Mein erster SwimRun

Beim SwimRun in Rheinsberg galt es, einen Halbmarathon mit 3.5K Schwimmanteil zurückzulegen. Die Schwimmanteile waren verteilt auf verschiedene Seen, mal kurz und mal länger, und gleiches galt auch für die Laufsegmente. Wer von SwimRuns noch nichts gehört hat: Es wird im Wechsel geschwommen und gelaufen, was bedeutet, dass man beim Laufen die Schwimmausrüstung anbehält und beim Schwimmen die Laufausrüstung. An Schwimmausrüstung sind Paddles, Pullboys und sogar Flossen erlaubt, und jegliche Ausrüstung ist von Anfang bis Ende mitzuführen. Für mich war das ein JUST-FOR-FUN Rennen, und da ich sowohl Laufen als auch Schwimmen wirklich liebe, passt diese Art Wettkampf einfach super zu meinen Vorlieben, besser als Triathlon. Leider komme ich selten zum Schwimmen, so dass es mir an Kraft und Speed fehlt, aber immerhin schaffe ich es mittlerweile jede Strecke durch zu kraulen und auch die Dreier-Atmung (mal links, mal rechts) läuft ganz gut. Aber ich wusste, gegen die Cracks hier habe ich keine Chance, selbst wenn ich gut laufe.

Am Ende war es Platz 20 gesamt beim Einzelwettkampf (18. Platz Männer und 4. Platz in der AK) und das passte so auch mit meiner Einschätzung. Die Herausforderung bei einem SwimRun ist, dass man sich ständig von der eine Sportart auf die andere umstellen muss. Kommt man aus dem Wasser, dann dauert es eine Weile, bis man sich ans Laufen wieder gewöhnt hat. Die längste Laufstrecke war ca. vier Kilometer lang, und auf dieser Strecke konnte ich die verlorene Zeit beim Schwimmen ein stückweit wieder reinholen. Auf den kurzen Laufsegmenten konnte ich jedoch nicht in die Geschwindigkeit hineinfinden. Eine ganz faszinierende Sache ist mir widerfahren: Zu Beginn fühlte sich das Schwimmen so an wie immer. Einfach fremd, und ich mich unwohl darin. Etwas unbeholfen bewegte ich mich vorwärts in einer Zweieratmung, weil es einfach nur schwer fiel, und nicht wenige Schwimmer zogen merklich schneller an mir vorbei. Das erste Schwimmsegment war unfassbar hart. 600 Meter schwimmen, nicht mit Zwischenstopp wie auf der Bahn, sondern ohne Stopp und mit Wellengang in einem tiefen Wasser, in der man gerade mal einen Meter weit sieht. Da ist so eine Angst da, von der man weiß, dass sie nicht da sein braucht, aber sie ist halt da. So war es am Anfang. Gegen Ende des Rennens allerdings kehrte sich dieses Gefühl völlig um. Ich ging völlig auf im Wasser auf mit fließender Bewegung und ganz ruhiger Dreier-Atmung. So locker und ohne Beklemmung, dass ich ab und an sogar vier mal zog, ohne Luft zu holen, mit dem Gesicht in die Tiefe gerichtet. Es machte mir richtig, richtig viel Spaß.

