Doha, Katar

Eindrücke aus Katar

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Ich war dort in dem Land, von dem die ganze Welt gerade spricht, in Katar. Es knistert in der Golfregion, nicht erst jetzt, sondern schon lange. Unter den fordernden Augen Donald Trumps haben Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten dem kleinen Nachbarn ein Ultimatum von zehn Tagen gestellt, einen unangenehmen Forderungskatalog zu genehmigen. Katar soll die Unterstützungen terroristischer Organisationen sofort beenden. Damit gemeint sind die libanesische Hisbollah, die Muslimbruderschaft und auch islamistische Milizen in Lybien. Die diplomatischen Beziehungen zum Iran solle man abbrechen und türkische Truppen des Landes verweisen. Die Forderungen gehen allerdings noch weiter. Sollte Scheich Tamim bin Hamad al-Thani diese nicht akzeptieren, so droht dem Land die Isolation, die man laut dem Außenminister der Emirate über Jahre aufrechterhalten könne.

Doha, Katar
Jatzt im Mai misst das Thermometer 37 Grad

Dieses Katar ist zudem das Land, in dem bald die Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden wird. Franz Beckenbauer war ganz vorne dabei, als man entschied, die Spiele in einem Land auszutragen, das mit Fußball ungefähr so viel zu tun hat wie Thailand mit dem Wintersport, nämlich gar nichts. Vorwürfe, dass man die Menschenrechte der Millionen indischen und pakistanischen Wanderarbeiter mit Füßen trete, bestritt Beckenbauer. Was ist das für ein Land, dieses Katar? Ich war dort und machte mir einen Eindruck.

Doha, Katar
Die Skyline von Doha

Ankunft in der Wüste
Der Flughafen in Doha ist riesig und wirkt so unheimlich menschenleer. Man ahnt, dass hier sehr bald die Welt zu Besuch sein wird, um in den Stadien, die es noch nicht gibt, Fußball zu schauen. Alles ist neu, topmodern. So wie man es erwartet in einem Land, in dem quasi jeder Millionär ist. Von 1.000 Familien sind knappe 200 Millionärsfamilien. Als ich das angenehm kühle Terminal verlasse, um im Außenbereich auf das Taxi zu warten, trete ich in einen Backofen. Das Thermometer misst stolze 37 Grad jetzt im Mai. Dabei ist der Sommer noch so weit weg. Dennoch ist es eine angenehme Hitze, die mir nicht schwerfällt. Es ist in etwa so warm wie in einer Sauna, nur dass man nicht schwitzt. Nun denn. Auf einer neu gebauten Autobahn nähern wir uns Doha, dieser Stadt mitten in der Wüste. Wo einmal Nomaden durch die Wüste zogen und die Menschen in traditionellen Lehmbauten wohnten, ragt heute ein Wolkenkratzer neben dem anderen in den Himmel. Bevor man in die Stadt gelangt, fällt der Blick noch einmal in Richtung Meer. Irgendwo dort, so der Taxifahrer, liege The Pearl, jene künstliche Insel, auf der sich die Reichen und Schönen für ein Vermögen ihre Villen errichteten. „Aha“, ewidere ich nüchtern. In der Mitte der neugebauten Allee, auf der wir und ins Zentrum vorschieben, ist ein Grünstreifen. Alle paar Meter werden die darauf empor ragenden Palmen künstlich bewässert. Im Gras hocken vermummte Gestalten, arm sehen sie aus. Mit Scheeren stutzen sie die Grashalme einzeln. Einer werkelt gerade in einer Palme herum, ist dabei, die Äste zu stutzen. „Mein Gott“, denke ich, da draußen sind fast 40 Grad.

