Quer durch Nicaragua – auf der Isla de Ometepe (III)

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Der wilde Teil der Isla de Ometepe. Die Umgebung des Vulkans Maderas.

»Artikelfortsetzung: Dies ist der letzte von drei Artikeln über die Isla de Ometepe in Nicaragua. Hier gehts zum ersten Teil!«

… Tagsüber bin ich beschäftigt, mir die Insel anzuschauen, wofür ich mir ein Fahrrad ausleihe. So möchte ich den Vulkan Maderas umfahren, eine Strecke von rund 40 Kilometern, bei dieser Hitze gar kein leichtes Unterfangen. Als ich Balgüe in Richtung Osten verlasse, wird die schön ausgebaute Straße bald abgelöst durch eine immer rustikaler werdende Schotterpiste. Doch der Aufwand lohnt sich. „Vale la Pena“, würde der Nicaraguaner sagen. Sobald man Balgüe hinter sich lässt, wird es sofort angenehm ruhig und man hört nur noch die Vögel und die im Wind wehenden Blätter der Bananenpalmen. Dies ist der wilde, unberührte Teil der Insel. Die kleinen Orte wie La Palma oder San Pedro, auf die man sporadisch trifft, sind nicht viel mehr als ein paar Häuschen am Wegesrand, liegen aber wunderschön da zwischen den farbenprächtig blühenden Bäumen. Badesachen sollte man sich unbedingt auf so einem Trip mitnehmen, denn der Weg führt stets an der Küste entlang und lädt zum Baden an einsamen Buchten ein, die man ganz für sich alleine hat.

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Lässt man Balgüe erst einmal hinter sich, verschlechtert sich der Zustand der Straße rapide. Bild: Ma San (Martin Seibel)
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Überall findet man herrliche Badestrände ganz für sich alleine. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Der wilde Teil der Insel
Irgendwo zwischen Tichana und San Ramon halte ich an einer wunderschönen Hospedaje an, bestelle mir einen Kaffee und rede ein bisschen mit der einheimischen Besitzerin.

Wenn es in Nicaragua mal schüttet, dann richtig, eine atmungsaktive Regenjacke ist ein Must-Have!

Man könne sich in einer solch schönen Lage direkt an einer wunderschönen Bucht, frage ich Sie, vor Kundschaft wohl kaum retten. „Aber nein“, erwidert mir die Frau. Nur selten verirren sich die „Cheles“ hierher, aufgrund der schlechten Straße. Es ist ein Dilemma. Ein Großteil der Backpacker reist stur zu vom Lonely Planet gepriesenen Hostel „El Zopilote“, um ihr Geld jenen zu geben,die ohnehin schon stinkreich sind. Gerüchten zufolge möchte der Eigentümer sein Anwesen für weit über eine Million Dollar verkaufen. Doch wen störts. Die Cheles rennen der Bude weiterhin die Tür ein, während Einheimische wie die Besitzerin dieser Hospedaje leer ausgehen. Dabei gibt es so viele nette Unterkünfte wie diese, direkt am Strand für ein paar lausige Dollar. Backpacker, ein einziger Haufen Lonely Planet gesteuerter Hipster-Lemminge! Fehlt nur noch die Uniform!

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Ein sehr schönes von Einheimischen betriebenes Hostel. Das Problem: Internationale Backpacker steigen nur in vom Lonely Planet erwähnten Unterkünften ab. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Die Finca Magdalena
Etwa zwanzig Minuten von Balgüe den Vulkan Maderas hinauf gelangt man zur Finca Magdalena, ein Must-See hier. Die Öko-Finca wird von einheimischen Familienbund betrieben und betreibt die eigene Produktion von Kaffee. Das Anwesen und Gelände drum herum ist wunderschön und man kann so einiges lernen über das schwarze Gold.

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Die Finca Magdalena sollte man sich auf jeden Fall anschauen. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Weitere schöne Ecken auf der Insel
Fünf Tage bleibe ich auf Ometepe, und langweilig wird es mir nicht im Geringsten. Zusammen mit einem nicaraguanischen Freund trekke ich durch den den Vulkan Maderas umgebenden, dichten Dschungel. Brüllaffen bevölkern die Baumkronen und man kommt den Tieren hier außergewöhnlich nahe. Des Weiteren sehen wir eine Vielzahl bunter Vögel, alte Steingravuren der hier ansässigen Maya und uralte, riesige Bäume.

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Ausnahmsweise mal ein Bild von mir, damit man mal sieht, wie groß dieser Baum ist. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Am nahe gelegenen Städtchen Santa Cruz lädt der unendlich lange Strand Santa Domingo zum Faulenzen unter schattigen Bäumen und ein paar stylischen Bars ein. Und wem es einfach mal zu heiß ist, für den bietet die Laguna Ojo del Agua die ersehnte Erfrischung. Obwohl schon zur Nebensaison viel los ist, ist dieses sich aus unterirdischen Quellen speisende und von Dschungel umgebende Wasserloch eine willkommene Abkühlung nach erbarmungsloser Hitze.

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Ein Brüllaffe, denen man auf Ometepe erstaunlich nahe kommt. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Adios, Ometepe
Ein weiterer toller Ausflug ist eine Tagestour zum Reserva Charco Verde, ein Gebiet, das sich ebenfalls um eine Lagune erstreckt und den wohl schönsten Strand der ganzen Insel beherbergt, den Playa Balcon. Weit und breit ist hier kein Müll am Strand zu sehen, im Gegenteil, so weit man sieht, makelloser dunkelbrauner Sand und schattenspendende Bäume, auf denen sich Affen tummeln. In Sichtweite liegt sogar eine kleine Insel, zu der man mit etwas Fitness sogar schwimmen kann. Für mich ist dieses geschützte Gebiet eines der schönsten Fleckchen der Insel, vor allem wegen dem fantastischen Strand.

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Für mich „Der“ Killerstrand auf Ometepe. Der Playa Balcón im Reservat Charco Verde. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Zurück am Strand von Balgüe suche ich mir einen hübschen Stein aus und beobachte wieder einmal diese blutrote Sonne, die hinter dem Vulkan Maderas verschwindet. Im Wasser wirft ein Fischer gerade sein Netz und verliebte Pärchen planschen vergnügt im Wasser. Es ist Zeit für mich zu gehen. Wohin? Zu den wilden Stränden des Pazifiks, ins Surf-Mekka San Juan del Sur. Adios, Isla de Ometepe.

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