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Auf nach SÜDFRANKREICH – ein Familien-Roadtrip #2

Unser Roadtrip durch Frankreich vor drei Jahren war so schön, dass es uns erneut – dieses Mal zu viert – dorthin zog. Damals mit einem VW T3 unterwegs, haben wir uns dieses Mal einen Campervan von Citroen gemietet und selbstverständlich eine neue Route eingeschlagen. Über das spektakuläre Département Ardèche führte uns der Weg in die pittoresken Pyrenäen und die wunderschöne Camargue. Wie es uns dabei erging, zumal wir in den Schulferien unterwegs waren, erfahrt ihr in diesem Text. Viel Spaß beim Lesen für alle, die ähnliches vorhaben.

Die Gorges de l’Ardèche

Ardéche

Klar ist hier viel los, vor allem wegen der Schulferien. Aber deshalb nicht hierherkommen? – kommt nicht infrage, weil es hier einfach unfassbar toll ist, das gilt für die Landschaft, die Orte und alles, was man hier machen kann. Wegen den Schulferien haben wir unseren kleinen Campingplatz direkt am Fluss im Voraus gebucht. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen wird. Klein, nett, sauber, Inhaber-geführt mit einem eigenen Strand an der Ardèche, perfekt für Kinder. Tagsüber rollen die ganze Zeit Kajaks vorbei, während man im kühlen und klaren Flusswasser die nötige sommerliche Abkühlung findet. Flussauf- und flussabwärts gibt es unzählige Schwimmstellen und Klippen, von denen man ins Wasser springen kann. An einem Tag laufe ich zum berühmten Pont D’arc, jene markante, natürliche Brücke über den Fluss, ein Highlight hier im sogenannten Vallon-Pont-d’Arc Tal. Hier beginnen die  spektakulären Gorges de l’Ardèche. Diese berüchtigten Canyons über eine Strecke über 30 Kilometer, die hier am Pont-d’Arc satte sechzig Meter hoch sind. Natürlich mieten auch wir uns ein Kajak und lassen uns durch die Canyons und Stromschnellen treiben. Die Perspektiven sind atemberaubend, das Wasser herrlich. Überall kann man anhalten für eine Pause, zum Schwimmen und zum Klettern, um daraufhin in das kühle Flusswasser zu springen. Im Ort Vallon-Pont-d’Arc ist viel los, viele Touristen finden sich hier ein. Und dennoch stimmt der Vibe. Es wirkt nicht billig hier, sondern eigentlich ganz lässig und entspannt. Tolle Bars, Kneipen und Cafés finden sich hier an jeder Ecke und es macht einfach Spaß, hier ein paar Stunden zu verbringen. Eine knappe Woche bleiben wir hier bevor es weitergeht, weiter gen Süden.

Pézenas

Pézenas

Da die Fahrt runter in den südwestlichsten Teil Frankreichs zu lang ist, beschließen wir spontan einen Zwischenstopp einzuhalten. Spontanität, kein Problem mit einem Campervan. Völlig zufällig landen wir auf einem kleinen, schnuckeligen Campingplatz nahe dem Städtchen Pézenas, das in etwa zwischen Montpellier und Perpignan liegt. Es gibt sogar einen kleinen Pool hier, was die Kids natürlich super finden. Am Abend radeln wir in den Ort Pézenas, eine echte Überraschung, wie sich herausstellt. Die Geschichte dieses kleinen Städtchens reicht bis 300 v.Chr. zurück und besticht durch wunderschöne Altstadtgassen umsäumt von historischen Bauten, in denen Kunsthandwerker, hübsche Restaurants und hippe Kleiderläden ansässig sind.

