Die Pfalz mit Kindern – Ausflug ins Elsass zum Baggersee in Lauterbourg
Es gibt Orte, die verbindet man nicht nur mit einem Ausflug, sondern mit einem ganzen Stück Kindheit. Der Baggersee in Lauterbourg gehört für mich definitiv dazu.
Damals war die Grenze noch eine richtige Grenze. Männer in Uniform standen auf beiden Seiten, man passierte sie langsam, irgendwie mit dem Gefühl, jetzt tatsächlich in ein anderes Land zu fahren. Und dann war man plötzlich in Frankreich. Man merkte es sofort: an den Straßen, an den Häusern, an den Orangina-Flaschen und überhaupt an all den kleinen Dingen, die sich auf einmal anders anfühlten.
Heute ist die Grenze natürlich längst offen. Was geblieben ist, ist unser kleiner Frankreich-Ritus: der Carrefour am Kreisel kurz vor dem See. Eclairs, Madeleines, Baguette, Käse, ein Crémant und natürlich Orangina – schließlich muss das Picknick am Baggersee standesgemäß französisch ausfallen.
Und dann liegt er da: dieser riesige Baggersee. Viel los? Ja. Eigentlich immer. Aber der See ist so groß, dass sich alles wunderbar verteilt. Eine riesige Wiese mit wunderschönen alten Trauerweiden, davor ein breiter Sandstrand und dazwischen jede Menge Platz. Spielplätze mit Klettergerüsten, ein Volleyballfeld und im Wasser Schwimminseln, zu denen die Kinder hinausschwimmen können, um anschließend ins Wasser zu springen.
Grandios. Und eigentlich war es das schon immer.
Neu ist der Wasserpark für die kleineren Kinder bis 1,40 Meter. 15 Euro kostet eine Stunde – und ich muss sagen: Das macht richtig Spaß. Über ein Trapez ins Wasser schwingen, eine Rutsche hinunter oder vom fünf Meter hohen Sprungturm ins Wasser springen – da ist auch für Erwachsene schnell der Ehrgeiz geweckt.
Für die Größeren gibt es einen eigenen Rutschenpark mit wirklich ziemlich waghalsigen Rutschen. Die größte katapultiert einen gefühlt einmal quer über den See – na gut, vielleicht sind es auch nur zehn Meter durch die Luft. Vor dem Wasserpark gibt es außerdem ein kleines Beachhaus mit Flammkuchen und natürlich dem obligatorischen Orangina.
Dieses Mal bleiben wir sogar zwei Nächte. Camping am Baggersee.
Der Campingplatz hat dabei einen richtig guten Vibe. Viele Franzosen, viele Deutsche, dazwischen schwirren die Bikepacker herum und irgendwie ist sofort diese gesellige Urlaubsstimmung da. Wir schlafen in einem „Sterngucker“ – einem kleinen Stelzenhaus mit Zeltdach. Das Dach lässt sich öffnen und wenn man abends im Bett liegt, ist über einem tatsächlich nur noch der Sternenhimmel. Eine ziemlich großartige Art, schlafen zu gehen. Und wer danach noch Durst hat: Vorne an der Rezeption gibt es eine kleine Bar. Ein Bierchen gehört schließlich auch zum Camping.
Für uns ist Lauterbourg deshalb so etwas wie der perfekte kleine Frankreich-Ausflug geworden. Von Landau aus ist man in knapp einer halben Stunde da. Man kann problemlos nur für einen Tag hinfahren – oder eben gleich bleiben.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diesen künstlichen See so mag: Er ist für mich der schönste Baggersee weit und breit. Nicht, weil er besonders wild oder spektakulär wäre. Sondern weil hier alles zusammenkommt: Frankreich, Kindheitserinnerungen, Camping, Sandstrand, gutes Essen und jede Menge Platz für Kinder.
Und das alles eine halbe Stunde von zu Hause entfernt.
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