Neue persönliche Bestzeit auf 5 Kilometer

Nach einer Marathon-Vorbereitung und dem dazugehörigen Wettkampf soll man sich bekanntlich erholen, ungefähr drei bis vier Wochen. Das ist vernünftig, denn die ganze Sache hat Körner gekostet und das Verletzungs- und Erkrankungsrisiko ist hoch jetzt. Auf der anderen Seite ist viel Potential da, viel Power, erfahrungsgemäß zwei bis drei Wochen nach dem Marathon. Und zwar Potential auf Kurzdistanzen, das sich insbesondere durch die vielen langen Läufe ergibt. Ich spüre das nicht, weiß aber, dass es da ist, weil ich so ziemlich immer um diesen Zeitraum versetzt nach dem Marathon gute Zeiten gelaufen bin, überraschend gute für meine Verhältnisse. Diese Power ist bei mir auch immer nach langen Läufen da, ungefähr zwei bis drei Tage danach. Gestern war viel los, viel zu tun, aber am frühen Abend dachte ich: Ich geh laufen jetzt, 5K auf Zeit! Warum? Einfach so, weil ich Lust hatte auf genau diese Distanz, und zwar jetzt! Also bin ich los auf die Bahn – ich liebe die Bahn bzw. habe diese lieben gelernt. Die Bahn ist rigoros, hart, brutal, aber immer ehrlich! Ich mag Ehrlichkeit! Ich kann mein Tempo perfekt ausrichten, Läufe vergleichen, ohne jegliche Behinderung laufen, einfach laufen. Es war dunkel, als ich ankam, knipste die Stirnlampe an und lief los, volle Kanne! Zwei Teenager dachten, ich habe sie nicht mehr alle. Habe ich wohl auch nicht. Ich ging los, eine 3:40er auf dem Tacho, hörte in mich rein – schneller! 3:35, und die fühlte sich locker an. Keine Ahnung warum, aber es war so. Die Chance, dass ich mich selbst zerlegen würde, schätzte ich zu dem Zeitpunkt auf 50 Prozent. Aber egal, hier war nur ich, diese zwei Teenager und ja, noch ein Läufer irgendwo im Dunkeln, seine Runden drehend. Niemand beobachtete mich, kein Druck, nur ich. Das ist mein Ding! Ich dreschte das Ding weiter, stets die Schrittfrequenz im Blick – genau 180, das war gut, mehr als gut. Nicht denken, einfach laufen. Ich hielt durch bis über 3K, spürte das Laktat im Blut, die Beine, die nicht mehr wollten, und lies mich etwas fallen, erholte mich ein bisschen, 400 Meter, dann zurück – Vollgas. Die mentale Seite behielt die Oberhand, hinderte mich daran, stehen zu bleiben. Ich hielt durch, hielt einfach durch, bis zum Schluss. 17:53 (sagt STRAVA) auf fünf Kilometer, noch nie geschafft, total kaputt, aber glücklich. Ich habe das gebraucht, nach der Zerstörung in Frankurt!

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