Saint-Cyprien

Saint-Cyprien

Im südwestlichsten Zipfel Frankreichs unweit der spanischen Grenze checken wir in unseren zweiten, vorgebuchten Campingplatz ein. Dieser direkt am Mittelmeer gelegene Campingplatz im Ferienort Saint-Cyprien ist sehr gut gelegen, um am Meer zu entspannen, das unweit gelegene Perpignan zu besuchen sowie die vielen pittoresken Dörfer in der Umgebung. Saint-Cyprien hat einen wunderschönen Hafen, den man frei zugänglich über dessen Promenade bewundern kann und dabei an hübschen Häuschen, Restaurants und Bars vorbeiläuft. Unweit davon liegen gleich mehrere, sehr schöne Sandstrände, an denen man ganze Tage verbringen kann. Weiter im Norden liegt das eigentliche Zentrum des kleinen, sehr belebten Städtchens.

Collioure

Collioure

Von Saint Cyprien aus sieht man die Ausläufer der Pyrenäen steil hinauf ragen. Jenes Gebirge, das Frankreich und Spanien an dieser Stelle trennt und gleichzeitig gegenseitig beeinflusst. Das sieht man schon bei einem Ausflug in die Stadt Perpignan, wo die katalanische Flagge quasi omnipräsent ist. Und auch in dem alten Fischerdörfchen Collioure, das neben Argelès Sur Mer eines der touristischen Anziehungspunkte in dieser Gegend ist. Übertourismus trifft den Eindruck sehr gut, der sich uns bietet, denn die Massen schieben sich hier regelrecht durch die Gassen. Gleichermaßen ist es dennoch so schön hier, dass es nicht als Fehler erscheint, hier zu sein. Die Stadt schiebt sich geradezu spektakulär ins Meer hinein und an den Kieselstränden entspannen die Einheimischen zu hunderten, völlig unbeeindruckt von den Scharen an Touristen. Wir lassen uns in einem Café nieder und beobachten über eine Kaimauer hinweg das bunte Treiben, das sich um uns herum abspielt. Hier malt ein Künstler Portraits, dort spielt ein Gitarrist und da drüben fährt ein Einheimischer nach Feierabend mit seinem Kajak raus aufs Meer.

Argelès Sur Mer

Argelès sur Mer

Das unweit von Collioure liegende Argelès sur Mer ist ein waschechtes Strandnest. Der weiße Sandstrand ist endlos lang und breit, dahinter reiht sich ein- an das andere Restaurant und man hört nahezu alle Sprachen der Welt. Entspannung pur also und obwohl viel los ist dennoch sehr charmant.

Figueres

Figueres

So nah dran an Spanien bietet sich natürlich ein Trip über die Grenze an. Nach Figueres braucht man gerade mal knapp eine Stunde und das lassen wir uns natürlich nicht nehmen. Der Grenzübertritt ist abenteuerlich und wer Zeit mitbringt kann hier – so wie das viele Franzosen und Spanier gleichermaßen machen – richtig gut shoppen gehen. Das lohnt sich augenmerklich, denn es geht zu hier wie auf einem Basar, so richtig schön wild, wie ich finde. Nun denn, die Zeit haben wir nicht und rauschen gleich durch nach Figueres. Unser Ziel ist das Dalí Museum, wo man viele Werke des surrealistischen Künstlers bewundern darf. Hier sind nicht nur Werke ausgestellt, sondern das Gebäude selbst ist geprägt von Dalí. So wie übrigens das ganze Städtchen, wo er gelebt und gewirkt hat. Figueres ist nicht nur Dalí, sondern ein wirklich charmantes, durch und durch spanisches Städtchen, wo man wunderbar essen und ein bisschen shoppen gehen kann. Wir decken uns vor der Rückfahrt in einem Supermarkt ein, die vom Sortiment her eine Klasse für sich sind.

