Der Saucony Kinvara 13

Ehe ich mich versah, hatte mein Kinvara 12 schon wieder 850 Kilometer auf dem Tacho und so langsam musste Abhilfe her, sprich: der Kinvara in der nunmehr 13ten Ausführung. Seit seiner Geburtsstunde ist der Kinvara ein fester Bestandteil der Minimalismus-Bewegung und eine Kategorie über Barfuß-Schuhen verortet. Genau das macht ihn beliebt bei jenen, die barfußähnlich oder minimal laufen bzw. deren Training sich in einem großen Umfang auf diese Art abspielt. Der Kinvara hat sich in den vielen Jahren verändert, aber die Grundprinzipien sind stets dieselben: 4mm Sprengung, was ihn als Barfußlaufschuh quasi per Definition deklariert, extreme Leichtigkeit und ein bequemes sowie flexibles Material, das die natürliche Laufmechanik begünstigt, indem der Vorfußlauf ganz klar propagiert wird. Hinzu kommt eine sehr hohe Wertigkeit und Langlebigkeit, die ich sehr unterstütze in einer Laufwelt, die mehr und mehr auf kurzlebige High-Speed-Hightec (Carbon) setzt. Letzterer werde auch ich mich nicht länger widersetzen und beim Wettkampf vermehrt zu Carbon greifen. Warum? Das werde ich in einem separaten Text demnächst erläutern! Jetzt aber zum Kinvara und der aktuellen, 13ten Version. 

Hard Facts

  • Knappe 20 Gramm leichter als der Vorgänger und damit wirklich extrem leicht (199 Gramm in Größe 42,5)
  • Flexible Mittelsohle für ein direktes und natürliches Laufgefühl, das den Vorfußlauf propagiert
  • Tolle, noch angenehmere Passform als vorher durch ein weiches Obermaterial
  • Sprengung wie immer 4mm
  • Geeignet für Tempo auf alle Distanzen. Oft werden kurze Distanzen bis zum Halbmarathon genannt, was aber nicht stimmt. Das ist definitiv einer der ALL TIME MARATHON FAVOURITES, und das sage bestimmt nicht nur ich!

Passform

Das “Upper” des K13 besteht aus einem weichen, an kritischen Stellen verstärkten Mesh, das sehr leicht, atmungsaktiv, aber dennoch nicht so dehnbar ist, wie es vielleicht wirkt (zum Beispiel nicht so wie bei einem Astra Escalante, den ich auch sehr mag, aber halt instabiler ist). Da weiß man dann auch schon, was für ein Schuh das ist, nämlich ein waschechter Wettkampfschuh. Die Form ist sicherlich für schmalere Füße konzipiert, und zieht man die Schnürsenkel fest über die seitlichen Verstärkungen, dann hat man guten Halt über die ganze Fußlänge. Zunge und Ferse haben genau so viel Substanz, dass diese bequem sind und tragen dazu bei, dass der Schuh in Kombi mit dem geringen Gewicht quasi nicht oder wenig spürbar ist. Und das ist genau das Geile an dem Ding. Man spürt nicht, dass er da ist.

Mittelsohle

Im Vergleich zu den Vorgängern ist der Schuh noch etwas schmaler geworden, um ihn noch dynamischer auszurichten. Beim Schaumstoff (derzeit PWRRUN) wünscht sich so mancher ein innovativeres Material für mehr Energierückgabe. Ich finde das gut genauso, dann das macht die Sohle flexibel und das Laufgefühl direkt. Ich bin Vorfußläufer und möchte, dass der Schuh mich durch Direktheit zwingt, sauber zu laufen, und deshalb kann das aus meiner Sicht so bleiben. Man kann es gar nicht genug wertschätzen, dass Marken wie Sacucony eben mit dem Kinvara oder Altra zum Beispiel mit dem Escalante noch diese Art Schuh bauen, die jene Läufer*Innen ansprechen, die viel Wert auf Laufstil legen.

Wertigkeit

Mein Kinvara 11 hat über 1.000K auf dem Tacho (inklusive Trail und Gebirge) und ich laufe diesen immer noch manchmal. Andere Schuhe hätte es hier schon in Einzelteile zerlegt. Wie mein Brooks Pure Flow zum Beispiel, der meine Ausflüge auf Trails leider nicht überlebt hat. Der wird im Übrigen auch nicht mehr produziert, was sehr, sehr schade ist. Mit dem 12er verhält es sich genauso und dieser läuft sich nach knappen 900K ebenfalls immer noch super. Ich gehe davon aus, dass das diesmal genauso ist.

Laufgefühl

Eine Schublade über Barfußschuhen verortet, spürt man den Schuh recht wenig. Das liegt ganz einfach an dem geringen Gewicht und der Flexibilität, die der natürlichen Motorik viel Raum lässt. Ich mag es, wenn ich meine Füße arbeiten spüre, sich die Zehen in den Boden greifen wollen, sich das Fußgewölbe ausbildet. Ich mag es nicht nur, ich brauche es, denn genauso entwickelt man einen guten Laufstil, der einen stärker, schneller, besser werden lässt. Nicht mehr High-Tech ist der Schlüssel dazu, sondern weniger. High-Tech kann man im Wettkampf verwenden, aber nur, wenn der Stil sauber ist, sonst nützt diese wenig. Laufen lernt man in einem Schuh wie diesem!

Fazit

Die Einfachheit macht den K13 definitiv nicht zur Laufwaffe für jeden, aber eben für alle jene, die ohnehin Wert darauf legen, sauber und minimal laufen und bestenfalls über Jahre die Fußmuskulatur auf diese Art und Weise derart trainiert haben, dass sie mit einem Mindestmaß an Unterstützung klar kommen. Gut trainiert ist dieser Schuh super für alle Wettkämpfe geeignet, von schnellen 5K bis zur Bestzeit beim Marathon. Marathon aber nur, wenn die Muskulatur gewohnt ist, entsprechend mitzuarbeiten. Der Schuh ist konzipiert für Geschwindigkeit, für Tempo, für Vor- bzw. Mittelfuß-Läufer*Innen. In Kombi mit einem effizienten Laufstil ist der K13 eine Alternative zu Carbon-Schuhen, die ganz bestimmt neben all den Vorteilen eine Verletzungsserie auslösen werden. Da würde ich einfach mal drauf wetten! Ich habe mit den Kinvara 11 und 12 all meine Bestzeiten erlaufen, ganz ohne Carbon, und liebe ihn so sehr, dass ich es nicht übers Herz bringe, ihn wegzuschmeißen, meinen 11er auch nicht nach 1.000 Kilometern.

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Ma San[/Avatar]

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