Mein „schlechtes Finish“ beim Baden Marathon, und was dieses mit meinen neuen PB auf 10k (36:49) und 21k (01:20:33) zu tun hat
Wenn meine Intuition sagt, dass es nichts wird, dann wird das meistens auch nichts. In der ganzen Tapering-Woche vor dem Baden Marathon fühlte ich mich müde. Und es wurde von Tag zu Tag nicht besser, wie man das erwarten würde, sondern schlechter. Natürlich bin ich trotzdem hin und bin mit einer 4:15er-Pace los – im Wissen, dass die Erfolgsaussichten bei maximal 5 % liegen.
Bis Kilometer 21 ging das natürlich problemlos, wenngleich meine Beine schon jetzt muskulär ziemlich kaputt waren. Dann kamen die Typen mit den Sub-3-Luftballons und ich merkte schnell, dass ich da nur mit Mühe mitlaufen konnte. Bis Kilometer 28 ging das noch. Dann kam der Absturz.
Der Preis war jetzt zu zahlen für ein zu schnelles Angehen, basierend auf zu schwachem Training und auch zu wenig Form für eine 4:15er. Dieses Risiko bin ich eingegangen, und zwar bewusst. Der Absturz war deshalb kein unvorhergesehenes Ereignis, sondern schlichtweg verlorener Wetteinsatz. Also humpelte ich das Ding in 3:35 Stunden durch und schaute mir nebenbei ein bisschen Karlsruhe an.
SO WHAT!?
Eine Woche machte ich dann gar nichts und ging anschließend auf die Bahn – im festen Wissen, dass die 37-Minuten-Marke fallen würde. Das tat sie dann auch: 36:49 Minuten über 10 Kilometer. Neue PB. Und das ohne jedwedes Training auf diese Distanz. Da ist auch noch mehr drin, denn ich war müde durch zu wenig Schlaf am Vortag und hatte direkt davor gefrühstückt. Trotzdem wusste ich, dass ich PB laufen würde.
Warum? Weil nach einem Marathontraining immer was geht auf Kurzdistanzen – immer! Insofern lässt sich durchaus festhalten, dass man einen Marathon durchaus verkacken kann. Ich bin so ein Typ, der sowas mit Fassung nimmt. Hohes Risiko, große Fallhöhe – na und!? Ich sehe das so: Lieber mal was riskieren und fallen, als nie etwas zu wagen.
Und wie man an der 10K-PB sieht, gibt es so etwas wie verlorenes Training nicht. Insofern ist mein Ratschlag an euch: Seid nicht traurig, wenn mal etwas nicht klappt. Schaut lieber, was sich damit machen lässt.
Eine Woche auf die 10K PB ging ich noch einmal auf die Bahn und nutzte die Schlafenszeit meiner Kleinen. Laufklamotten an, aufs Rad, ins Stadion. Kurz warm machen, Ohrstöpsel rein, los! Dieses Mal auf 21K. Herausgekommen ist noch eine PB – 01:20:33. Schade dass es nicht für eine sub 1:20 gereicht hat, aber hey – FUCK IT!
Was ich jetzt mache? Ich fahre jetzt einfach mal kurz runter und knalle dann nochmal eine PB auf 10, vielleicht auch auf 5, auf meiner Bahn um die Ecke. Und zwar dann, wenn ich spontan darauf Bock habe! Und vielleicht mache ich es auch wie letztes Jahr nach Köln und laufe nochmal 42 in Hockenheim. Und dann linse ich auch schon ins Jahr 2027 und auf einige ziemlich geile Trail-Ultras, die ich im Blick habe. Für einen habe ich mich schon angemeldet, den TRAIL DU PETIT BALLON. Oh Mann ist Laufen geil! Und eines habe ich mir vorgenommen – das ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, schneller laufe als vorher (-;
KEEP ON RUNNING PEOPLE!
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Ein Kommentar
MRX
Hi Martin,
schön, dass wir uns in Karlsruhe persönlich getroffen haben. Hat mir natürlich extrem leid getan für dich.
Es hat mich heute sehr gefreut, als ich den Beitrag gelesen habe. Super, was du aus dem “Rückschlag” gemacht hast. Mit dem Kampfgeist bist du wirklich ein tolles Vorbild: Hinfallen – Aufstehen – Weitermachen!
Gratulation zu den neuen PBs – da hast du echt zwei krasse Läufe abgezogen.
Viele Grüße
MRX