Camargue

Auf in die Camargue

Es geht wieder Richtung Osten, gen Heimat. Wir lassen Montpellier hinter uns und fahren hinein in die wunderschöne Camargue, genauer gesagt: in die kleine Camargue. Die Trockenheit des Südwestens weicht hier üppigem Grün dieses riesigen, ja wie sagt man – Schwemmland? Riesige Lagunen zerschneiden dieses Land hier in unzählige Teile, in denen die Natur weitestgehend freien Lauf hat. Die Camargue ist nämlich ein riesiges Naturschutzgebiet, in dem wilde Pferde umherstreifen und rosafarbene Flamingos zusammen mit hunderten anderen Vogelarten an schilfigen Ufern geschützt sind vor dem Menschen. Wir fahren nach Norden, weg vom Meer, vorbei an Arles auf einen Campingplatz am Rande des hübschen Dörfchens Fontvielle. Unserer Campingplatz gehört der Kette HUTTOPIA an und ist wirklich wahnsinnig schön. Sowohl was die Lage angeht als auch hinsichtlich Größe und Gestaltung. Von hier aus unternehmen wir Ausflüge in die Umgebung.

Saintes Maries de la Mer

Sainte Marie de la Mer

Da wären in erster Linie die Strände der Camargue, die wirklich eine Klasse für sich sind. Der Osten nämlich, diese Côte d’Azur, sie ist „POSH“, der Südwesten bei Perpignant ist vielleicht zu sehr Ferienkulisse. Die Camargue aber bietet stilistisch eine angenehme Melange dieser beiden Welten. Den Ort Saintes Maries de la Mer erreichen wir nach knappen 40 Minuten Fahrt von Fontvielle aus. Der weiße Ort wird vom Tourismus und Eiheimischen gleichermaßen geprägt und liegt wunderschön da vor endlosen, weißen Sandstränden. Dort hat man Gesellschaft aus aller Herren Länder. Es ist total durchmischt, weder billig noch posh, sondern einfach gesittet, schön und ohne Gedöns. Alles ist frei zugänglich, keine Miete für Liegen. Sand, Meer, fertig, dahinter das blaue Meer, das flach und weit zugänglich ist. Es ist wunderschön, es ist perfekt, es ist der ideale Urlaubsort, ein Ort der Sehnsucht. Wir lassen die Seele baumeln im warmen Sand, während die Kinder Muscheln sammeln und Sandburgen bauen. Am späten Nachmittag lassen wir uns durch den Ort treiben, in dem sich Cafés, Restaurants, Bars und Geschäfte dahinreihen. Es ist voll, aber nicht zu voll sondern stilvoll gesellig.

Arles

Arles

Arles ist eine ganz besondere, lebendige, interessante und atemberaubende Stadt.  Auf den ersten Blick wirken die verwinkelten Gassen etwas heruntergekommen, die Armut liegt sichtlich in der Luft. Auf den zweiten Blick fallen einem dann aber die alten, schweren und wunderschönen Haustüren auf und die Kübelpflanzen, welche die Bewohner auf die Straße stellen und von wo diese emporwachsen an den erdfarbenen Fassaden und einen tollen Kontrast bilden. Die Stadt ist voller Leben, überall brodelt und sprudelt es, die kleinen Bars und Cafés sind voller Menschen. Die Gassen werden belebt durch Galerien, coolen Vintage- und Einrichtungsläden und Künstler stellen Ihre Werke direkt auf der Straße aus oder plakatieren die alten Hausfassaden. Denn ja, Arles ist eine Stadt der Kunst. Das fällt einem schon von weitem auf. Ein riesiger, silberner, von weitem unfertig erscheinender Turm ragt in die Höhe. Kein Geringerer als Stararchitekt Frank Gehry hat diesen entworfen als Teil des riesigen Kunstareals LUMA, das sich der zeitgenössischen Kunst und den neuen Medien widmet. In der Vergangenheit haben hier die ganz Großen gewirkt, Van Gogh zum Beispiel. Ende des 19. Jhd. kam er hierher, inspiriert durch Landschaft und Licht.

Fazit dieser zweiten Frankreichtour

Auch dieser Roadtrip durch Frankreich war trotz Schulferien ein, na wie sagt man, ein Erfolg. Frankreich beeindruckt immer wieder durch die facettenreichen Landschaften, das Meer, die wilden Flüssen, die hübschen Städten, das Essen und die Kultur. Und das Beste, es liegt direkt um die Ecke.

Ma San[/Avatar]

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