AllgemeinErnährungFahrradGedankenGesellschaft, PolitikKurzgeschichtenUmwelt, Naturschutz

Bundestagswahl: Alles auf Grün

Manchmal müssen Dinge einfach gesagt werden, und zwar ganz klar. Im Herbst steht mit der Bundestagswahl 2021 in gewissem Sinne eine Schicksalswahl an und zum ersten Mal überhaupt besteht die Chance (auch wenn diese klein ist) für die Grünen, federführend zu regieren. Auf diese Tatsache reagieren Teile unserer Gesellschaft derart aggressiv, dass dies aus meiner Sicht nicht mehr hinnehmbar ist. Es ist nicht so, dass etwas gegen Kritik einzuwenden wäre und auch nicht gegen einen gewissen Zorn, der sich gegen diese Partei richtet, das ist es nicht. Diese Bierzelt-Manier, die Art und Weise, wie diese Kritik, dieser Zorn geäußert wird, das stört mich. Das ist das erste. Das zweite, was mich stört, ist, dass sich dieser Zorn gegen die Sache richtet, und zwar gegen die gute Sache, für die ich als Wähler nun einmal bin und mich in gewissem Sinne engagiere. Bei der an den Tag gelegten Kritik gegen die Grünen handelt es sich oft um an den Haaren herbeigezogene, nicht Fakten-basierte, die Realität verweigernde Anschuldigungen. Um in fünf Minuten recherchierte Google-Auszüge, die nicht informierte Bürger gezielt in ihrer ohnehin schon aufgestachelten Grundstimmung zu Hetze unter der Gürtellinie über soziale Netzwerke verleiten. Das ist keine Debattenkultur mehr, sondern teilweise blanke Anfeindung unterster Schublade. Und ich fühle mich verpflichtet, alles in meiner überschaubaren Macht stehende dafür zu tun, mich dagegen zur Wehr zu setzen und die Sache, für die ich nun einmal bin, zu verteidigen. Und das mache ich jetzt mal, mit diesem Text hier!

Bild: Alexas_Fotos (pixabay)

An was ich glaube
Ich sage euch jetzt mal kurz und knapp den Eindruck, den ich habe: Zu den Dingen, die ich in meinem Leben gelernt habe, gehört folgendes: Aggressive Menschen haben in den allermeisten Fällen Unrecht! Wer aggressiv ist, hat etwas zu verlieren und fühlt sich in seinem Status Quo bedroht. Er möchte, dass die Dinge so bleiben, wie sie sind und das eigene Verhalten wenn irgendwie möglich nicht ändern. Verständlich ist das schon, aber – das geht nicht! Viele Menschen werden ihren Status Quo aufgeben müssen. Sie werden Dinge verlieren, die ihnen lieb sind und ihr Verhalten grundlegend ändern – MÜSSEN! Warum? Weil unsere Welt zugrunde geht, wenn wir so weiter machen wie bisher! Und jetzt spitze ich das etwas zu: Weil durch das ignorante Verhalten einer privilegierten, den Status Quo lebenden und diesen feiernden, einflussreichen Schicht das Leben und die Zukunft der Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten auf dem Spiel steht. Ich werde auch noch sagen, warum das so ist. Aber für den Moment bleibt festzuhalten, dass wenn dem so wäre, dies nicht fair wäre, oder? Der Status Quo ist jedenfalls keine Option. Für mich nicht und für andere auch nicht, zum Beispiel für Astro-Alex. Im beeindruckenden Film „Wer wir waren“, der die Apokalypse quasi im Titel schon beinhaltet, schaut er von oben auf die Welt, sieht die Zerstörung mit eigenen Augen und dann sagt er ungefähr das folgende: Wir haben nur diese eine Welt im unendlichen Nichts des Weltraums, und wir richten sie zugrunde!

Oder Sebastiao Salgado, der in seinem wunderbaren Werk GENESIS die letzten verbliebenen Reste unberührter Natur dokumentiert, deren Zerstörung unmittelbar bevorsteht, wenn wir nicht – und zwar jetzt sofort mit voller Kraft – und aller Macht dagegen kämpfen. Da ist ein junger Mann namens Boyan Slat, der gegen die Plastikverseuchung der Meere ankämpft, während alle anderen immer mehr Müll hineinkippen. Da ist ein Jonathan Safran Foer, der auf die Massentierhaltung aufmerksam macht, die nur eines ist – entsetzlich –, und MASSGEBLICH mitverantwortlich für den Klimawandel, vielleicht DER FAKTOR ÜBERHAUPT dafür ist, und weiterhin auch für Krankheiten (Spanische Grippe, Schweine- und Vogelpest und vielleicht sogar für die derzeitige Pandemie). Den Umgang der Menschen mit unseren Tieren bezeichnet Jonathan Safran Foer, und nicht nur er, als VERNICHTUNGSKRIEG GEGEN DIE NATUR! Und da sind viele, viele andere Menschen wie diese. An diese Menschen, an deren Botschaft glaube ich und nehme für mich mit: Es ist FUCKING FÜNF VOR 12, JA NACH 12, und zwar nicht nur im Hinblick auf das Klima, sondern im Hinblick auf unseren Umgang mit Natur im Allgemeinen. Das alles ist gut dokumentiert in mühsamster Arbeit angesehener Wissenschaftler, die ihre Leben für die Sache einsetzen, Tag für Tag.

