Warum die Ursache der Corona-Pandemie in der Massentierhaltung zu finden ist

Was mich an dieser Pandemie enorm aufregt ist die Tatsache, dass AUSSCHLIESSLICH über Symptombekämpfung gestritten wird, aber NULL KOMMA NULL über die Ursachen. Das Corona-Virus ist ein Symptom, das eine Ursache hat. Die Ursache liegt in unserem Umgang mit der Natur, im Speziellen in unserem Eingriff in den Lebensraum von Tieren und unserem erbarmungslosen Umgang mit ihnen. Dieser Umgang ist nichts Geringeres, wie ein Forscher vom Fisheries Center der University of Bristish Columbia treffend einmal sagte, als ein Vernichtungskrieg gegen die Natur. In diesem Text werde ich anhand von Quellen darlegen, dass diese Pandemie, genauso wie frühere Pandemien auch, unmittelbar mit der unfassbar schockierenden Art und Weise zusammenhängt, wie wir Tiere aufziehen, halten, töten und essen. Ich werfe gleich hier zu Beginn in den Raum, dass wir diese Pandemie nicht hätten, wenn wir alle auf das NICHT NOTWENDIGE Essen von Tieren verzichten würden. Diese Pandemie ist ein Witz im Vergleich zu dem, was uns noch bevorsteht, wenn wir unser Verhalten nicht ändern, sprich: DIE URSACHE WEITERHIN IGNORIEREN, indem wir Tiere weiterhin in dieser Art und Weise behandeln. Ich möchte mit diesem Text einen kleinen bescheidenen Beitrag zur Bekämpfung dieses Zustandes beitragen in der Hoffnung, dass bei dem ein oder anderen bei der nächsten Diskussion über dieses Virus auch über dessen Ursachen gesprochen wird.

Warum Wissenschaftler bereits im Jahr 2012 wussten, dass die Corona-Pandemie kommen wird
Im Rahmen eines Gesprächs des MDR mit dem Professor für Naturheilkunde Andreas Michalsen weist dieser darauf hin, dass das RKI im Rahmen einer Risikoanalyse für den Bundestag bereits im Jahr 2012 darauf hinwies, dass uns eine Corona-Pandemie bevorsteht (Quelle). Weiterhin auch darauf, dass Forscher vom  Virologischen Institut in Wuhan Ausbrüche von SARS- oder MERS-ähnlichen Coronaviren hervorsagten. Andreas Michalsen sieht einen deutlichen Zusammenhang mit der Massentierhaltung und begründet dies wie folgt:

  • Vom Tier auf den Menschen übertragene Infektionskrankheiten würden seit Jahrzehnten zunehmen
  • Er beruft sich auf die medizinische Fachzeitschrift Lancet, die festgestellt hat, dass sehr wahrscheinlich alle Infektionserkrankungen der letzten 2 Jahrzehnte vom Tier stammen und dies vor allem deswegen, weil Tiere intensiv gehalten werden
  • Er stellt einen Zusammenhang zu früheren Pandemien her, die ebenfalls unmittelbar von Tieren auf den Menschen übertragen wurden: Tuberkulose (Ziegen und Rinder), Masern (Schafe und Ziegen), Pocken (Kamele), Keuchhusten und Influenza (Schweine), Typhus (Hühner), Influenza (Enten)
  • Viele Bakterien wie Helicobacter pylori (Schafe) kämen ebenfalls von Tieren
  • Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung führe zur Ausbreitung multiresistenter Keime

Auf die Frage, ob nun die Massentierhaltung die Ursache für Pandemien ist, benennt Michalsen diese als Mitgrund und schlussfolgert für jeden verständlich: Die stetig steigende Weltbevölkerung führe zu einer immer stärkeren Zerstörung des Lebensraums von Tieren, zum Artensterben und eben auch zu einem Mutationsdruck bei Viren, weil diese sich an immer neue Lebensräume anpassen müssten.

„Solange die Welt immer mehr Fleisch essen will und – für die wachsende Verstädterung – Wälder rodet, wird sich die Lage immer mehr zuspitzen.“

Wenn immer mehr Tiere auf immer weniger Raum leben müssten, in dieser Art und Weise domestiziert und über weite Strecken transportiert würden, dann sei es nicht verwunderlich, dass nahezu alle bedrohlichen Viruserkrankungen der Letzten Jahrzehnte – Ebola,, Vogelgrippe H5N1, MERS, SARS-CoV-1 und COVID-19 – auf Tiermärkte, dem Handel von Wildtieren und die Massentierhaltung zurückzuführen seien.

