Hände

Vater und Sohn

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Ein wunderbarer Film über die Bedeutung von Familie in der heutigen Zeit. Voller Tiefgang, kommt Vater und Sohn ganz ohne großes Feuerwerk aus. 2013 in Cannes ausgezeichnet, sorgte der japanische Film für große Aufmerksamkeit.

Japan. Familienvater Ryota lebt mit seiner Frau und seinem Sohn Keita in der Großstadt. Er ist erfolgreicher Angestellter und lebt für seine Karriere. Für seine Familie hat er deshalb kaum Zeit, da er stets spät nach Hause kommt. Das Leben seines Sohnes entgeht ihm deshalb völlig. Erzogen wird der Sprössling voller Disziplin. Wenn man beim Klavierspielen nicht nach maximalem Erfolg strebe, so der Vater während einer aus seiner Sicht enttäuschenden Vorführung seines Sohnes, dann könne man es auch gleich lassen. Das belastet auch die Beziehung zu seiner Frau, die sehr darunter leidet, einen Mann zu haben, der immer weg ist, immer nur arbeitet.

Eines Tages bekommt die Familie einen Anruf aus dem Krankenhaus. Es besteht der Verdacht,  dass Keita nicht der leibhaftige Sohn ist, sondern dass es nach der Geburt zu einer Verwechslung kam. Der Verdacht bestätigt sich, und die Familie ist am Boden zerstört. So kommt die Familie mit dem Familienvater Yudai in Kontakt, der mit seinen drei Kindern und dessen Frau in der Vorstadt ein bescheidenes Leben als Haushaltswarenverkäufer führt. „Jetzt macht alles einen Sinn“, flucht Ryota zu seiner Frau, womit er seinen aus seiner Sicht untalentierten Sohn anspricht. Seine Frau trifft dies sehr und die beiden geraten in eine Ehekrise.

Yudai lebt in den Tag hinein, macht sich überhaupt keine Sorgen um Geld und vermittelt dies eben auch an seine Kinder. So ist auch Ryotas wahrer Sohn Ryusei ganz und gar nicht so erzogen, wie es der strenge Vater wünscht. Die beiden Familien tauschen nun über das Wochenende ihre ‚falschen‘ Söhne gegen die richtigen aus, um sie langsam einzugewöhnen und letztlich ganz auszutauschen. So wohnt nun Keita unter den chaotischen Umständen in der Vorstadt und Ryusei im sehr stillen und Hotel-ähnlichen Apartment in der Großstadt. Natürlich kommt es zu großen Problemen, denn die Kinder können sich an ihr neues zu Hause nicht gewöhnen.

Koreeda Hirokazu drehte einen anrührenden Film über die unterschiedliche Auffassung von Erziehung und Vaterschaftsliebe. Die Frage, ob nun Blutsverwandtschaft oder über die Jahre gewachsene Zuneigung wichtiger sind, wird dem Zuschauer gestellt. Allen voran geht es um den Erfolgsmenschen Ryota, der auf die Probe gestellt wird. Die Geschehnisse bringen ihn widerstrebig dazu, sein von strengen Regeln unterworfenes Leben zu hinterfragen und ein ganz neuer Mensch zu werden. Tipp: Zur Zeit ist ‚Vater und Sohn‘ auf der arte-Mediathek zu sehen.

MaSanMa San[/Avatar]

 

 

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