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Road to Baden Marathon #2 – Die KI wird langsam genervt: zwischen Bestzeitfantasien, Bier und einem Trailrun

Vor einer Woche hatte ich noch große Pläne. Baden Marathon. Sub 3. Neue Wege gehen. Weniger Greif. Mehr KI. Weniger 100-Kilometer-Wochen. Mehr Vernunft. Zumindest war das der Plan. Die KI hatte jedenfalls einen. Ich eher nicht!

Die Ausgangslage

Die erste Trainingswoche war eigentlich klar definiert:

  • lockere Läufe
  • ein Bahntraining
  • ein Longrun

Nichts Verrücktes. Nichts Heroisches. Nichts, was nachts um 23 Uhr mit Stirnlampe absolviert werden muss, während die Familie schon schläft. Also genau die Art von Marathontraining, die für einen Familienvater irgendwie vernünftig klingt. Doch bereits nach wenigen Tagen meldete sich mein innerer Schweinehund. Beziehungsweise mein innerer Bahnläufer.

“Kann ich nicht einfach jede Woche Bestzeit laufen?”

Ich hatte der KI von meinem letzten 10-Kilometer-Lauf erzählt. 37:11. Eigentlich völlig überraschend. Und plötzlich war da dieser Gedanke

“Vielleicht laufe ich einfach jede Woche mal eine Bestzeit.”

Die KI reagierte ungefähr so wie ein genervter Trainer, der zum zwanzigsten Mal dieselbe Frage hört.

“Nein.”

Ich fragte erneut:

“Aber ist ein 5-Kilometer-All-Out-Lauf nicht fast dasselbe wie Intervalle?”

Die Antwort kam schnell:

“Nein.”

Ich bohrte weiter:

“Vielleicht jede Woche abwechselnd 5 Kilometer und 10 Kilometer volle Granate?”

Die KI wurde auffallend kurz angebunden. Ich hatte das Gefühl, sie verdrehte digital die Augen.

Der große 10-Kilometer-Angriff

Natürlich ignorierte ich sämtliche Warnzeichen. Es war warm. Die Beine waren müde. Die Vernunft sagte: Heute lieber locker. Mein Ego sagte: Heute fällt die 36. Also stand ich auf der Bahn. Nach sechs Kilometern war das Experiment beendet. 22 Minuten. 3:41er Pace. Eigentlich stark. Aber eben keine Bestzeit. Vor allem hatte ich plötzlich keine Lust mehr. Die KI analysierte die Daten und stellte fest:

“Das war kein Scheitern. Das war ein Trainingslauf mit zu großer Überschrift.”

Irgendwie hatte sie recht. Leider.

Der Longrun nimmt eine überraschende Wendung

Eigentlich hätte laut Plan ein langer Straßenlauf angestanden. 26 Kilometer. Ruhig. Kontrolliert. Marathonspezifisch. Stattdessen fand ich mich plötzlich im Pfälzer Wald wieder. 17 Kilometer. 885 Höhenmeter. Trail. Weil … naja … weil Trail halt cooler ist als ein Grundlagenlauf auf der Straße. Die KI seufzte hörbar. Oder zumindest bilde ich mir das ein.

Das Fueling-Experiment

Jetzt wurde es spannend. Denn eine meiner größten Baustellen bleibt der Marathon-Magen. In Frankfurt. In Köln. Im Spreewald. Immer wieder dieselbe Geschichte: Ab Kilometer 25 bis 30 wird mir schlecht. Schwindel. Leistungsabfall. Manchmal sogar Erbrechen. Greif hatte mir damals erklärt:

“Trinken braucht man eigentlich nicht.”

Die KI erklärte mir anschließend:

“Vielleicht ist genau das das Problem.”

Ein unangenehmer Gedanke. Also testete ich bewusst:

  • 2 Gels
  • 1 Liter Wasser

Während des Traillaufs. Das Ergebnis: Kein Drama. Lediglich ein leicht flauer Magen auf der Heimfahrt. Die KI wertete das überraschend positiv.

Die Beichte

Irgendwann erwähnte ich beiläufig:

“Ach übrigens … ich habe gestern zwei Bier getrunken.”

Kurze Pause. Digitale Stille. Dann kam die Antwort:

“Die zwei Bier erklären den flauen Magen wahrscheinlicher als das zweite Gel.”

Fairer Punkt. Wirklich fairer Punkt.

Die eigentliche Erkenntnis

Das Verrückte ist: Die KI interessiert sich erstaunlich wenig für meine Bestzeiten. Mich interessieren sie ständig. Die KI dagegen fragt immer dieselben Dinge:

  • Wie war der Magen?
  • Wie waren die Beine?
  • Wie hast du getrunken?
  • Wie hast du gegessen?

Langweilige Fragen. Leider genau die richtigen. Denn vielleicht entscheidet sich mein Baden Marathon tatsächlich nicht bei Kilometer 5. Nicht bei Kilometer 10. Nicht einmal beim Halbmarathon. Sondern genau dort, wo bisher jedes Mal die Party vorbei war: Bei Kilometer 30.

Zwischenfazit nach Woche 2

Die KI lebt noch. Ich auch. Die 36 vor dem Komma muss noch warten. Dafür gehe ich jetzt mal wirklich frühzeitig vor der eigentlichen Endvorbereitung in das gezielte Ernährungstraining während der Belastung. Und vielleicht ist das am Ende mehr wert als jede neue Bestzeit. Auch wenn mein Ego das noch nicht vollständig akzeptieren möchte.

Fortsetzung folgt ..

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