„Die Massentierhaltung ist generell anfällig für Pandemien und zugleich deren Verursacher.“ (Quelle: FAZ)

Warum nahezu alle bekannten Pandemien mit dem Essen von Tieren und deren Haltung zu tun haben
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt sieht dies gemäß einem Bericht namens Pandemien und Massentierhaltung: Lehren aus der Corona-Krise ziehen im Presseportal ähnlich und appelliert an die Politik, den Zusammenhang  zwischen Epi- bzw. Pandemien und dem Essen von Tieren in den Fokus zu nehmen, indem die Massentierhaltung ganz klar als Ursache des Problems und eine pflanzliche Ernährung als dessen Lösung benannt wird.  Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, stellt den direkten Zusammenhang mit Covid-19 her, indem er die aktuelle Pandemie als Mahnmal sieht, den Umgang mit Tieren zu verändern. Wie Andreas Michalsen sieht er die wissenschaftliche Evidenz, dass die Nutztierhaltung die Entstehung von Pandemien erhöht und weiterhin auch den massiven Einsatz von Antibiotika als Gesundheitsrisiko. In dem Bericht wird u.a. auf die Arbeit des  Lebensmittelwissenschaftlers und Geophysiker Dr. Kurt Schmidinger hingewiesen. In diesem auf Quellen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), der OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) sowie der WHO (Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen) gestützten Bericht kommt er zu folgenden Schlüssen:

  • Die weltweite Fleischproduktion und Wildtiermärkte verursache Seuchen. Sie seien deren Ursache und müssten bekämpft werden
  • Die gängigen Annahmen in der Wissenschaft über die Entstehung von Pandemien deute klar darauf hin, dass es Parallelen gäbe zwischen Pandemien (auch der jetzigen) und der Massentierhaltung
  • Die Massentierhaltung und Wildtiermärkte würden ein Pandemierisiko geradezu provozieren
  • 80 Prozent allen Antibiotikas werde in der Massentierhaltung eingesetzt. Dies sei die Basis für Resistenzen von Viren und komme einem Fiasko gleich. Bereits im Jahr 2017 hätte die WHO vor diesem Szenario gewarnt und bis heute reagiere weder die Politik noch die Gesellschaft (das sind dann wir). Bis 2030 werde sich der Antibiotikaeinsatz um weitere geschätzte 70 Prozent erhöhen.
  • Drei Viertel aller neuen Erreger würden sogenannten “zoonotischen Quellen” entstammen, würden also von Tieren auf den Menschen übertragen. Beispiele dafür seien: Vogelgrippe, Schweinegrippe, Nipah-Virus, Ebola, HIV
  • Die unfassbare Anzahl an Nutztieren (Milliarden) würden gigantische Mengen an Exkrementen erzeugen, die ins Grundwasser gerieten und eine Infektionsquelle bildeten, die massiv sei
  • Die industrielle Tierhaltung sei offen für den Ein- und Ausgang von Erregern und die ideale Keimzelle für auf den Menschen überspringende Viren

Wie das Virus auf den Menschen überspringt
Dieses Virus ist bekanntlich auf einem Markt in Wuhan von einem Wildtier auf den Menschen übergesprungen. Diese Märkte gibt es nach wie vor und das Risiko ist enorm hoch, dass so etwas wieder passiert. Gemäß einem Artikel des Tagesspiegels lauert die Gefahr in der gesamten Kette, der mit dieser Art der Tierhaltung zusammenhängt: Überfüllte Märkte, mangelnde Hygiene, Transport, Schlachtung. Gemäß diesem Artikel wurden in China etwa 1.700 Wildtiere untersucht und dabei wurden fast 50 völlig unbekannte, hochriskante Viren entdeckt. Das ist nicht die Schuld des Wildtiers, sondern unsere! An dieser Stelle möchte ich noch auf die schlimmste Pandemie hinweisen, die die moderne Welt je gesehen hat – die Spanische Grippe. Sie forderte 50 Millionen Menschenleben! In diesem Artikel des Ärzteblattes wird erläutert, woher dieses Virus stammt. Demzufolge konnte man Proben von in Permafrost eingefrorenen Leichen von Soldaten gewinnen, die an der Grippe verstarben. Dabei konnte man das Hämagglutinin-Protein H1 nachweisen und weiterhin, dass das Virus direkt von Geflügel auf den Menschen überging. Dass das knappe zwei Jahrzehnte passierte, nachdem die moderne Massentierhaltung entstand, die mit Geflügel ihren Anfang nach (Quelle: Buch Tiere essen), dann liegt es auf der Hand, dass wir dieses Killervirus der Massentierhaltung verdanken.