Doha, Katar
Wanderarbeiter schuften in der Hitze

Ein Teil vom Spiel
Um ehrlich zu sein, bin ich nicht hier, um Urlaub zu machen. Bin nicht hier, um auf Pearl Island spazieren zu gehen und mir irgendwelche Villen anzusehen, die Menschen gehören, die fernab jeglicher Realität leben. Die Realität nämlich, das sind diese Wanderarbeiter, die hier für einen Hungerlohn das Gras hüten, damit es schön grün ist, wenn die High Society mit ihren Land Rovern anreist. Nein, ich bin beruflich hier. Ich bin Architekt, und irgendwo hier im Sand soll ein Gebäude gebaut werden, welches von meinem Unternehmen errichtet werden soll. Damit bin ich nun, ob ich will oder nicht, Teil von diesem ganzen Schauspiel, das sich hier in der Wüste abspielt.

Doha, Katar
Wohin man sieht etnstehen spektakuläre Bauten

Als Architekt fallen mir einige Dinge sofort auf, die anderen vielleicht nicht auffallen. Wir passieren ein Gebäude, das aussieht wie eine Wüstenrose. Eine Wüstenrose entsteht durch Sandablagerungen, die sich aufschichten im Laufe der Jahre und von Wind geformt werden. So sehen sie aus wie aus Stein gemeiselte Rosen. Dieses Gebäude, das ich am Straßenrand sehe, sieht aus wie eine gigantische Wüstenrose. Als Architekt weiß ich auch, wer das Gebäude geplant hat, ein renommierter französischer Architekt nämlich. Überall laufen Gastarbeiter im Staub herum, um die Träume des Europäers wahr werden zu lassen. Das Museum ist übrigens ein Ableger eines namhaften Pariser Museums. Um ehrlich zu sein, gefällt mir nicht, was ich da sehe. Ich mag es nicht, derart bildhaft zu bauen. Frank Lloyd Wright, einer der größten Architekten aller Zeiten, sagte einmal folgenden Satz, den jeder Architekt auf der Welt kennt: „Form follows function!“ Das bedeutet, dass die Form eines Gebäudes die logische Konsequenz der inneren Funktion sein sollte. So bei der Philharmonie in Berlin. Hans Scharoun formte die Hülle um das eigentliche Herz des Gebäudes, den Konzertsaal herum. Der Architekt dieser Wüstenrose hier sieht dies anscheinend umgekehrt. Zuerst ist also das Bild der Windrose da, und das Museum, na das wird man schon irgendwie unterkriegen.

Doha, Katar
Überall wird gebaut

Buhlen nach Aufmerksamkeit
Ich für meinen Teil halte es wie Frank Lloyd Wright. Aus diesem Grund interessiere ich mich auch nicht allzu sehr für dieses Pearl Island. Dass dieses Gebilde aus im Meer künstlich mit gigantischem Aufwand aufgeschichtetem Sand vom Weltall vielleicht aussieht wie die Nachbildung unserer Kontinente, da mag ja sein. Fakt ist aber, von hier unten aus ist dies nicht zu erkennen! Ich finde nicht, dass ein solch bildhaftes Denken eine Architektur von Wert schaffen kann. Wenn ich mich weiter umblicke, sehe ich unzählige Türme aus Glas, die in die Luft ragen. Der eine ist konvex gekrümmt, der andere konkav, ein anderer sieht aus wie der große Bruder aus Abu Dhabi, wie ein großes Segel. Ich frage mich, was das alles soll, dieses Spiel der Geometrie, weiß aber sogleich die Antwort. Es soll signalisieren, dass man wer ist in der Welt. Zu was man in der Lage ist, das man etwas bedeutet. Kann man machen! Jedoch finde ich, dass ein Gebäude ein Teil eines größeren Gebildes ist, nämlich der Stadt. Viele architektonische Feuerwerke nebeneinander formen keine Stadt, sagen einem nicht, wo das Zentrum ist und wo dieses aufhört. Eine gut geplante Stadt vermittelt Informationen dieser Art dem Besucher automatisch. Die Breiten der Straßen, die Gebäudehöhe, die zum Zentrum hin zunehmende Verdichtung, all diese Zeichen liest man intuitiv. Jedoch nur, wenn sich eine Stadt lesen lässt. Hier sehe ich lediglich ein Wolkenkratzer neben dem anderen. Ein jeder ein Highlight, ja. Dennoch wirkt das ganze Gebilde wie ein einziges buhlen um Aufmerksamkeit. Jeder für sich beeindruckend, doch gleichermaßen langweilig.