Free-Photos (pixabay)

An was ich nicht glaube
Und dennoch gibt es jene, die all das leugnen – den Klimawandel, das Ausmaß der Umweltzerstörung, das Artensterben, einfach alles. Erst kürzlich wurde wissenschaftlich erwiesen, dass eine 1,5 Grad Erwärmung bereits früher als befürchtet erreicht wird, und zwar im Jahr 2030, VOM MENSCHEN VERURSACHT. In den letzten 3 Millionen Jahren auf der Erde war NIEMALS so viel CO² in unserer Atmosphäre, NOCH NIE! Aber nein, manche Menschen sind einfach resistent und sagen Dinge wie: Wir befinden uns halt leider am Ende einer Eiszeit und die Polkappen sind im Verlauf der Milliarden Jahre Existenz der Erde immer wieder mal abgeschmolzen. Oder: In den 80ern und 90ern habe es auch schon Endzeitstimmung gegeben, alles Quatsch! Alles Bullshit-Geschwafel einer verwöhnten Möchtegern-Generation, die nichts leistet außer Schilder in die Luft zu halten, keine Ahnung hat von echter Arbeit, noch keinen Beitrag geleistet habe für die Gesellschaft! So etwas in der Art hat neulich jemand unter einen Artikel der Tagesschau zu einem den Umweltschutz betreffenden Artikel platziert, und er war nicht der einzige. Dinge solcher Natur werden also gesagt, von vielen Menschen, und sie wirken wie Hohn auf die Arbeit jener, die sich für den Erhalt unserer Welt mit aller Kraft einsetzen. ALSO HABEN WIR GENAU AN DIESER STELLE EIN PROBLEM und es stellt sich die Frage: WER SIND DIE , DIE SO ETWAS SCHREIBEN UND DIESE ANSICHT VERTRETEN, UND – WAS WOLLEN DIE? Es ist der Status-Quo-Liebende, der das will. Es ist der, der jetzt in seinen Fünfzigern, Sechzigern oder Siebzigern lebt. Um hier mal ein Klischee zu bedienen, was natürlich überzogen ist, aber dennoch einen wahren Kern hat, könnte man diesen wie folgt beschreiben: Der Status Quo-Liebende hat mindestens ein Auto, meistens zwei. Den Zug nutz er ungern, eigentlich nie. Er hat zwei Kinder im Abstand von zwei Jahren. Warum? Weil das so ist! Weil das immer so war! Mit diesen wohnt er in einem Einfamilienhaus abseits der Stadt, die ihm zu eng ist, mit viel Grün drum herum. Der Vorgarten ist jetzt aus Stein, das macht weniger Arbeit. In die Stadt pendelt er, jeden Morgen hinein und abends wieder raus, mit seinem Auto. Die Kinder werden mit dem Auto in die Kita und Schule gebracht und genauso wieder abgeholt. Er isst gerne Fleisch, am besten mehrmals pro Woche, und trinkt viel Milch. Man kann das übers Knie gebrochen wie folgt interpretieren, etwas böse: Der Status Quo-Liebende ist derjenige, der ALLES hat. Er hat sich eingerichtet. Er sitzt in seinem Glyphosat-verseuchten Garten, während auf dem Webergrill die Steaks brutzeln. In seinem steinernen, die Flächen versiegelnden Vorgarten gibt es keinerlei Leben, kein einziges Bienchen. Unter dem Carport steht der SUV, daneben der Kleinwagen. Und mit denen fährt er in die ein Kilometer entfernt liegende Bäckerei, wenn er etwas braucht. Ihm geht es gut genauso, wie es ist. ER IST DER TYP, DER SOLCHE KOMMENTARE UNTER ARTIKEL DER TAGESSCHAU SCHREIBT! Nun, das kann man so machen, wir sind ein freies Land. Aber – seine Art und Weise der Lebensführung macht die Welt für jene, die nach ihm kommen, KAPUTT. Er denkt über all die Probleme auch nicht nach, weil sie seinen Vorgarten nicht tangieren. Überflutung in Indonesien, Schmelzen der Pole, Dürren in Afrika, Hitze in Kalifornien – NOT MY CHAIR, NOT MY FUCKING PROBLEM! Ihn interessiert die ganze Scheiße überhaupt nicht. Das Einzige, was ihn interessiert, sind die Preise für Sprit, Energie und Fleisch sowie die Wertsteigerung seines Hauses. Stets mit dem Ziel, dass alles so weitergeht wie bisher, bis die Welt am Arsch ist. Denn dann ist er ohnehin alt, und nach ihm die Sintflut! Interessant ist, dass er von all dem, was er anrichtet, keinen blassen Schimmer hat. Bei den Tagesthemen ist er der, der die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, wenn er die armen Eisbären über das letzte Eis torkeln sieht, und dann sagt: “Ja, ja, die Chinesen, die Inder, die fucking anderen!” An diese Menschen, an deren Ansichten und Lebensweise glaube ich nicht!

