere Füße vielleicht besser geeignet, weil dieser durch einen breit gearbeiteten Mittelfußbereich der Sohlenkonstruktion ein angenehm stabiles Aufsatzmoment bietet. Wenn ich wählen müsste, dann würde ich zum PureFlow greifen, aber nur weil ich barfuß-lauftechnisch erfahren bin. Wäre ich das nicht ganz so, dann wäre der Kinvara meine Wahl.

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