The Game Changers: Ein toller Dokumentarfilm über vegane Topathleten

Allgemeine Hinweise:
* Das Titelbild zeigt Patrik Baboumian und ist gemäß den Wikimedia Commons Lizenzbedingungen frei nutzbar. 
* Am Ende des Artikels findet ihr einen Youtube-Link, wo ihr euch den Film kostenlos mit deutschen Untertiteln ansehen könnt!

The Game Changers
Dieser US-Dokumentarfilm dreht sich um die Geschichte vom James Wilks, einem Profi-Kampfsportler und Ausbilder für Elitesoldaten. Während einer langen Verletzungszeit beschäftigt er sich verstärkt mit dem Thema Ernährung im Leistungssport und eine besondere Entdeckung beginnt, sein ganzes Leben umzukrempeln. Nämlich jene, dass die Topathleten der Antike – die Gladiatoren – Untersuchungen zufolge nachweislich Vegetarier waren. James Wilks begibt sich auf eine Reise und spricht in diesem Zuge mit vielen zeitgenössischen, vegan oder vegetarisch lebenden Ausnahmeathleten, – Scott Jurek, Bryant Jennings, Patrik Baboumian, Dotsie Bausch und vielen anderen – allesamt an der Weltspitze ihres Sports. Was diese über den Einfluss der Ernährung an deren Erfolg zu sagen haben, ist wirklich bahnbrechend und für jedermann höchstinteressant. Es sind aber nicht nur Sportler, die zu Wort kommen, sondern auch Ärzte, Wissenschaftler, Historiker, Umweltschützer und viele andere, um den Versuch zu unternehmen, folgende Generalaussage wissenschaftlich fundiert zu festigen: Eine pflanzliche Ernährung beeinflusst maßgeblich unsere Gesundheit zum Positiven und macht uns immens leistungsfähiger.

„Die Leute fragen mich manchmal, wie ich mit einer pflanzlichen Ernährung so stark wie ein Ochse sein kann. Dann frage ich zurück: Hast du jemals einen Ochsen gesehen, der Fleisch isst?“ (Patrik Baboumian)

Biochemische Prozesse verstehen
Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit wird vor allem ein Zusammenhang ganz präzise erläutert und es ist sehr wichtig, diesen genau zu verstehen. Ich versuche das mal. Sportliche Leistungsfähigkeit besteht aus einer Balance zwischen Belastung und Erholung. In der Regeneration, das weiß man als Sportler, vollzieht sich die Anpassung an ein höheres Niveau. Wer – ich spreche jetzt vom Spitzensport – schneller regeneriert, ist der bessere Athlet, weil er durch die schnellere Regeneration mehr und härter trainieren kann. Unsere Ernährung – ob nun mit tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln, beeinflusst diesen entscheidenden Regenerationsprozess immens. Fleisch und tierische Produkte aller Art (auch weißes Fleisch und Fisch) enthalten eine riesige Menge sogenannter Entzündungsmoleküle. Die Entzündungsbakterien in unserem Darm nehmen nach einer fleischhaltigen Mahlzeit sofort rapide zu, was sich dann auch in unserem Blut abbildet bzw. unseren Arterien. Im Film wird das wunderbar anhand folgendem Beispiel dargestellt. Drei Profifootballer werden untersucht. Einer davon ist vegan, die anderen beiden nicht. Ein Arzt nimmt diesen Blut ab und gibt die Proben in eine Zentrifuge, so dass die Blut-Bestandteile sichtbar voneinander getrennt werden. Bei den beiden Fleischessern lagert sich oben eine trübe Fettschicht ab, bei dem Veganer ist die Flüssigkeit über dem Blut völlig transparent. Alle drei Sportler werden nun angewiesen, einen Tag rein pflanzlich zu essen, und der Fettfilm im Blut verschwindet sofort bei allen drei Sportlern. Und genau das ist der verbildliche Zusammenhang zwischen Ernährung und Entzündungswerte. Die Arterien werden nach dem Verzehr EINES EINZIGEN BURGERS durch Entzündungen verengt und der Blutfluss dadurch gemindert. Die Folge sind z.B. Muskelkater, was folglich zur entscheidenden Verzögerung im Regenerationsprozess führt und dem Veganer bzw. Vegetarier einen Vorteil verschafft. Bei vielen Veganern nämlich tendieren die Entzündungswerte gegen Null. Bei der pflanzlichen Ernährung nämlich sind die Proteine, im Gegensatz zu tierischen Proteinen, in Antioxidantien verpackt. Diese rufen keine Entzündungen hervor, sondern lindern diese. Die Arterien werden nicht verengt, sondern werden frei im vollen Durchmesser von Blut durchströmt. Die Pumparbeit des Herzens ist ökonomischer und die Versorgung der Muskeln mit Glykogen funktioniert reibungslos. In Antioxidantien verpackte Proteine wiederum kommen fast ausschließlich in Pflanzen vor. Ein Eisbergsalat, so wird im Film exemplarisch aufgeführt, hat über sechzig Mal mehr Antioxidantien als Lachs oder Eier. Steigt man nun auf eine pflanzliche Ernährung um, dann sinken die Entzündungswerte in drei Wochen um satte 30 Prozent ab.