“Es ist bedauerlich, dass die Grünen, die diesen Hebel eigentlich seit Jahrzehnten umlegen wollen, dies nicht können, weil die Akzeptanz fehlt und jene, die das regierend mit verursacht haben, nun mit offenem Mund die Konsequenzen von Katastrophen betrachten.”

PublicDomainPictures (pixabay)

DAS Thema – Klima
So, das wäre dann mal gesagt! Es kann gehofft werden, dass mit der Katastrophe in RLP und NRW ein gewisses Gefühl, dass da etwas nicht stimmt und dass das ggf. etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun hat, bis zu diesen Menschen durchdringt. Es ist leider so, dass das bei vielen erst dann passiert, wenn die Konsequenzen wirklich unmittelbar einen selbst betreffen. Jeder reklamiert ja stets für sich selbst, nicht Verursacher der Probleme auf der Welt zu sein, so eine Art Selbstschutzprinzip. Am Ende ist es ja nie jemand gewesen, wie das halt so ist. Bleiben wir aber bei der Katastrophe. Mit deren Unmittelbarkeit wären wir dann soweit und es ist uns allen klar, dass das übergeordnete Thema der anstehenden Wahl folgendes ist – KLIMA! An dieser Stelle darf auch schon mal gesagt sein, dass sich die Grünen seid deren Existenz für Klimaschutz einsetzen, damit auch das gleich mal klar ist. Und damit noch etwas klar ist: Keine andere Partei hat bei der anstehenden Bundestagswahl den Klimaschutz so rigoros auf dem Programm wie die Grünen. Klar wird an dieser Stelle angemerkt, dass es schließlich noch andere Themen gibt auf der Welt. Aber ich sage es mal so – wenn der Planet vor die Hunde geht, dann brauchen wir uns über alles andere nicht mehr unterhalten, ODER? Ob nun Status-Quo-Befürworter oder Aktivist – ich denke, dass wir uns ALLE in einer Sache einig sind: Wir alle wollen doch den Erhalt dieser Welt, oder? Wir alle wollen doch, dass unsere Kinder in einem sauberen Meer schwimmen, schneebedeckte Berge sehen und die Wälder bestaunen können, oder nicht? Diese Frage hat nun mit unser aller Lebensweise zu tun und insbesondere damit, wie viel CO² ein jeder von uns durch die Art und Weise der eigenen Lebensführung freisetzt. Nun – WARUM HANDELN WIR NICHT SO? Genau das ist die Grundsatzfrage, in gewissem Sinne die Frontlinie, an der sich Status Quo Befürworter und Aktivisten begegnen. Letztere werfen ersteren vor, für den ganzen Schlamassel verantwortlich zu sein und die Konsequenzen für deren Handeln ausbaden zu müssen. Die Beschuldigten wollen das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, ihnen fehlt auch schlicht der Weitblick und das Verständnis für die von ihnen verursachten Probleme. Und wer sind eigentlich DIE, und wer sind WIR? Wer bin eigentlich ICH? Die Sache ist ja, die: Fragt man jetzt einen X-beliebigen Menschen, was er oder sie für den Fortbestand dieser Welt macht, dann sieht sich KEINER als schuldig an. JEDER wird betonen, was er Gutes tut und die Schuld von sich weißen. Der SUV Fahrer wird den Kauf der nicht eingeschweißten Salatgurke betonen, der Vielflieger den ausschließlichen Verzehr von Biofleisch und der Einfamilienhausbesitzer was weiß ich was. Jeder wird die Schuld des anderen suchen nach dem Motto: Du beschuldigt mich, SUV zu fahren, machst aber zweimal im Jahr eine Fernreise. So in der Art, kennen wir alle. SO LÄUFT DAS ABER NICHT, DENN SO KOMMEN WIR NICHT WEITER!