Doha, Katar
Wolkenkratzer überall

Eine Welt aus Glas
Die Türme sind fast ausschließlich aus Glas gebaut, von oben bis unten. Wenn ich an Wüste denke, denke ich allerdings nicht an Glas, ganz im Gegenteil. Der Badgir ist ein sogenannter Windturm, ein traditionelles architektonisches Gebilde, wie es für Jahrhunderte in der Region gebaut wurde. Ein Windturm ist aus Lehm gebaut und fast vollständig geschlossen, um vor der Hitze des Tages, der Kälte der Nacht und dem unerbittlichen Wüstenwind zu schützen. Das Gebäude wir überragt von einem Turm, der ihm den markanten Namen gibt. Aus ihm hinaus strömt die verbrauchte Luft aus dem Gebäude heraus. Diese Luft wurde zuvor kühl in das Gebäude hineingeleitet, durch einen Windtunnel. Dieser Tunnel führt wiederum zu einem Ansaugturm, der den Wind aufnimmt. Dabei filtert er den Sand aus der Luft, bevor er diese ins Gebäude einleitet, und das angenehm vorgekühlt durch eine unterirdische Führung. Ein perfekt auf die Wüste abgestimmtes architektonisches Konstrukt. Ich frage mich, warum die Hochhäuser um mich herum nicht in irgendeiner Weise inspiriert sind von dem Badgir. Aber nein, die von Glas umhüllten Häuser werden mit gigantischem Aufwand gekühlt. Der Wüstensand, der einem hier permanent um die Ohren fliegt, setzt sich fies auf das Glas wie ein Schleier, so dass es permanent gereinigt werden muss. Von Wanderarbeitern, versteht sich!

Doha, Katar
Schwimmen im 69, Stock? In Doha geht das!

Die falschen Fragen
Das Hotel, in dem ich untergebracht bin, hat siebzig Stockwerke. Vor dem Haupteingang parken italienische Sportwagen, aus denen Männer in ihren Thawbs steigen, den traditionellen, schneeweißen Gewändern. Durch die Lobby fahre ich mit dem Aufzug in den 48 Stock zu meinem Zimmer. Ich lege de Tasche ab und sehe hinaus über die Stadt hinweg. Wohin man auch sieht, Kräne, überall Kräne. Ein Flyer auf dem Tisch lädt zum Außenpool im 69. Stock ein. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen und fahre hinauf. Und tatsächlich. Ein riesiger Pool thront in der Höhe und Touristen aus aller Welt schauen bei einem Glas Gin Tonic hinunter auf die Wüstenstadt. Natürlich staune ich nicht schlecht. Staune darüber, was man hier geschaffen hat, aus dem Nichts! Gleichzeitig frage ich mich aber auch: Wo sind die Solarzellen in diesem Land, um die Sonne zu nutzen? Warum braucht es einen Außenpool im 60. Stockwerk? Noch dazu in einem der trockensten Ländern auf dieser Erde?Fragen, die man nicht stellen sollte in einem Land wie Katar.

