Laufen, Sport

Barfußlaufen trifft Innovation – Der BROOKS PureFlow

BROOKS PureFlow 7

Ich ergänze mein Training stets mit Barfußlaufeinheiten, bei denen ich mit meinen selbst gebastelten und von den Tarahumara inspirierten Huaraches unterwegs bin. Umgekehrt verhält es sich ähnlich. Ich möchte stilmäßig auch in Laufschuhen möglichst dem Gefühl des Barfußlaufens nahekommen. Das hat viele und komplexe Gründe. Einer der wichtigsten für mich ist der folgende: Ich habe mich über einen längeren Zeitraum von einem Fersen- zum Vorfußläufer entwickelt und bin dadurch zu einem schnelleren und verletzungsfreien Läufer geworden. Das ist zu großen Teilen der schlichten Tatsache zu verdanken, dass ich auf dem Vorfuß laufe, genauso wie ich es (und jeder andere auch) intuitiv barfuß bei schnellem Gang mache. Nachdem ich ein knappes Jahr und weit über tausend Kilometer in den BROOKS PureFlow 7 unterwegs bin, kann ich guten Gewissens sagen, dass dieser Schuh ein hervorragender Übersetzer des Barfußlaufens in Laufschuhtechnologie ist.

Key-Facts

  • Typ: Neutralschuh
  • Gewicht: Leichter Lauf¬schuh (ca. 250 Gramm)
  • Sprengung: Sehr gerin¬g (4 mm)
  • Einsatz: Straße (ich selbst laufe überall damit)
  • Sohle: Sehr flexibel in viele kleine Segmente unterteilt. Sprich, der Boden unter den Füßen lässt sich spüren
  • Material: Gewebtes Strech-Upper, das einer Socke ähnelt und ein fast uneingeschränktes Fußgewühl erzeugt
  • Läufertyp: In erster Linie für erfahrene Vor- und Mittelfußläufer, aber durchaus auch für „Barfuß-Neulinge“, die nicht gleich auf eine 0er Sprengung gehen wollen
BROOKS PureFlow 7
Der PureFlow ist eine Rennmaschine. Der Auftritt erfolgt intuitiv auf dem Vorfuß

Geringe Sprengung
Dass natürliche Laufgefühl wird vermittelt durch die Sprengung von nur 4mm. Für jene, die mit dem Begriff (noch) nichts anfangen können – Sprengung ist der Höhenunterschied von Ferse bis Zehenbox. Bei 4mm handelt es sich um eine sehr geringe Sprengung, die sich hart an der Grenze zum Barfußschuh bewegt, bzw. ist der Schuh sogar als solcher konzipiert. Durch die Sprengung wird das Abrollverhalten beeinflusst, in diesem Fall hin zum natürlichen Auftritt, nämlich jenem mit dem Vorfuß und Abrollen nach hinten. Dadurch entsteht ein Fühlen des Bodens, ein direktes Feedback von diesem und eine direkte Kraftübertragung. Die Bandbreite der Sprengung reicht von 0mm (Barfuß, Huaraches, Five Fingers, Merell oder ähnliches) bis hin zu 15 Millimeter. Viele hoch beworbene Schuhe gehören letzterer Kategorie an und sind sehr beliebt, wie beispielsweise ein sogenannter „KAJANO“. Für mich sind diese Art Schuhe keine Laufschuhe, sondern Särge für die Füße! Mehr sage ich hier nicht dazu und wer mehr wissen möchte, dem biete ich untenstehend einige Artikel von mir an, die sich näher mit der Materie befassen.

BROOKS PureFlow 7
Ich trage den BROOKS auf allen Distanzen, über den Marathon bis zum Ultra. Ein langsames Herantasten an die niedrige Sprengung ist jedoch wichtig

Ganz nah am Barfußlaufen
Hier gesagt werden muss aber, dass man sich als eher untrainierter Läufer oder Fersenläufer an eine geringe Sprengung wie bei dem BROOKS PureFlow 7 langsam gewöhnen sollte. Man bekommt nämlich durchaus schnell Muskelkater in Partien, von denen man vorher nicht wusste, dass es sie gibt. So wird beispielsweise die Achillessehe bzw. Wadenmuskulatur stark beansprucht, was beim Fersenlauf nicht der Fall ist. Das natürliche Laufgefühl in dem BROOKS wird durch weitere Faktoren noch verstärkt. Zum einen durch sein geringes Gewicht und weiche Eigenschaften, zum anderen durch die flexible Sohle. Diese ist in viele Segmente geteilt, was ihn extrem biegbar und das Spüren des Untergrundes noch erlebbarer macht. Die Fußmuskulatur wird auf diese Weise wesentlich mehr gefordert als in starren, herkömmlichen Laufschuhen. Aus meiner Sicht ist man hier wirklich ganz nah an das Barfußlaufen herangekommen und all diese Facetten sind im Übrigen das, was BROOKS mit dem Begriff oder der Kategorie „CONNECT“ meint. Mit diesem Schuh unterwegs, so ergeht es mir, findet des Bodenkontakt vom ersten Schritt an intuitiv auf dem Vorfuß statt und ich tendiere zum schnellen Laufen, weswegen ich den Schuh auch bei Wettkämpfen trage.

Huaraches
Meine Trainingseinheiten ergänze ich mit von der Tarahumara inspirierten Huaraches. Umgekehrt möchte ich, dass sich der Laufschuh, den ich trage, dem Barfußlaufen annähert, und das ist der Fall beim PureFlow

Dämpfung und Komfort
Nun könnte man sagen: Dann lauf doch gleich barfuß! So ist es aber nicht und ich halte es hier wie Scott Jurek: Warum sich nicht der Technologie zu Nutze machen! So werden die Barfußeigenschaften des Schuhs mit dynamischen Dämpfungseigenschaften raffiniert kombiniert. Beim Bergablaufen erfolgt der Auftritt logischerweise mit der Ferse und genau hier wird die Dämpfung spürbar: Sie absorbiert die kinetische Energie und verleiht Geschwindigkeit, ohne das Bodengefühl zu verlieren. Genügend Absorption ist stets gegeben, auf der Straße wie im Wald. Dazu kommt der hohe Tragekomfort des BROOKS. Er ist sehr leicht und fühlt sich durch die nahtlose Verarbeitung, das Stretch-Material und enge Passform fast an wie eine Socke, weich und angenehm. Für lange Einheiten hat man es nicht versäumt, die Fersenkappe und Zunge zu polstern, so dass keine Druckstellen entstehen.

Schlusswort
Der PureFlow 7 ist für mich ein Schuh, der den Namen Barfußlaufschuh tatsächlich verdienen würde und im Stande ist, das Gefühl des Barfußlaufens der breiten Läuferschaft zu vermitteln, ohne auf Komfort zu verzichten. Weiterhin ist er bestens geeignet, den Laufstil zu verbessern, was intuitiv passiert, und die Waden- und Fußmuskulatur entscheidend zu stärken. Durch den Vorfußauftritt, der ebenfalls fast intuitiv erfolgt, eignet er sich gleichermaßen für Wettkämpfe über alle Distanzen. Für Vorfußanfänger gilt – gaaaanz langsam das Pensum hochschrauben, um die eingeschlafenen Muskeln nicht zu überfordern.

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