niekverlaan (pixabay)

Man kann und darf sich so etwas nicht einfach zurechtlegen. Wissenschaftlich gesehen gibt es Dinge, die mehr zum Klimawandel beitragen und andere. Den Klimawandel werden wir nicht mit Salatgurken verhindern, sondern durch den Verzicht auf den SUV. Derjenige, der mit dem PKW täglich zur Arbeit pendelt, macht den Planeten mehr kaputt als derjenige, der keinen hat, aber gerne mal eine Fernreise macht (zumal der Autofahrer die Reise ja auch macht, on top!). Wer in einem Einfamilienhaus lebt, lebt klimabelastender als jemand in der Etagenwohnung. Und wer Fleisch isst, macht mehr kaputt als alles andere. Was ich hier erwähnt habe, sind die BIG POINTS. Jene maßgeblichen Faktoren, auf die es ankommt und mit denen sich diese Erde retten lässt, wenn wir jetzt den Hebel umlegen. Es ist bedauerlich, dass die Grünen, die genau diese Faktoren längst als relevanteste herausgefiltert haben und in deren Wahlprogramm schlüssige und umsetzbare Vorschläge unterbringen, diesen nicht umlegen dürfen. Und warum? Weil die Akzeptanz fehlt und das Verständnis für komplexe Zusammenhänge, was das Klima angeht. Diejenigen, die den Hebel hätten umlegen können, dies im Grunde genommen mit verursacht haben, stehen nun mit offenem Mund da vor den Trümmern einer Jahrhundertkatastrophe, die in ähnlicher Form seid Jahren überall auf der Welt auftreten und daher vorhersehbar sind. Jetzt schauen sie sich das also an in RLP und NRW und denken: Also damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet! Seien wir also ehrlich: Die Schäden an dieser Welt lassen sich einer Gruppe zuordnen, den Status Quo Befürworten. Das sind die Parteien, die seit Jahrzehnten nichts für Klima- und Umweltschutz machen, GAR NICHTS! Der Klimawandel aber nimmt keine Rücksicht auf Schlamperei und die nun auftretenden Schäden lassen uns merken, dass die Kosten für Umweltschutz ein Witz sind gegen die Schäden, die uns blühen, wenn wir nichts machen. Je länger wir warten, desto radikaler müssen mit voranschreitender Zeit die Maßnahmen sein. Wenn die Grünen also radikal erscheinen, dann sei das gesagt: ES MÜSSTE WENIGER RADIKAL SEIN, WENN DIE VERANTWORTLICHEN DAS PROBLEM KLIMAWANDEL ERNST GENOMMEN HÄTTEN. Nun sind wir in der Situation, in der wir nun mal sind und müssen zusehen, dass der CO²-Ausstoß reduziert wird, und zwar jetzt. JA, JETZT GLEICH! Und an der Stelle müssen wir jetzt Tacheles reden – WER VERURSACHT HIER WAS? WER MUSS SICH MEHR EINSCHRÄNKEN UND WER WENIGER?

Peggychoucair (pixabay)

Die BIG POINTS
Werfen also einen Blick auf die Zahlen: Gemäß einer sehr einfachen Grob-Übersicht der Tageschau aus dem Jahr 2019 verteilen sich die CO²-Emmissionen deutscher Haushalte wie folgt:

  • 36% Wohnen
  • 27% Verkehr
  • 12% Ernährung
  • 13% Sonstige Produkte
  • 12% Übrige Dienstleistungen

Hierzu ist folgendes zu sagen: Die Ernährung mit Fleisch aus der Massentierhaltung hat nach o.g. Buch “Tiere Essen” von Jonathan Safran Foer einen viel höheren Anteil am CO²-Ausstoß, weil zum Beispiel jedes Stück Fleisch im Schnitt 1.200 Kilometer weit reisen muss (z.B. Transport des Futters von Südamerika zu uns), bis es bei uns auf dem Teller liegt. Er beziffert den Anteil auf bis zu 40 Prozent des weltweiten CO²-Ausstoßes, einzig und allein geschuldet unserer Lust auf Fleisch, die im Grunde genommen zu nichts nutze ist. Dieser Fakt ist von den Grünen LÄNGST ERKANNT! Während regierende Parteien also auf die Einsicht des Bürgers hoffen, von sich aus zu handeln, steigt der Fleischkonsum aus Massentierhaltung unaufhaltsam weiter. Die ehrliche Frage, die man sich an dieser Stelle wirklich aus meiner Sicht stellen MUSS, ist: Bringt es im Angesicht dieses gewaltigen Klimaproblems irgendetwas, auf Vernunft des Einzelnen zu hoffen? Es ist grotesk, dass das Mindeste, was man tun kann, nämlich NUR EINEN EINZIGEN VEGGIE DAY PRO WOCHE zu etablieren, im Angesicht von 450 Milliarden würdelosen Schlachtungen von Tieren (PRO JAHR!) auf so großen Widerstand gestoßen ist. Um das, was auf uns zukommt, zu stoppen, reicht ein Veggie Day nicht: Um das zu stoppen, muss sich nahezu vollständiger Vegetarismus im Großteil der Gesellschaft mehr oder weniger sofort etablieren!