Doha, Katar
Blick in die Weite

Alles umsonst
230.000 Einwohner hat Katar, knappe 50.000 davon sind mindestens Millionäre. Wen man bedenkt, dass der ein oder andere verheiratet ist und der ein oder andere auch Kinder hat, dann kann man daraus schlussfolgern, dass hier so gut wie alle Millionäre sind, wenn nicht Milliardäre. Auf diese 230.000 Menschen kommen mehr als 1.5 Millionen Gastarbeiter, die die kühnen Visionen ihrer Herren in die Realität umsetzen. Deswegen sehe ich hier keine Solarzellen, sondern ausschließlich Sportwagen und Landrover, die gut und gerne 15 Liter auf hundert Kilometer fressen. Aber macht ja nix, im Land des Öls. Den daher rührt der ganze Reichtum. Aus dem Öl, was man hier unter dem Sand fand. Über 90% des Exports bildet Öl und Treibstoff und damit hat man so viel Geld hier, um es nach Belieben aus dem Fenster zu werfen. Und selbst wenn man die ganze Kohle den ganzen Tag von morgens bis abends mit beiden Händen rauswerfen würde, es würde nie leer werden. Nirgendwo auf der Welt ist der CO² Ausstoß pro Kopf so hoch wie hier. Pro Kopf werden hier 40 Tonnen CO² pro Kopf und Jahr ausgestoßen. Zum Vergleich. In Deutschland stößt der Durchschnittsbürger knappe 9 Tonnen pro Kopf und Jahr aus, in den USA 16. Na dann, gute Nacht, Klimaschutz! Es ist erstaunlich, dass in Katar neben der Krankenversicherung und der Bildung auch Strom und Wasser kostenlos ist. Ich finde es absurd, dass ein Volk, dass in der Wüste lebt, derart verschwenderisch mit seinen Ressourcen umgeht. Das Geld, so hat man den Eindruck, denkt eben nicht logisch. Wenn der Außenpool 200.000 Liter Wasser braucht, dann braucht er eben so viel. Und wenn man kein Wasser hat, da man nun mal in der Wüste lebt, na dann besorgt man eben welches! Ich vermute, dass wohl jedes der vielen Hochhäuser hier einen Außenpool in spektakulärer Höhe hat. Damit der Gin Tonic auch gut schmeckt! Katar gehört übrigens zu den trockensten Landschaften der Erde. Neben Wasser ist übrigens auch Strom kostenlos. Warum also sparsam mit Elektrizität umgehen oder Solarzellen einsetzen, wenn alles nichts kostet? Was ist eigentlich mit dem Klimawendel, dem Schmelzen der Pole? Hatten wir nicht einmal gemeinsame Ziele in der Welt?

Doha, Katar
Doha hat auch ein hässliches Gesicht

Nicht willkommen
Der Ausflug ins Industriegebiet, wo unser Gebäude entstehen soll, wirkt wie aus dem Endzeitfilm Mad Max. Die schön asphaltierten Straßen werden abgelöst durch Geröllpisten. Alles ist staubig. Am Straßenrand stehen Autos, die von einer Schicht dickem, gelben Sand bedeckt sind. Ein Mann läuft vorbei an der traurigen Straßenszene, mit einer Plastiktüte in der Hand. Wo möchte er wohl hin in dieser Tristesse? Überall ärmliche Wohnbauten, gezeichnet von viereckigen Klimageräten an der Fassade. Hier wohnen die Pakistani und Inder, die hier schuften müssen, damit es auch was wird mit der Weltmeisterschaft demnächst. Sie wohnen hier abseits des Reichtums, auf engstem Raum, in einer nie enden wollenden Tristesse aus Staub. Es gibt viele Geschichten über die Menschen hier. Das an ihnen die Pässe abgenommen werden, sobald sie hier einreise. Dass sie der Willkür der Bauherren ausgeliefert seien. Ob Franz Beckenbauer hier wohl war? Eher nicht! Ich weiß nicht, was an solchen Geschichten dran ist. Was ich weiß ist, dass das, was ich sehe, mich beunruhigt. Diese Menschen her sehen nicht so aus, als wären sie willkommen.