“Die Fleischindustrie ist die größte Gefahr für die Zukunft der Menschheit.”

Die Herkunft des Proteins spielt keine Rolle
Unter anderem Arnold Schwarzenegger erklärt, dass die Darstellung tierischer Proteine als die besseren Proteine über Jahrzehnte hinweg nichts anderes war als Marketing der Fleischindustrie. Der Stand der Wissenschaft heute aber ist anders, nämlich insofern, dass es keine Rolle spielt, ob die Proteine aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen. Diese These ist radikal, denn sie bricht mit einer über hundert Jahre gefestigten Meinung, dass Kraft und Stärke mit dem Essen von Fleisch zusammenhängt. Kein Beispiel ist dafür besser geeignet als der Veganer Patrik Baboumian, der neben vielen anderen Titeln im Jahr 2011 stärkster Mann Deutschlands war. Der Mann ist nicht anderes als eine Maschine mit unvorstellbarer Kraft. Aufgeräumt wird gleichermaßen mit der verbreiteten Meinung, Fisch oder weißes Fleisch sei gesünder als rotes. Dass sei schlicht nicht richtig, weil tierisches Protein egal welcher Herkunft – ob in Milch, Fisch, weißem oder roten Fleisch – die unterwünschten Entzündungsprozesse verursacht, welche letztlich die Arterien verengen. Und es geht noch weiter: Fleisch wird unter anderem verzehrt der Meinung wegen, es enthalte bestimmte Vitamine, zum Beispiel das lebensnotwendige Vitamin B12, das in Pflanzen eben nicht vorkommt. Auch das wird widerlegt. Fleisch als solches sei nicht die Herkunft von Vitaminen jedweder Art, auch nicht von Vitamin B12, sondern lediglich Mittelsmann. In anderen Worten: Fleisch enthält nur deshalb Vitamine, weil Tiere diese zuvor pflanzlich aufgenommen haben. Wir erhielten Vitamin B12 nicht deshalb, weil wir Fleisch essen würden, sondern weil das Schwein oder das Rind das Vitamin zuvor über das Futtermittel zugeführt bekam.

Fleisch schadet der Gesundheit immens
Fleischkonsum erhöht das Risiko auf einen frühzeitigen Tod um 75 Prozent, das Risiko auf eine Krebserkrankung gar um 500 Prozent. Ausnahmslos ALLE TIERPRODUKTE erhöhen das Risiko auf Herzerkrankungen. Beispiel Hämeisen, also zweiwertiges Eisen, das fast ausschließlich in rotem Fleisch enthalten ist. Nur ein Milligramm pro Tag erhöht das Risiko auf eine Herzerkrankung um 27 Prozent, und ein einziger Burger enthält bereits 2 bis 3 Milligramm. Eine pflanzliche Ernährung reduziert hingegen das Risiko auf Herzerkrankungen um 55 Prozent. Fleisch hat zudem negative Auswirkungen, die vielleicht nicht lebensbedrohlich sind, aber dennoch zumindest sehr bedenklich. Galt Fleisch jahrzehntelang als Essen für echte Kerle, ist in Wahrheit das Gegenteil der Fall. Eine pflanzliche Ernährung führt innerhalb kurzer Zeit zu deutlich messbarer Potenz bei Männern. Die Aussage des Film reicht aber noch weiter. Der Fleischkonsum wird mit nichts Geringerem als Rauchen verglichen. Wie beim Rauchen, so werden die drastischen Konsequenzen des Fleischessens wie z.B. das hohe Krebsrisiko systematisch verschwiegen.