MichaelGaida (pixabay)

Die Big-Points wurden genannt – WOHNEN, VERKEHR UND ERNÄHRUNG mit dem ganzen Rattenschwanz, der da dranhängt – und wie man sieht, ist die Salatgurke nicht dabei! Geht man nun ins Detail, beispielsweise anhand einer Studie von Tech für Future, so kann man sehen, dass zum Beispiel der Verkehr nach dem Energiesektor (zu dem Wohnen gehört) der zweitgrößte CO²-Emmitent ist (also bei uns in Deutschland). Man kann jetzt weiter ins Detail gehen. Schaut man sich dann die Splittung innerhalb Verkehr an, stellt man fest, dass der PKW dort den größten Anteil hat, nicht etwa das Flugzeug. DER SCHLIMMSTE UMWELTZERSTÖRER IST ALSO DER FLEISCHESSENDE, AUTOFAHRENDE EINFAMILIENHAUSBESITZER. Nicht die eingeschweißte Salatgurke ist das Problem, sondern das Steak. Nicht der Flug nach Peru, sondern der private PKW. Nicht die Etagenwohnung, sondern das Einfamilienhaus! Unser Handeln aber sieht so aus:

  • 3 Milliarden Autos auf der Welt, Tendenz stark ansteigend sowie Trend zu mehreren Autos pro Familie und größeren PKW (SUV). In der Folge Abbau fossiler Brennstoffe mit der Folge massivster Umweltzerstörung durch Fracking und Ölschiffen, die in unseren Meeren in Einzelteile zerbrechen und schlimmste Naturkatastrophen auslösen
  • 450Milliarden Tierschlachtungen (Fische nicht mitgezählt, da unzählbar), Tendenz stark steigend, 450 Milliarden Tierleben, unter elenden Umständen genetisch manipuliert, misshandelt, abgeschlachtet!!
  • Trend raus aus der Stadt, wenn möglich aufs Land ins Einfamilienhaus, der zugegebenermaßen schönsten, aber leider auch verschwenderischen Form des Lebens. Warum? Weil auf einer Fläche von drei Einfamilienhäuser in einer Stadt hunderte Menschen wohnen. Weil überproportional viele Flächen versiegelt werden und dafür Wälder und Wiesen für immer weichen. Folgen: Artensterben, Überhitzung und was weiß ich noch alles

All das ist erstrebenswert, geradezu richtig schön und wohl dem, der all das hat. Ich gönne das, das tue ich wirklich! Ja, man muss gönnen können! Aber man muss auch einsehen – WENN DAS JEDER SO MACHEN WÜRDE, DANN GUTE NACHT! In der kompletten Regierungszeit der letzten 16 Jahre hat sich mehr oder weniger NULL KOMMA NULL getan, um diese althergebrachte Vorstellung der richtigen Lebensweise zu ändern. Es wurde nichts getan, um den Klimawandel zu stoppen. Die Politik wollte stets dem Status-Quo-Liebenden gerecht werden, und der nahm stets dankbar an. Und wo das hinführt, kann man an der Hochwasserkatastrophe in RLP und NRW sehen, an der Hitzewelle in Kalifornien, an den Dürren in Afrika, an den Bränden von der Türkei bis nach Griechenland. Und die allermeisten Menschen ändern was an ihrem Verhalten… GAR NICHTS! An dieser Stelle einmal kurz innehalten! Es wird nicht verlangt, dass auf das Einfamilienhaus, den Erstwagen, den Zweitwagen, das Motorrad, den Steinvorgarten, das Steak, die Wurst, dass auf all das verzichtet wird. Nein, dass muss erlaubt sein. Hey, mach was immer du willst. Lass von mir aus die Karre den ganzen Tag laufen. ABER, es darf schon verlangt werden, dass jeder für sich den Schaden, den er dieser Walt antut, in all den Konsequenzen anerkennt, das ist die Grundbedingung. UND – dafür so tief in die eigene Tasche greift, dass der Schaden kompensiert werden kann, und zwar ganz. Nicht en bisschen, sondern der ganze, fucking shit, der da angerichtet wird! Genau das sieht das Wahlprogramm der Grünen vor, und es ist richtig und gerecht für alle, VOR ALLEM für jene, die das ganze Leben noch vor sich haben. Und wer das jetzt als drastischen Eingriff in die eigene Lebensweise empfindet, der sei an dieser Stelle auf die junge Generation hingewiesen, die sich schon jetzt immens einschränkt, und zwar aus freien Stücken zum Wohle unserer Welt, und sich nicht darüber beschwert!