Doha, Katar
Behausungen der Wanderarbeiter

Das Leben des Expats
Wem es hier allerdings ziemlich gut geht, sind die vielen Expats. All jene aus der westlichen Welt, die beschlossen haben, hier zu leben und zu arbeiten. Die meisten von Ihnen arbeiten für internationale Ölkonzerne und haben monatliche Gehälter jenseits aller Vorstellungskraft. Das nehme ich zumindest an. Diese Expats sieht man tagsüber nicht. Wie auch? Auf der Straße sieht man eigentlich sowieso niemanden. Das liegt daran, das Doha keine Stadt für Fußgänger ist. Die Dimensionen der Straßen hier sind nicht für den Menschen gemacht, der auf zwei Beinen läuft. Sondern eher für jene, die von der Lobby ins Taxi huschen, und vom Taxi wiederum in den nächsten Aufzug der nächsten Lobby. Eine Straße zu überqueren ist in dieser Stadt ein schwieriges Unterfangen. Das fängt schon damit an, dass es so gut wie keine Fußgängerüberwege gibt. Wenn man die Straße dann einfach so überqueren möchte, stellt man fest, dass von den riesigen Landrovern nur in den seltensten Fällen einer bereit ist, mal eben kurz aufs Bremspedal zu treten. Nun denn. Abends trifft man dann den ein- oder anderen Expats in sündhaft teuren Restaurants, die sich irgendwo in den Eingeweiden riesiger Wolkenkratzer befinden. Dann erzählen sie, wie gut es ihnen hier geht. Von ihren Compounds zum Beispiel, ihren streng bewachten Wohnkomplexen, wo sie zusammen mit anderen Expats leben. Dort fahren sie also hin nach der Arbeit.

Doha, Katar
Little Venice

Little Venice
Ein anderer erzählt wie gebannt vom Nachbau einer Shoppingmall, die aussehe wie Venedig. Das finde ich spannend. Am nächsten Tag zeigt er mir dieses Little Venice und ich muss wirklich sagen: Das sieht tatsächlich aus wie Venedig. Überall Kanäle, die sich so dahin winden und die berühmten Boote, und über allem schwebt ein künstlicher Himmel. Es ist wirklich verrückt. Irgendwann stehen wir vor einem Riesenrad und wenig später vor einem Eishockeyfeld. Mir fehlen die Worte, als wir dann in eine Luxuspassage eintreten, in die pures Gold in die Fliesen unter uns eingesetzt ist. Jetzt mal ganz im Ernst: Von mir aus kann jeder machen, was er will. Jeder kann gerne Venedig nachbauen, oder Paris, oder was auch immer. Nur, man kann nicht erwarten, dass das jemand wirklich verstehen soll. Ich bemühe mich ja, ganz ehrlich, aber ich verstehe es nicht. Wenn ich an die Golfregion denke, an die Wüste, dann denke ich ganz einfach an andere Dinge als an Venedig. Es gibt so schöne Elemente, die man aus der eigenen Kultur hätte verwenden können für eine Shoppingall wie diese. Einen Souk zum Beispiel, diesen typischen Basar, den man überall auf der Welt in muslimischen Städten findet. Ich habe schon viele solcher Souks gesehen, in Marokko zum Beispiel. Es fehlen mir nicht heute die Worte, wenn ich daran denke, wie schön dieser ist.

Doha, Katar
Souk Waqif

Abschied
Meinen Souk bekomme ich allerdings dann doch noch. Wir fahren zum Souq Waqif. Vor mindestens hundert Jahren gegründet, wurde es erst vor wenigen Jahren vollständig renoviert. Schade eigentlich. Dennoch ist es großartig, sich hier in den vielen, kleinen Gässchen zu verlieren. Die Kataris sitzen draußen in der Sonne, über Ihnen thronende Klimageräte blasen Ihnen kühle Luft entgegen. Ich vernehme die Rufe des Muezzins, der die Gläubigen zum Gebet ruft, und nuckle an meinem kühlen Pfefferminz-Eistee. Meine Zeit in Katar nähert sich dem Ende und vieles von dem, was ich hier sah, hat mich irritiert. Statt auf eine auf die örtlichen Gegebenheiten angepasste Welt bin ich auf eine gestoßen, die ganz und gar westlich sein will. Dieses Muskelspiel beeindruckt zwar, aber dieses Staunen ist nur von kurzer Dauer. Letztlich verbergen sich hinter spektakulären Fassaden einer Windrose eben Wände, an denen Bilder hängen müssen. Und auf einem Kanal fährt es sich im echten Venedig tausendmal schöner als in einer seichten Kopie! Werde selbstbewusster, Katar!

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MaSan
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