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Billy Yang: ZACH – ein fantastisches Portrait über den Ultralauf-Star Zach Miller

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Trail Running

Billy Yang: ZACH – ein fantastisches Portrait über den Ultralauf-Star Zach Miller
Im Jahr 2013 taucht beim 50-Meilen-Ultramarathon JFK aus dem Nirgendwo dieser junge Mann auf und zieht mit Rob Krar gleich, einer Legende unter den Ultraläufern. Jeder denkt, er würde ein paar Kilometer mithalten und dann einbrechen, das aber passiert nicht. Zach Miller gewinnt und die Ultralaufszene hält einen Moment inne und fragt sich, WHAT THE FUCK da gerade passiert ist. Seitdem nahm Miller an vielen Ultramarathons teil und gewann so einige davon, darunter den North Face 50 oder den Madeira Island Ultra Trail. Im Jahr 2016 und 2017, Miller gehört da schon zum Nike Trail Elite Running Team, finishte er das Rennen aller Rennen, den UTMB, jeweils unter den TOP 10 im Wettkampf gegen die absolute Weltelite, darunter Typen wie Kilian Jornet, ein Läufer, der im Jahr gerne mal 600.000 Höhenmeter zurücklegt und wenn er Lust hat auch mal drei Tage durchläuft. Nur, um eine Idee zu haben, welcher Typus Mensch sich an der Startlinie des UTMB versammelt. In dieser Elite hält sich Miller nun seit einer Dekade und ist vielleicht nicht der beste unter ihnen, sicherlich aber einer der beliebtesten. Woran liegt das? Nun, an Miller ist so gut wie alles denkbar ungewöhnlich.

„I like to get to the point where it’s hard, and then, pushing harder!“

Film-Trailer

Miller wächst in Kenja als Sohn von Missionaren auf, Der Glaube spielt bis heute in seinem Leben eine große Rolle. Im Film kann man ihn sehen, wie er mit seiner Schwester ein Tischgebet spricht. Vielleicht entspringt daraus auch sein Antrieb, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Er lässt keinen Moment aus, mit Kindern zu plaudern, deren Autogrammkarten zu signieren und Menschen bei Reden zu motivieren, wobei er auch ganz offen mit Niederlagen umgeht. In jungen Jahren arbeitet er auf einem Kreuzfahrtschiff und obwohl man denken würde, dass sich unter solchen Umständen kein Ultraläufer entwickeln lässt, macht er genau das. Er läuft im Schiff die Treppen hoch und runter, bringt das das Laufband zum Glühen, und während der Landgänge bricht er auf zu mehrstündigen Läufen, bis das Schiff wieder ablegt. Dann wird er Caretaker auf Barr Camp, einer abgelegenen Hütte auf einem Berg in Colerado. Dort lebt er in Bescheidenheit und verbringt seine Zeit damit, Holz zu hacken, in Not geratene Wanderer zu retten und nicht enden wollende Trail-Läufe in schwerstem Terrain. Stets dabei, seine 5 Dollar Casio Uhr, eine Pulsuhr hat er keine. Und so macht er sich fit für den UTMB, das Rennen der Rennen, das Rennen der Verrückten.

Im Film sieht man ihn dann an der Startlinie stehen beim UTMB, neben Pau Capell, Kilian Jornet und Jim Walmsley, Bilderbuchathleten wie aus Marmor gemeiselt. Menschen, die ihr Training mit einer Armada von Experten um sie herum perfektioniert haben. Und daneben dann der etwas kleinwüchsige Miller, der holhackende, sympathische, Cappy-tragende Drauflosläufer, der Rennen intuitiv angeht, oft scheitert, aber auch strahlend gewinnt. „I like to get to the point where it’s hard, and then, pushing harder!“ sagt er an einer Stelle des Films, und das finde ich so charakterisierend für ihn. Sein nicht optimaler Körperbau, die widrigen Umstände, unter denen er sich zum Ultraläufer trotz aller Schwierigkeiten formt, er kompensiert sie mit harter, härtester Arbeit. Wenn man ihn laufen sieht, grunzend, hechelnd, am Ende der Kräfte, und dennoch nicht einbricht, immer weiter macht, da überkommt einen beim Zuschauen Gänsehaut, man könnte fast losheulen. Genau das, dieser Spirit ist es, den mich, den Billy Yang, den alle faszinieren, die ihn laufen sehen. Vielen Dank für diesen tollen Film!

Und weil es so schön ist, hier der komplette Film für euch

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