EIN AUTO WENIGER

Ich habe noch nie ein Auto besessen. Vielleicht ist das so, weil ich seit meinem 20. Lebensjahr in Großstädten wohne. Dennoch würde ich mit aller Kraft versuchen, auch auf dem Land auf ein Auto zu verzichten. Viele denken, dass ein einzelner Mensch nichts tun kann. Nun – ich fahre jedes Jahr allein 3.000 km zur Arbeit und zurück mit dem Rad, das sind 1 Tonne CO2 oder 80 Bäume. Hochgerechnet auf 20 Jahre sind das 60.000 km, 20 Tonnen CO2 und 1600 Bäume. Und das entspricht 2 ha Wald! Wenn du im Wald spazieren gehst, sind das mehr Bäume, als du mit dem Auge sehen kannst. Hier ist der Beweis dass einzelne Entscheidungen zählen, jede einzelne!

Für mich ist der Verzicht auf ein Fahrrad in keinster Weise eine Einschränkung, sondern ein echter Benefit! In Deutschland sind zwei Drittel aller Männer und die Hälfte aller Frauen übergewichtig. Warum? Weil sie sich unter anderem nicht bewegen! Ich gehöre zu den fittesten 1 % meiner Altersklasse. Mein Lungenvolumen ist um ein Drittel größer als jenes eines Gleichaltrigen und wenn ich möchte, kann ich stundenlang laufen, oder fahren. Ich sage das nicht aus Angeberei, sondern weil es ein Fakt ist! Das Gefühl, gesund, fit und vital durchs Leben zu gehen, ist ein großartiges! Und die allermeisten Menschen in diesem Land haben von diesem Gefühl keinen blassen Schimmer! Das ist unfassbar schade. Ein chinesisches Sprichwort lautet wie folgt und bringt es auf den Punkt:

“Wer glaubt, keine Zeit für körperliche Fitness zu haben, wird früher oder später Zeit zum Kranksein haben müssen!”

Muss das also so sein? In anderen Ländern fahren so gut wie alle Rad, in Dänemark zum Beispiel. Die Dänen gehören bekanntlich mit zu den glücklichsten Menschen der Welt. ALLE, wirklich alle fahren dort Rad. Wenn wir Debatten führen, wie denn der Handwerker in der Stadt ohne Rad arbeiten soll, dann liefert Dänemark den Beweis, dass es geht. Wir leben in Deutschland in einem AUTOLOBBY-LAND. Uns wird von Kindesbeinen an suggeriert, dass wir ein Auto für unser Dasein brauchen. DAS IST BULLSHIT!

Ich bin nicht radikal und auch ich fahre Auto – manchmal. Wenn ich eines brauche, dann leihe ich mir eins über eine Carsharing-App. In Kürze fahre ich sogar in den Urlaub mit einem geliehenen Auto. Das ist nicht mein Punkt! Ich finde es okay, Auto zu fahren, in den Urlaub (wenn es keine gute Zugverbindung gibt), ins weit entfernte Krankenhaus oder sonst wo hin, wenn es Sinn macht. Auch der Handwerker soll sein Auto haben! Aber ich finde es nicht okay, wenn jede verdammte Strecke mit dem Auto zurückgelegt wird. Ich finde es auch nicht okay, dass Menschen auf die Arbeit mit dem Auto fahren, obwohl sie das mit dem Rad in der gleichen Zeit schaffen könnten. Ich finde es nicht okay, den Einkauf mit dem Auto zu unternehmen, wenn der Supermarkt nicht weit entfernt liegt. Ich finde es einfach zumutbar, wenn ein Haushalt sich Gedanken macht ob, und wenn ja, wie viele Autos benötigt werden, denn viele Haushalte haben ja sogar zwei Autos. Ein Auto muss auch nicht besessen, es kann auch geteilt werden. Warum sollte Carsharing, das in der Stadt funktioniert, auf dem Land nicht möglich sein? Ich fände es einfach unfassbar wichtig, dass jeder Einzelne einfach anfängt darüber nachzudenken, was er oder sie tun kann.

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