Film, Musik

10 Songs, die mir in letzter Zeit hängen geblieben sind

Manchmal stolpert man nicht über neue Musik – sie läuft einem einfach über den Weg. Beim Nebenbei-Hören, beim Arbeiten, nachts mit Kopfhörern oder beim Laufen. Die folgenden zehn Songs sind genau so bei mir gelandet. Unterschiedliche Genres, unterschiedliche Stimmungen – aber alle mit diesem „Bleib noch kurz“-Gefühl.

1. Yttling Jazz – Illegal Hit (Joshua Idehen & Saturday, Monday Remix)

Ein Track, der eher schwebt als läuft. Spoken-Word-Fragmente, Jazz-Anleihen, elektronische Texturen – nichts drängt sich in den Vordergrund, alles wirkt bewusst offen. Joshua Idehen bringt diese leicht entrückte Dringlichkeit rein, die hängen bleibt, ohne laut zu sein. Yttling Jazz ist ein Projekt aus dem schwedischen Umfeld um Peter Bjorn and John – eher Kunst als klassischer Pop, eher Atmosphäre als Struktur.

2. Jacob Collier – Little Blue

Jacob Collier kann vieles – manchmal fast zu viel. Little Blue ist angenehm reduziert, emotional, nah. Keine technische Machtdemonstration, sondern ein Song, der Raum lässt und trotzdem Tiefe hat. Collier ist ein musikalisches Ausnahmetalent, der Jazz, Pop, Klassik und Soul mühelos verbindet. Hier zeigt er, dass er auch leise kann.

3. Bombay Bicycle Club – Luna

Ein Song wie ein warmer Abend. Locker, verspielt, leicht psychedelisch, ohne abzuheben. Luna fühlt sich an wie Bewegung ohne Ziel – und genau das macht ihn so angenehm. Bombay Bicycle Club stehen seit Jahren für intelligenten Indie-Pop, der nie angestrengt wirkt und trotzdem immer wieder neue Farben findet.

4. Alice Phoebe Lou – She

Intim, direkt, verletzlich – und genau deshalb stark. Alice Phoebe Lou singt, als würde sie direkt neben einem sitzen. Kein Pathos, keine großen Gesten, nur Gefühl. Die in Berlin lebende Künstlerin bewegt sich irgendwo zwischen Folk, Indie und Straßenmusik-Energie. Authentisch im besten Sinne.

5. Bon Iver – There’s A Rhythm / Au Revoir

Bon Iver bleiben Bon Iver: fragmentiert, emotional, wunderschön sperrig. Der Song wirkt mehr wie ein Zustand als wie ein klassischer Track – man hört rein und ist plötzlich drin. Justin Vernon und sein Projekt stehen seit Jahren für das Aufbrechen von Songstrukturen. Auch hier geht es mehr ums Fühlen als ums Verstehen.

6. Baio – Sister of Pearl

Treibender Bass, clevere Melodien, leicht funky, leicht melancholisch. Sister of Pearl funktioniert im Kopf genauso gut wie im Körper. Baio ist vor allem als Bassist von Vampire Weekend bekannt, solo aber deutlich experimentierfreudiger und elektronischer unterwegs.

7. Naâman ft. Marcus Gad – Soul Plan

Entspannt, positiv, tief verwurzelt im Reggae – aber ohne Klischees. Der Song strahlt Ruhe aus, ohne einschläfernd zu sein. Naâman (†) war bekannt für seine spirituelle, weltoffene Haltung. Zusammen mit Marcus Gad entsteht hier ein Track, der Erdung und Leichtigkeit verbindet.

8. The National – Light Years

Melancholie auf National-Niveau: reduziert, ehrlich, schwer und trotzdem tröstlich. Light Years ist kein Song für nebenbei – eher für später am Abend. The National perfektionieren seit Jahren den Soundtrack für leise Nachdenklichkeit. Auch hier sitzt jedes Detail.

9. Grandbrothers – We Collide

Minimalistisch, mechanisch, emotional. Piano trifft Beats, Wiederholung trifft Spannung. Der Track baut sich langsam auf und lässt einen nicht mehr los. Grandbrothers schaffen es wie kaum jemand, akustische Instrumente elektronisch neu zu denken – kompromisslos und trotzdem zugänglich.

10. Hollow Coves – Coastline

Manchmal braucht es nicht mehr als zwei Stimmen, eine Gitarre und Wasser im Hintergrund. Coastline in dieser akustischen Version fühlt sich an wie Durchatmen nach einem langen Tag – ruhig, warm, ehrlich. Hollow Coves kommen aus Australien und stehen für genau diesen Sound: Folk mit Fernweh-Faktor, ohne Kitsch, ideal für Kopfhörer, Sonnenuntergänge oder gedankliches Wegsein.

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