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25. Platz (3.AK) beim Hockenheim Marathon

Ring Running Series heißt das Ding offiziell, ich nenne es Hockenheim-Marathon.
Ich laufe als Dritter meiner Altersklasse nach 03:09:19 über die Ziellinie und als 25. gesamt bei den Männern. Wie ich im Feld unterwegs bin, weiß ich die ganze Zeit nicht – denn das hier ist eine Formel-1-Strecke, der Hockenheimring. Das heißt: Es werden Runden gelaufen, eine nach der anderen. Ich stelle mich nicht ins Spitzenfeld, sondern starte gemütlich dahinter, wo alle fünf Sekunden zwei Läuferinnen auf die Strecke geschickt werden. Total cool gemacht von euch, liebe Organisatorinnen!

Spontane Teilnahme nach Köln

Viel Vorbereitung war bei mir nicht drin. Nach dem wirklich enttäuschenden Lauf in Köln musste einfach noch ein anständiger Wettkampf her dieses Jahr. Beim „Rumgoogeln“ bin ich dann auf diesen Lauf gestoßen. Für mich um die Ecke, quasi ein Katzensprung. Dass das Ganze auf einer Formel-1-Strecke stattfinden würde, fand ich super und irgendwie passend zur Zeit: CO₂-frei auf einer Autopiste laufen – ich finde das cool. Und Laufen hat mit der Formel-1-Kiste eines gemeinsam: PURE POWER. In diesem Fall menschengemachte Power ohne Support. Das passt, finde ich!

Experimentierfreudig unterwegs

Ich renne also locker los und will heute ein bisschen rumexperimentieren. Ich habe Magentropfen dabei, weil mir immer so schlecht wird, und nehme mir vor, drei Gels zu verdrücken. Sonst schaffe ich nur zwei, und perspektivisch will ich auf vier bis fünf kommen. Das ist alles andere als easy. Triathletinnen können das in Perfektion – die ballern sich 100 Kalorien pro Stunde rein. Wir Läuferinnen sind da noch Amateure, wobei sich immer mehr mit der Materie beschäftigen. Man muss wissen: Der Magen ist beim Laufen am Limit, und im Gegensatz zum Triathlon wirken konstant starke Stöße auf ihn ein. Das macht es schwieriger. Aber hey, es waren heute tatsächlich drei Gels – cool.

Ein Lauf ohne (wirklichen) Einbruch

Auch cool war, dass ich das Ding von Anfang bis Ende ohne Gehpause gemeistert habe und – ich beschreibe es mal so – ohne physische Probleme. Die Atmung war super, die Lunge und folglich das Gesicht haben sich nicht zusammengezogen. Das lief solide, kraftvoll. Und schlecht wurde mir auch nicht. Ich bin den Lauf von Beginn bis Ende durchgestanden und habe das Gefühl, dass ich mich läuferisch mittlerweile richtig gut an diese Distanz angepasst habe.

Minimaltraining, maximale Freude

Perfekt trainiert war ich nicht. Nach Köln habe ich zwei Wochen pausiert und dann mit Longruns mit Endbeschleunigung, Intervallen und ein bisschen Tempo ein paar Reize gesetzt – mehr nicht. Erwartungen hatte ich also keine. Ich hatte einfach Bock auf den Lauf. Und dass da Runden gedreht werden, fand ich auch super.

Ein Feld voller Läufer*innen

Anfangs alleine unterwegs, mischt sich das Feld nach und nach: Man überrundet langsam das hintere Feld, und später kommen auch noch die Halbmarathonis dazu. Am Ende ist alles voll, und man weiß nicht mehr, wer hier eigentlich was läuft. Mich entspannt das, weil ein Vergleich – außer mit sich selbst – schlicht nicht möglich ist.

Stolz auf Platz 3

Dritter in der AK – das macht mich stolz, und ich bin zufrieden damit. Das war ein Marathon heute und kein Ponyhof. Danach stehe ich gut da. Mir geht’s gut, mir geht’s sogar super. Und jetzt? Jetzt kann der Winter kommen. So richtig Bock auf Laufen habe ich erst mal nicht mehr. Ich gehe jetzt ein bisschen schwimmen und dann, wenn die Lauflaune zurückkommt, wieder auf den Trail.
Ach Leute: Probiert das mal auf dem Ring – eine klare Empfehlung!

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