Vinyl, Moonshine Freeze

This is the kit: Moonshine Freeze

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Kate Stables heißt die Frau mit der Stimme, die so träumerisch daher singt, als wäre die Welt in Ordnung. Die neue Scheibe wird sicherlich der Durchbruch, wenn es so etwas wie einen Durchbruch in der Musikwelt überhaupt noch gibt. Verdient hätte es This ist he Kit allemal, so erfrischend neu wirkt ihre Musik. Ganz sachte, leise Töne sind das, die man da hört, untermalt von zarten Melodien von Gitarren, Banjos und Hörnern. Die braucht es auch, um der Sterblichkeit mit einem Seufzer auf den Grund zu gehen.

“People want blood, and blood is what they’ve got.”

Moonshine Freeze
Das Instrumenten-Setting in Moonshine Freece, dem neuesten Werk aus Stables Folk-Projekt This ist he Kit,  erinnert durchaus an das im Jahr 2015 entstandene Bashed Out, das in seiner Intimität beeindruckte. Moonshine Freeze setzt jedoch einen drauf und erkundet das Tiefgründige auf eine ungewohnt lockerere und wildere Art und Weise. Beschwingt tanzt man mit und überhört dabei fast Stables brutale Beschreibung des menschlichen Tuns. In Easy on the Thieves beispielsweise, in dem die Worte “People want blood, and blood is what they’ve got” wiederholt zum Vorschein treten. In Bullet Proof fordert sie sich selbst auf mit den Worten “There are things to learn here, Kate.” Wo im Leben ist es schiefgelaufen im Leben, Kate? Psychedelisch hingegen kommt der Titeltrack daher, in dem Stables von Bläsern begleitet in meditativer, kalter  Stimme die Unbeständigkeit besingt: “This is the natural order of things, Change sets in.”

Hotter Colder
Die überraschenden, kryptischen Lyrics machen Stables zu einer Geschichtenerzählerin. So erklingt nur das Wesentliche, das Ungesagte schwebt aber stets zwischen den Zeilen. So zum Beispiel in Solid Grease: “Things get said/Things get don’t.” So ist Moonshine Freeze alles andere als ein in konventionelle Songstrukturen gebettetes Album, sondern ein intuitiver Geniestreich. Hotter Colder ist DER Song der Platte, der wahrscheinlich schon bald seinen Siegeszug über die Bühnen der Festivals dieser Welt antreten wird. Stables erzählt darin eine mystische Geistergeschichte, während mega-coole Gitarren wie auf einem Surfbrett dahin grooven – Hammer! Ein Saxophon Solo ist die Pointe auf dem I. Das hier ist neue, ungekannte Musik abseits jeglichen Mainstream-Mülls.

“This is the natural order of things, Change sets in.”

Fazit
Unüberhörbar ist der Einfluss von John Parish, der bekanntlich mit PJ Harvey arbeitete. Die flatternden Hintergundstimmen in Easy on the Thieves sind das beste Beispiel. Auch Aaron Dessners’ Finger von The National sind mit drin, um die Gitarren wie ein Windspiel klingen zu lassen. Das ist wahrlich gelungen. Trotz der gewaltigen und stellenweise dunklen  Lyrics beruhigen die Songs die Seele. Stables Stimme ist fantastisch, sie scheint regelrecht auf ihrem Atem zu reiten, smooth wie ein Surfer. Wunderschön und überraschend sind die Songstrukturen, die das Herz berühren. Ist das jetzt Folk? Ich würde sagen, ein bisschen. Für mich ist Moonshine Freeze eine Laid-Back-Scheibe, die bei einem Sommerausflug mit dem Auto bei offenem Fenster nicht fehlen sollte

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