Ein kleines Fazit
Man könnte noch tiefer in die Materie einsteigen. Obwohl ich kein Wissenschaftler bin, ist mir der Unterschied im Fall der Corona-Pandemie, was Symptom und Ursache angeht, vollkommen klar. Ich hoffe wirklich, dass wir endlich anfangen, über die Ursachen zu sprechen und nicht über die Symptome. Wenn wir das nicht machen, dann wird, wie ich schon sagte, diese Corona-Geschichte nicht mehr sein als ein Witz gegen ein echtes Killervirus, das uns in Zukunft vielleicht noch blüht. Denn in den vielen verschlossenen Ställen, in die kein Lichtstrahlt eindringt und in denen zu jeder Sekunde die Tiere zu tausenden eng zusammengepfercht sind und mittels Antibiotika so nah am Tod gehalten werden, dass sie gerade so nicht sterben – in diesen Ställen wird sich das nächste Virus entwickeln, das auf den Menschen überspringen wird. Und je weiter wir der Natur, den Tieren die Luft abdrehen, desto heftiger wird sich die Natur wehren, und zwar gegen uns, in Form eines Virus. Es wäre falsch an dieser Stelle, auf die Politik zu verweisen, nein! Wir sind es, du und ich, wir sind das Problem. Es sind unsere täglichen Entscheidungen, milliardenfach ausgeführt, die diese Welt zugrunde richten. Das Essen von Fleisch hat keinen Zweck, es ist zu nichts nutze außer zu einer kurzen Gaumenfreude. Ist uns diese Freude das viele Leid der Tiere, die wir doch zu lieben suggerieren, wirklich wert? Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass man im kleinen Rahmen andere Menschen zur Umstellung der Ernährung ermutigen kann, ohne darüber zu diskutieren und ohne erhobenen Zeigerfinger. Schlicht durch die Erkenntnis, dass veganes Essen hervorragend schmeckt. Die Fleisch;- Milch- und Käsealternativen machen den Umstieg auf eine vegetarische oder vegane Ernährung leichter wie nie. Lasst uns diese Welt verändern. Last uns aufhören, Tiere zu töten und zu essen, für uns, für alle, für diesen Planeten.

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Ma San

2 Gedanken zu „Warum die Ursache der Corona-Pandemie in der Massentierhaltung zu finden ist

  1. Lieber Ma-San,
    ganz zufällig bin ich auf Deinen Blog gestossen, als ich eben nach Artikeln über “Fleischkonsum und Covid-19” suchte (recht erfolglos), und freue mich daher außerordentlich, dass Du die Ursache der Pandemie so treffend thematisierst.
    Denn genau das frage ich mich auch seit Ausbruch der Pandemie (zu der Zeit war ich noch in Taiwan): Weshalb wird so gut wie nie benannt, wo der Virus seinen Ursprung hat (ich meine nicht die Örtlichkeit, sondern die Umstände und Ursache!)? Und welche weiteren Zoonosen stehen uns bevor, wenn es keinen grundlegenden Wandel gibt? Stattdessen werden unschuldige Gruppen beschuldigt (und das schon seit dem Mittelalter), einflussreiche Persönlichkeiten, oder komplette Regierungen, jedoch schlichtweg ignoriert, dass dieser ausbeuterische gnadenlose Umgang mit unseren Mitlebewesen zu unsagbarem Leid führen wird, nicht nur für die leidenden Tiere der Welt. Das Gesetz der Kausalität zu missachten ist fatal.
    Ich danke Dir für Deinen gut recherchierten Artikel und werde diesen gerne teilen!
    Alles Gute für Dich, Glück und Segen und merry xmas!
    Christina

    1. Liebe Christina,

      ich danke dir herzlich über dein Feedback. Ich habe mich ehrlich gesagt gewundert bzw. wundere mich immer, dass fast niemand auf diese Art Artikel reagiert. Auf Facebook, wo ich diesen Text hier hineinstellte, erfolgte NULL Reaktion, kein einziges Like. Nicht dass mir LIKES nicht egal wären, aber es hat den Anschein, dass hier ein wunder Punkt getroffen wird, etwas stimmt hier nicht. Menschen möchten sich mit diesem Thema, so wichtig es auch ist, nicht auseinandersetzen. Generell nicht, wenn es um das Thema Ernährung geht. Ich habe in einem anderen Artikel (erste Schritte in ein veganes Leben) bereits von “kognitiver Dissonanz” gesprochen. In Bezug auf das Essen von Tieren heißt das, dass der der Mensch sich bewusst ist, dass er das Falsche tut, es aber trotzdem macht. Das Verhalten von uns Menschen ist absurd: Wir suggerieren, Tiere zu lieben, schwärmen über sie vor unseren Kindern. Aber mit unserer Entscheidung im Supermarkt brechen wir mit allen unseren Prinzipien, indem wir dieses Leid, die damit verbundene Umweltzerstörung und den enormen Anteil der Tierhaltung am Klimawandel in Kauf nehmen. In TIERE ESSEN, das ich hier auch rezensiert habe, geht Jonathan Safran Foer diesem Verhalten ebenfalls auf den Grund. Das Buch kann ich dir wirklich empfehlen, es ist extrem gut und sollte von jedem gelesen werden, finde ich. Es wird einem dabei klar, dass das Essen von Tieren eine DER FRAGEN unserer Zeit ist, und zwar in jeglicher Hinsicht. Es ist enttäuschend, dass jegliche Appelle dauerhaft im Nichts zu verhallen, die Leute interessiert das einfach überhaupt nicht. Das Verhalten wird sogar noch gerechtfertigt, zum Beispiel durch den christliche Glauben, der die Unterwerfung der Tiere (angeblich) legitimiert. Dass Milliarden Tiere dabei allein in Deutschland jedes Jahr auf bestialische Art und Weise misshandelt werden, es spielt einfach keine Rolle…es ist frustrierend… Die Politik reagiert auch nicht, niemand reagiert… ich denke, man kann nur im Kleinen etwas bewegen, leider…es ist das Einzige, was wir tun können!

      Herzliche Grüße
      Martin

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