ROAD TO KÖLN #1 – Woche 1
Der Countdown läuft. Der für den Köln Marathon und auch noch ein anderer Countdown – der GREIF-Countdown, ihr wisst schon. Mein zehnter Marathon wird das exklusive ein paar Ultras, will heißen: zwangsläufig etwas Besonderes. Nebenbei ist mir aufgefallen, dass ich bereits in Berlin, Hamburg und Frankfurt gelaufen bin und, sollte das mit Köln ein gutes Ende haben, mir nur noch München fehlt für die GERMAN BIG FIVE. Ein schönes Ziel für die Zukunft also. Für nächstes Jahr habe ich einiges vor und es wird mich dorthin verschlagen, wo ich mich am wohlsten fühle, auf den Trail – und zwar auf jenen des UTMB GRAND EST, schick oder? Mit dem Ultra Trail du Grand Ballon dieses Jahr habe ich bereits einen UTMB Index, mit dem Grand Est in der Tasche (wenn es denn was wird) werden UTMB Running Stones folgen. Und sollte das klappen, dann wäre das eine Chance auf meinen ganz großen Traum – mich für einen Start für die 50M beim UTMB du Mont Blanc zu bewerben. Aber lassen wir die Träume mal beiseite, Marathon Mode On, Baby.
Marathon Mode ON, Baby!
Nach dem Grand Ballon fiel ich so langsam in ein Sommerloch, ist immer so. Viel “Langes” war nicht dabei, aber ab- und an mal ein Rennen mit Vollgas und hey, ein bisschen “Rumgedümpel”. Dann kam der Urlaub und da fing ich dann wieder langsam an, mehr Effizienz ins Training zu kriegen, vor allem was Tempohärte und Grundschnelligkeit angeht. Drei Wochen vor der achtwöchigen Marathon-Endvorbereitung und Beginn des Greif-Countdowns fing ich dann mit Longruns an den Wochenenden an, 24, 28 und 30K, um dann nach Greif auf 35K mit Endbeschleunigung zu gehen. Nun, Woche 1 liegt hinter mir mit knappen 70 Wochenkilometern. Okay, nicht ganz soviel für ein Marathontraining und Luft nach oben. Aber dafür stimmte die Qualität bei den Einheiten, Grund für Optimismus also.
Das war meine erste Trainingswoche
- Sonntag, 15K Tempolauf: Diesen machte ich nicht Montag, sondern schon Sonntag. Ich lief diesen in MRT mit Schnitt 4:10 auf den Kilometer. Keine Probleme!
- Dienstag: 5K easy
- Mittwoch, Intervalle: Auf einen Erholungslauf am Dienstag folgte die gefürchtete 1000/2000/3000 Greif-Treppe. Die Intervalle schaffte ich in einer Pace zwischen 3:44 und 3:50 und schneller als vorgesehen. Da ich aber am Pensum spare, gehe ich mehr in die Härte und auch mehr in die Regeneration. Das ist etwas, was ich für mich lange schon so halte.
- Donnerstag: 5K easy
- Samstag, Longrun: Nach einem Erholungslauf am Folgetag und einem ganzen Tag Erholung am Tag drauf folgte dann der berüchtigte “Fünfundreißiger”. Für Greif ist alles darunter einem Marathonläufer nicht würdig. Fünfunddreißig oder nichts! Vor dem ersten habe ich immer richtig Angst, aber hey, die erste Stunde ging mit „Einer läuft einer hinterher“ schneller vorbei als man denken kann, und dann waren es nur noch 25. Und hey, “Schmidti”, ich weiß ja dass du auch für Köln trainierst, aber lass dir eines sagen: deine Longruns sind zu kurz! Nun denn, ein paar Gehpausen mussten sein, vor allem bergauf, und auch ein paar Stopps. Die Endbeschleunigung ging dafür unter 4:10 auf den Kilometer. Ich beschloss aber, diese Intervall-mäßig zu unterbrechen und lief 2K, Pause, 1K, Pause, 1K. Dass heißt 4K Endbeschleunigung statt 3, dafür Pause. Nicht weil ich Lust und Laune dazu hatte, sondern weil mir die Distanz in diesem Stadium einfach zusetzt. Greif würde mich killen dafür aber hey, ich bin noch nicht ganz adaptiert an die 35K. In der Regel ist man spätestens in Woche 3 soweit, warten wir’s also ab.