babylass (pixabay)

Die grüne Generation
Werfen wir einen Blick auf die Genration von heute bzw. morgen.

  • Ernährung: Mindestens Vegetarier, oft vegan, Tendenz eher vegan.
  • Wohnform: In der Stadt, aus Überzeugung. Übereinandergestapelt in Etagenwohnungen. Beste Wohnform! Warum? Viele Menschen wohnen auf kleiner Fläche, die untere Wohnung erwärmt automatisch die darüber liegende. Maximaler Benefit für die Natur, da wenig Flächenversiegelung. Kein Swimmingpool im Garten – Schwimmbad. Auch kein Trampolin – Spielplatz.
  • Mobilität: Kein eigenes Auto – Fahrrad. Carsharing, falls man doch einmal eines braucht. Innerhalb Deutschland: Zug
  • Einziges Laster: Häufiges Fliegen, da weltoffen. Auf dieser einen Schwachstelle hacken alle rum, obwohl deren Umweltbilanz durch Ernährung, Wohnen und dem Fahrrad als primäres Fortbewegungsmittel um Längen, gar Galaxien besser ist. Und wer das nicht glaubt, kann das gerne mal mit einem CO²-Rechner prüfen

Wenn sich nun also der Status-Quo-Lebende eingeschränkt fühlt, dann sollte dieser bitte die Einschränkungen, welche die junge Genration jetzt schon auf sich nimmt, mit in die Waagschale werfen. Was ich damit meine ist: Man kann die Lebensführung junger Erwachsener prinzipiell als Einschränkung verstehen, was fair wäre, aber nicht gemacht wird. Vielmehr wird dieser Generation vorgeworfen, aggressiv, radikal bevormundend, verblendet zu sein? Und da kann man schon mal frech erwidern: SAGT MAL, GEHT’S NOCH? Und überhaupt, wer ist hier radikal? Ist Umweltzerstörung etwa nicht radikal? Ist Massentierhaltung nicht radikal? Ist das Stück Fleisch auf dem Grill nicht radikal? Ist dieser Dreck aus dem Auspuff, den andere einatmen müssen, etwa nicht radikal? Haben diejenigen, die die Welt schützen wollen, nicht das Recht, jede zur Rede zu stellen, die so leben, als gäbe es kein Morgen?

