Sub 1:24 beim Bienwald Halbmarathon
Ursprünglich wollte ich ja den Marathon laufen. Und wie so oft im Frühjahr wurde es mal wieder nichts. Bis die Kids im Bett lagen war es im Januar – Trainingsbeginn der Marathonvorbereitung – bereits stockdunkel draußen und saukalt. In der Vergangangenheit ging ich oft eisenhart raus und spulte das Training ab, dieses Mal oft nicht. Wenn es zu all dem Elend noch regnete, sagte ich mir: Neh, ich gehe da jetzt nicht raus! Stets im Kopf, die entfallene Einheit zu kompensieren, kumulieren sich die nicht gelaufenen Einheiten und es kommt der Punkt, an dem kann man sich nicht mehr selbst bescheißen. Ich schrieb die Typen in Kandel an: “Ich mach nicht mit, Leute!” Die schrieben zurück: “Komm schon, mach den Halben!” Und das machte ich dann halt und raus kam das hier. Nicht schlecht finde ich für die Umstände. Ich bin einfach kein Wintersportler. Ich brauche Wärme und Licht, vor allem zu später Stunde oder früh morgens, wenn ich laufen kann. Oft geht es mir so. Ich komme von der Arbeit nach Hause und erlebe körperlich ein Peak, will heißen: Stärke, Power, Freude, Wachheit. Doch nach dem Essen und Kids ins Bett bringen bin ich erledigt, mein Körper lässt komplett los. Und dann, genau dann öffnet sich mein Zeitfenster, wenn ich laufen kann. Das zu schaffen, rein mental, ist richtig, richtig schwer. Fahrt rein zu kriegen in die müden Knochen, die sich nur noch hinlegen wollen, kostet eiserne Kraft. Und die fehlt mir zunehmend im Winter, in der Dunkelheit. Und jetzt im März ist das Geschichte. Die Tage werden länger, ich habe mehr Energie, werde später müde. Ich verspüre wieder richtig Freude am Laufen. Und darauf kam es mir an letztes Wochenende in Kandel. Das Rennen hat Spaß gemacht. Es war toll, in Gruppen zu laufen, mal mitzuhalten, mal etwas zu riskieren, dieses ganze Geplänkel halt, das ein Rennen so ausmacht. 96. Platz war es am Schluss und 14. AK in einer Zeit von 01:23:55. Finde ich gut, nehme ich!
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