Beim Schwimmen bin ich noch da wie beim Laufen ganz am Anfang. Alles fühlt sich noch schwer an und man hat nicht wirklich Lust dazu, möchte es hinter sich bringen. Aber man weiß auch, da ist was, was man toll findet, und deshalb geht man dem nach. Bei diesem Wettkampf hatte ich zum ersten Mal dieses grandiose Gefühl, wie sich Schwimmen anfühlen kann beziehungsweise wird, wenn ich dranbleibe. Und das mache ich, ich bleibe dran! Bei Laufwettkämpfen von 10 bis 42K befinde ich mich meistens unter den ersten 5 Prozent eines Wettkampfes. Ich sage das hier nicht, weil ich mir was einbilde dabei. Nein, ich vergleiche mich wenn überhaupt mit jenen, die besser sind als ich. Ich sage das deswegen, weil mir die Platzierung in gewisser Weise sagt, ob ich ganz viel, wenig oder sehr wenig falsch mache. Beim Laufen weiß ich also und bekomme durch Zahlen bestätigt, dass da sehr viel richtig läuft und ein kleiner Teil nicht. Das heißt, ich muss da auf wirklich kleine Details schauen und mich teilweise richtig einlesen, um die zu bedienenden Hebel ausfindig zu machen. Das ist Feinjustierung mit dem Mikro-Schraubenzieher. Bei diesem SwimRun hier lag meine Platzierung am Ende des ersten Viertels. 25 Prozent waren schneller, 75 Prozent langsamer. Das heißt, ich mache manches richtig, aber viel falsch. Und das wiederum heißt, ich kann grober rangehen, um meine Leistung zu verbessern. Sprich: Hier ist Raum da, einfach blind viele Dinge auszuprobieren. Zugfrequenz, Wasserlage, Beinarbeit, solche Sachen. Ich werde mir auch mal einen Pullboy besorgen und Paddles. Sachen, die andere Teilnehmer dabei hatten, ich aber nicht, weil ich von dem Zeug keine Ahnung habe. Das wird jetzt getestet, und nächstes Jahr toppe ich die Zeit um 15 Minuten. Für das nächste Jahr kann ich mir auch mal eine Triathlon-Mitteldistanz vorstellen, eventuell einen 70.3er IM (was ja das Gleiche ist), warum nicht! Da kommt dann noch Radfahren dazu, wovon ich ebenfalls keine Ahnung habe, und dann lande ich in der Mitte vom Teilnehmerfeld, denke ich mal. Aber hey, damit kann ich gut leben und ich denke, einfach machen, dann wird das schon! Ich mag dieses Gefühl, ganz am Anfang von etwas zu stehen mit dem Wissen, das mich das Laufen gelehrt hat. Bleibe dran, schau dir jene an, die besser sind als du. Lasse dich inspirieren, gewinne die Lust an dem, was du tust, UND WERDE BESSER, SCHNELLER, STÄRKER!

Ausrüstung für einen SwimRun

Die Essentials für einen SwimRun im Sommer sind ein kurzer Neoprenanzug, eine Schwimbrille und Schuhe, die möglichst wenig Wasser aufsaugen. Allein für einen speziellen SwimRun-Neo lassen sich mehr als 200 EUR ausgeben. Ich habe viel recherchiert und mich für den 2.5mm Playa-Neo von Cressi (Werbelink) für 80 Euro entschieden. Dieser hat eine tolle Bewegungsfreiheit, den Zipper vorne (sehr wichtig) und ich kann diesen auch im Urlaub oder bei Übergangswetter im Freiwasser benutzen. Auch für einen Triathlon eignet sich der Anzug, denke ich, weil er sich sehr schnell an- und ausziehen lässt. Bei der Schwimmbrille habe ich mich für ein Modell unter 20 EUR Modell von Zabert (Werbelink) entschieden und kann nach dem Wettkampf sagen, dass die sich richtig bewährt hat. Diese ist sehr bequem, es läuft kein Wasser rein, man kann sie jederzeit während der Aktivität einstellen und sie hat große Gläser, die (vorerst) nicht beschlagen. Die Sicht mit dem Ding war einfach grandios! Bei den Schuhen habe ich meine Five Finger V-Run (Werbelink) getragen, die ideal waren. Ich habe diese auch bei zwei weiteren Teilnehmern gesehen, und diese sind jedenfalls bei mir ohnehin fester Bestandteil des Lauftrainings. Meine Garmin Fenix 6 (Werbelink) hat sich ebenfalls bewährt. Als Multifunktionssportuhr lässt sich der SwimRun sogar im Standard einstellen und bequem zwischen Schwimmen und Laufen wechseln, so dass auch das Freiwasserschwimmen ordentlich aufgezeigt wird und sich alles schön analysieren lässt.

2 Gedanken zu „Mein erster SwimRun

  1. Super gemacht und ein echt gutes Ergebnis! Ein Freund von mir hat da auch (ebenfalls das erste mal) mitgemacht und war ebenso sehr begeistert. Für mich wäre das nichts, aber ich finde das Konzept klasse, klingt nach viel Spaß und hat irgendwie was locker ungezwungenes. Mehr davon, bleib mal dran!

    1. Ja, das war ein wirklich entspanntes Event und netten Leuten, die einfach Spaß haben wollten. Die drei Seen, durch die es ging, waren wirklich der Oberhammer. Sehr tiefe Seen sind das mit ganz sauberem, klaren Wasser. Und so schön kühl auch, einfach herrlich war das an dem heißen Sommertag. Und auch die Laufstrecken waren super gewählt. Es ging auf teilweise sehr schmalen und dicht umwachsenen Trails durch eine Wald- Schilf-Landschaft, richtig toll. Danach gab’s eine Pasta-Party und jeder war gut drauf…. die Leute hatten teilweise ihre Familien dabei und die Kids hatten ihren eigenen Wettkampf… wirklich selten sowas nettes erlebt, war bestimmt nicht das letzte Mal (-;

Schreibe einen Kommentar zu MaSan Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.