Die Konfrontation
Das ist die also Konfrontation, die wir haben, die wir politisch erleben, und deswegen ist das im Herbst eine Schicksalswahl, nichts Geringeres als das. Wenn es für unsere Kinder morgen noch eine lebenswerte Welt geben soll, dann brauchen wir sofort einen radikalen TURN AROUND! Das aber verstehen viel nicht bzw. ihr Verhalten macht dies in keinster Weise deutlich. Ich verbildliche das mal kurz: Wenn ein SUV-Fahrer denkt, er habe das Recht, 200 Meter zur Bäckerei zu fahren und die Karre laufen zu lassen, während er Brötchen kaufen geht, dann stimme ich dem nicht zu. Ich habe etwas dagegen. Weil die Luft, die er verpestet, das CO², das er ausstößt, auch mein Problem ist. Andere müssen für sein Verhalten, für den Schaden, den er anrichtet, gerade stehen. Gleicher Mann sieht sich vielleicht abends die Tagesthemen an sagt “Grenzen dicht machen”, wenn Flüchtlinge ins Land hineinströmen, weil sie vor Dürren, vor Hunger flüchten. Ein Umstand, den er selbst zu einem gewissen Anteil durch seinen SUV, durch seinen Webergrill, durch seine gesamte Lebensweise mit ausgelöst hat, mitverantwortlich ist. Da sind wir wieder beim Status Quo, bei diesem heuchlerischen “früher war alles besser”. Natürlich ist das kompliziert durch diesen ganzen Rattenschwanz von Abhängigkeiten, den ein SUV-Fahrer jedoch nicht verstehen wird. Diskutieren? Sorry, bringt in so einem Fall auch gar nichts. Ich schildere das gerne auch mal anhand persönlicher Begegnungen. Eine Arbeitskollegin in ihren Anfang-Sechzigern fragte mich einmal, ob ich es eigentlich gut fände, mein Kind im Fahrradanhänger den Abgasen der Stadt auszusetzen. Ich war fassungslos von deren Sichtweise! Wie sähe denn ihre Lösung aus? Während ich mir eine Stadt autofrei vorstelle, stellt sie sich vor, dass die Radfahrer auch Autofahren sollen, noch mehr Staus und Dreck verursachen, oder was? Mit einem anderen Arbeitskollegen gleichen Alters wie die Kollegin sprach ich einmal über die Abgase, die ich auf dem Weg zur Arbeit jeden Tag einatmen müsse. Selbst Schuld sei ich, entgegnete dieser, wenn ich so verrückt sei, mit dem Fahrrad in Berlin herum zu fahren. Gesagt habe ich nichts, gedacht habe ich: “FUCK YOU!” Neulich an einem See in Brandenburg mit Freunden und vielen Kindern im Schlepptau, saßen einige von Ihnen auf dem Zufahrtsweg zum Strand auf Pollern. Ein riesiger Benz kam herangefahren und fuhr so dicht an den Kindern vorbei, dass zwischen Füßchen und Reifen nur noch wenige Zentimeter Platz war, obwohl der Weg an sich breit genug war. Der Mann stieg aus und ich wies ihn freundlich, aber bestimmt darauf hin. Er zuckte nur mit den Schultern und entgegnete, Kinder hätten auf dem Zufahrtsweg nicht verloren (alle Strandbesucher liefen zu Fuß auf dem Zufahrtweg hinunter zum Strand, alle!). Und selbst wenn hier tatsächlich ein Regelbruch vorgelegen hätte, so fährt man nicht so nah an Kindern vorbei in einem so großen Auto! Seine Frau, ebenfalls uneinsichtig, winkte ab und entgegnete zu ihrem Mann: „Komm, das sind junge Grüne!“ In all diesen hier beschriebenen Fällen wäre jegliche Diskussion sinnlos gewesen. Meine Gegenüber in all diesen Fällen waren Angehörige einer Generation, die ihren Wohlstand in den meisten Fällen von einer fleißigen Vorgeneration geerbt haben. Menschen, die mehr Rente erhalten als jüngere Generationen Gehalt. Eine Wohlstandsgeneration, die aus blanker Verwöhntheit nicht weiß, was ressourcen-schonendes Verhalten ist. Eine Generation, in deren Epoche die Massentierhaltung, die Einwegbecher und die Strohhalme entstanden sind, die unsere Welt verseuchen. Genau diese Unbelehrbarkeit, dieses Wegducken vor der Realität ist das Problem. CDU und andere Parteien setzen nicht auf Verbote, sondern auf Bildung und die Hoffnung, dass Menschen das Gute schon von ganz alleine machen. Klingt ja nett, das ist aber nicht so! Das war in den letzten 50 Jahren nicht so, nicht in den letzten 10 und ist es heute nun mal auch nicht. Wenn es so wäre, dann gäbe es keine SUV da draußen, es gäbe auch kein Hähnchen für 1.99 im Supermarkt. Der o.g. SUV-Fahrer wird sein Auto das nächste Mal wieder laufen lassen, und das übernächste Mal auch, das weißt du, lieber Leser, genauso gut wie ich. Genauso wie der Fleischesser sein Steak brutzeln wird, und zwar ganz egal der Tatsache gegenüber, dass Fleischkonsum knappe 40% des weltweiten CO²-Ausstoßes ausmacht. Ich finde ja generell dieses Pushen zur Eigenhandlung gut, aber hey, wir haben keine 500 Jahre lang Zeit, bis der letzte Depp verstanden hat, was Sache ist. Und genau deswegen kommen wir mit dieser Drückeberger-Manier nicht weiter, die ohnehin von einer Partei propagiert wird, deren Wählerschaft nun mal eben die Drückeberger sind. Die Status Quo Partei versucht also ihr Überleben zu sichern, indem sie den Status Quo lebenden Menschen, die den Planeten für alle zugrunde richten, gerecht werden will. OHNE MICH! Und da eben ganz klar ist, dass Menschen nicht von alleine das Richtige tun, sondern einzig und allein unter Druck, müssen diese mit der einzigen Sprache konfrontiert werden, die sie verstehen – Geld! Lassen wir die Verbote einfach sein und regeln die Sache mit Geld, fertig. Es ist absolut richtig, dass jener Teil unserer Bevölkerung, der massiv über die Stränge schlägt, zur Kasse gebeten wird. Zwei Autos? Ist okay, kannst du haben, aber dann zahle! Steak auf dem Grill? Okay, aber dann zahle! Einfamilienhaus? Okay, aber dann zahle! Begleiche den Schaden, den du damit anrichtest! Ich empfinde das als fair, äußerst fair sogar.