- Sonntag, Entspannung: Am Sonntag dann noch der Wochenabschluss mit einer langsamen 13K Einheit, die ich mir mit einer knallharten STRAVA-Krone, ja wie sagt man, krönte. Das mache ich, um aus dem Trott rauszukommen, langsame Dinger kurz zu brechen mit Steigerungen, in diesem Fall mit Wettkampfcharakter. In letzter Zeit, vor allem im Urlaub, habe ich wieder die Lust an STRAVA-Segmenten gefunden, weil ich einfach nicht so Bock hatte am Laufen – eher fürs Radfahren – und da mussten Strava-Segmente her. Ich habe mich an den krassesten Segmenten versucht, die es so gab und irgendwie noch laufbar waren und dachte hey, why not. Das ist wirklich cool an etablierten STRAVA-SEGMENTEN. Es ist eine Art Rennen und man macht dieses Rennen gegen einen unsichtbaren Gegner, wann immer man das will. Und dann ergreift mich einfach die Lust am Laufen und der Wunsch, alles aus mir herauszuholen. Ich bin einfach so ein Typ und kann euch sagen: Wenn ihr denkt ihr schafft den KOM auf einem Segment nicht weil der oder die zu gut ist. FUCK IT, versucht es einfach trotzdem und sagt euch, ICH LEG DA JETZT MAL ALLES REIN was geht. So habe ich es hier und da gemacht, und wenn das Laktat über die Beine gen Brustkorb hochstieg, da dachte ich: Hey, das tut an der Stelle jedem weh, und habe nicht nachgelassen, und den ein- oder anderen KOM geholt, den ich nicht für möglich hielt. So etwas macht den langsamen Lauf zu einer Art Fartlek mit Fun-Charakter.
Keep on Running brothers, ich melde mich nach Woche zwei (wenn ich es überleben sollte)! Noch jemand in Köln dabei?
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2 Kommentare
Johannes
Moin. Wir kennen uns nicht, aber habe in den letzten Wochen zig Artikel in deinem Blog verschlungen. Gerade solche Erfahrungsberichte + Reflexion wie bei dir sind dann doch nicht durch ChatGPT zu ersetzen (was ansonsten mein Laufcoaching macht).
Bin dabei in Köln, mein erster Marathon 🙂 Mindestens 3:29, besser 3:19 sollen es werden. Etwas Ambition muss ja dabei sein ^^ Dem Trainingsplan nach bin ich on track, aber ist natürlich alles Theorie.
Am Sonntag laufe ich einen lokalen Prep HM (Rund um den Fühlinger See) und würde mir mit einer 1:34er gern die “Legitimation” abholen, aber bei prognostizierten 26 Grad wird das bei den harten Zahlen eher nicht so erkenntnisreich sein.
Naja. Ich hab dir gerade mal ein Follow Request bei Strava geschickt. Schöne Woche einstweilen & bis dahin 🙂
MaSan
Hallo Johannes,
vielen Dank für’s Vorbeischauen und Kommentieren. Cool, dass wir beide für Köln trainieren, ich freue mich langsam drauf, ist ja a aber noch ne Weile hin. Für kommendes Wochenende habe ich mich auch für einen HM bei mir um die Ecke angemeldet, – toll, dass genau in Woche 4 hier einer ist! – habe aber auch so meine Befürchtungen dass es zu warm sein könnte. Aber hey, was willst du machen. Das ist eine gute Möglichkeit, Ernährung und Schuhe zu testen und so was. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Dein Ziel für Köln ist sehr ambitioniert für den ersten Marathon, aber auf jeden Fall machbar. Es ist auch gut, zwei Ziele zu haben, in deinem Fall 3:19. Läuft es nicht, 3:25. Wenn auch das nicht klappt, 3:29. Der HM ist eine Benchmark, aber nur eine. Viel wichtiger ist mir, ob ich bei den Longruns über 35 Kilometer am Ende bei der Endbeschleunigung Marathon-Pace laufen kann. Je nachdem wie das läuft, passe ich mein Ziel in Nuancen an. Ich wünsche Dir schon jetzt maximalen Erfolg in Köln!!! Liebe Grüße