Der Blick auf die Evolution
Wissenschaftler können bzw. versuchen zu belegen, dass der Mensch evolutionär entgegen einer weit verbreiteten Meinung vorwiegend kein Fleisch-, sondern Pflanzenfresser war. Eine interessante, spannende These wie ich finde. Beispielsweise sei der lange Darmtrakt ein exemplarisches Merkmal eines typischen Pflanzenfressers und perfektioniert für die Verdauung von Pflanzenfasern. Ein weiteres Indiz sei die Tatsache, dass der Mensch kein Vitamin C körpereigen herstellen, sondern nur durch Früchte zuführen könne. Auch das für den Menschen sichtbare Farbspektrum sei dafür gemacht, Früchte und Pflanzen farblich unterscheiden zu können. Eine Fähigkeit, die für einen Fleischfresser unwichtig sei. Es gibt weitere Indizien. Das Gehirn benötige hauptsächlich Glukose aus Kohlenhydraten als Energielieferant, was in Fleisch nicht vorkomme. Und auch die Zähne seien von der Form her nicht die typischen Scherenzähne eines Fleischfressers, sondern stumpf gestaltet und damit perfektioniert für das Zerkauen von Pflanzen. Die Eckzähne seien kein Indiz für Fleisch. Genannt sind hier Gorillas, die ihre spitzen Eckzähne für den Revierkampf nutzen. Dass man bei Ausgrabungen hauptsächlich für Fleisch geeignete Werkzeuge fände sei logisch, da sich Pflanzenreste in der Erde eben nicht konservieren lassen und deshalb auch nicht gefunden werden. Analysiere man aber auf mikroskopische Ebene, findet man Indizien für die pflanzliche Ernährung sehr wohl. Der Mensch sei, so die Generalaussage, genetisch wie physiologisch NICHT für Fleisch gemacht.

Die ökologische Seite
Mit dem Blick auf die Metaebene vollendet der Film dann den Rundumschlag. Die Fleischindustrie ist der GRÖSSTE FEIND FÜR DEN FORTBESTAND UNSERER WELT. Diese nehme mehr und mehr Platz ein, so dass schon heute ¾ aller Agrarflächen für die Viehzucht genutzt werde, mit geradezu irrwitzigen Kosten für die Menschheit. Ein nie dagewesenes Artensterben, eine Entwaldung für Tierfutter im apokalyptischen Maßstab seinen nur die vordergründigen, direkt sichtbaren Folgen. Die Fleischindustrie verbrauche so große Wassermengen – 2.400 Liter Frischwasser für einen einzigen Burger – dass nur aus diesem Grund 25 Prozent aller Flüsse auf der ganzen Welt das Meer nicht mehr erreichen, sondern schon vorher austrocknen. Ein Viertel allen Wassers kommt Nutztieren zugute, während Menschen verdursten. Sie verbrauchen nicht nur das meiste Wasser, sondern verursachen auch den meisten Müll, nämlich allein in den USA mehr als 50 Mal so viel wie alle Einwohner, was logischerweise eine Wasserverschmutzung unvorstellbaren Ausmaßes mit sich bringt. Man muss nur einmal die folgenden Zahlen versuchen zu verdauen: 70 MILLIARDEN NUTZTIERE WERDEN JEDES JAHR GETÖTET UND GEGESSEN, auf drei Viertel ALLER Agrarflächen. Die nehmen dabei sechs Mal mehr pflanzlich Proteine zu sich, als sie in Form von Fleisch an uns liefern, und tragen, so die Aussage des Films) zu geschätzt 15 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes bei, mehr als der komplette Verkehr weltweit. Würde sich die Welt pflanzlich ernähren, würde ein Fläche in der Größe Afrikas sofort frei werden, in der wir z.B. geschützte Reservate für Wildtiere schaffen könnten.

Video: The Game Changers mit Deutschen Untertiteln auf Youtube

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