Die Lösung
Das stete Argument etablierten Regierungsparteien gegen die Grünen ist immer jenes der Kosten. Wie soll das alles bezahlt werden? Dem kann man einmal kurz entgegen halten, was alleine der Wiederaufbau einer Handvoll Dörfer in NRW und RLP kosten wird. Unfassbare 30 Milliarden! Und das ist erst der klitzekleine Anfang von dem, was uns blüht, wenn wir nicht jetzt sofort handeln. Weißt du: Ich möchte, dass mein Kind den Regenwald, die Meere bestaunen, diese Welt genießen kann, wie jeder andere auch. Ich, wir haben ein Recht darauf, denn die Welt gehört auch uns! Ein „weiter so gibt“ es für mich nicht, weil es ansonsten kein Morgen mehr geben wird. Und ich bin auch nicht bereit, für die Zerstörung anderer gerade zu stehen, deren Schaden zu bezahlen. Die Grünen haben aus meiner Sicht klar Stellung bezogen, was den PKW, was Massentierhaltung und Fleischkonsum und ja, auch was die Wohnform angeht. Ich möchte nicht vorwurfsvoll klingen, denn natürlich bin auch ich nicht perfekt, auch ich reise, auch ich wohne, auch ich stoße CO² aus, ganz klar. Aber ich möchte eben, dass jeder für seinen SHIT aufkommt, mit Geld! Wenn wir alle die gleiche Rechte haben, was gewiss jeder so sieht, dann darf jener Teil der Menschen, der sich nicht einschränkt, nicht erwarten, dass das der andere Teil der Menschen macht. NOT FAIR! Hey, ich gönne jedem sein Einfamilienhaus und Webergrill, aber es schadet dieser Welt, und dieser Schaden muss ausgeglichen werden. Wer verbraucht, zahlt, egal für was. Ich wiederhole noch einmal: Wir alle wollen doch den Erhalt dieser Welt, oder? Für uns, für unsere Kinder und die Kinder unserer Kinder? Wenn wir das wollen, dann brauchen wir einen radikalen, einen extremen Wandel. Und dieser Wandel gibt es nicht zum Freischein, und er ist einzig und allein mit den Grünen möglich. Den Grünen wird oft vorgeworfen, außer Umweltschutz keine Themen zu haben, die Wirtschaft zu ignorieren und von der Welt keine Ahnung zu haben. Wenn man jedoch die alarmierenden Worte o.g. Personen zur Kenntnis nimmt, dann wird klar, dass eben Umweltschutz und alle damit verbundenen Themen (Klima, CO²-Ausstoß, Artensterben, Massentierhaltung, usw.) DAS ZENTRALE THEMA sind und wirklich ALLES ANDERE dem unterzuordnen ist. Warum? Weil wir uns über nichts mehr unterhalten brauchen, wenn die Welt durch eine bevorstehende, durch Erderwärmung in Kraft gesetzte, unumkehrbare Kettenreaktion dem Untergang geweiht ist – nicht mehr über Arbeitsplätze, nicht mehr über Wirtschaftswachstum, ÜBER GAR NICHTS MEHR! Und deshalb braucht es einen Bruch, und zwar jetzt, und dieser Bruch ist nur mit den Grünen möglich, nicht mit dem Status Quo! Und weil man das insgeheim weiß oder ahnt, schlägt man um sich. Die Aggression, mit der die Grünen derzeit konfrontiert sind, spricht für sich: Plagiatsvorwürfe, Lebenslauf-Fälschung oder mangelnde Regierungserfahrung sind absolute NONSENSE-VORWÜRFE, völlige Nichtigkeiten und versinnbildlichen die Angst vor Machtverlust. Zum Vergleich: Sebastian kurz ist Mitte dreißig, Emanuel Macron knapp über vierzig, wie kann man dann einer Frau in ihren Vierzigern vorwerfen, nicht genug Erfahrung zu haben, einem Macron aber nicht. Was soll dieser Schwachsinn? Ich glaube nicht, dass es die Grünen machen, sondern die CDU, so wird das laufen. Was ich aber extrem schade fände wäre, wenn die Grünen überhaupt nicht mitregieren. Das ist meine größte Angst. Die allergrößte Angst aber, die ich habe, ist jener Moment, in dem mein Kind eines Tages zu mir kommen und mich fragen wird, was zur Hölle wir uns damals gedacht haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.