Sven Lorig: Lässig laufen (Buchrezension)

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Sven Lorigs „Lässig Laufen“ richtet sich vor allem an Laufanfänger und solche, die es werden wollen. Die Message „jeder kann laufen“ wird über viele persönliche Erfahrungen sehr gut vermittelt.

Runter vom Sofa
Einige Pfunde zu viel, erhebt sich Sven Lorig eines Tages vom geliebten Sofa, schnürt sich die alten Laufschuhe und läuft los. Er merkt schnell, viel geht da nicht mehr. Bereits nach wenigen Kilometern ist er sichtlich erschöpft. Doch langsam aber sicher steigert er sich, bis er sich auf einer Party lauthals auf ein Abenteuer einlässt, dass er schnell bereuen wird. Das Abenteuer heißt Marathon, und gemeinsam mit einem Freund möchte er diesen unter vier Stunden laufen. Was schnell gesagt ist, ist leider nicht so leicht getan, und das Training fordert seinen Tribut. Aber eins nach dem anderen.

Panorama mit Läuferin für Buchrezension zu Sven Lorigs Buch 'Lässig Laufen'
Das Schöne am Laufen – man kann es immer und überall machen! Bild: Skeeze, Pixabay

Wie wird man eigentlich Läufer?
Sven Lorig ist ein leidenschaftlicher Läufer, und genau das vermittelt auch sein Buch – die Leidenschaft am Laufen. Und wenn man seine Zeilen liest, möchte man am liebsten sofort loslaufen. Besonders für Anfänger ist die Lektüre geradezu perfekt. Denn was diese brauchen, ist die nötige Motivation. Was ist das Schöne am Laufen? Lorig gibt die Antwort. Zum Beispiel, allein zu sein mit sich selbst, ohne Handy und ohne Telefon nach einem langen Tag im Büro. Wie nimmt man am besten ab? Indem man, na wer hätte das gedacht, ziemlich langsam läuft. Welche Schuhe sollte man tragen und warum zum Teufel braucht man eine Pulsuhr? Step by Step bekommt man ein kleines 1×1 an die Hand gelegt, das einem vermittelt, wie man eigentlich beginnt und was man dazu braucht – erstaunlich wenig!

Lässig Laufen
Lorig schreibt über die Vorzüge, sich verschiedene Trainingsstrecken auszusuchen, und dass sich Laufen auch wunderbar eignet, eine neue Stadt kennenzulernen. Das alles gespickt mit eigenen Geschichten, als er zu Beispiel während einer Berichterstattung in der Ukraine – Lorig ist Berichterstatter bei der ARD – durch eine Stadt läuft, die sich in der Entwicklung im letzten Jahrtausend befindet. Irgendwann findet er sich in der Wohnung eines Drogendealers wieder, mehr verrate ich nicht. Genau diese kleinen Geschichten heben das Buch von anderen ab, da sie ihm eine sehr persönliche Note verleihen. Vor allem geht es Lorig darum locker an die Sache heranzugehen, sich nicht zu viel zuzumuten, sich Zeit zu lassen und nicht zu ehrgeizig mit sich selbst zu sein. Das gilt vor allem für jene, die sich auf die Herausforderung Marathon einlassen.

Der Mann mit dem Hammer
Lange trainiert Lorig mit einem Freund, um sich auf die 42 Kilometer vorzubereiten. Was er schmerzlich einsieht ist, dass das Laufen seinen Tribut fordert. Lange Läufe während des Wochenendes kosten viel Zeit, die ihm dann für die Familie fehlt. Dann der große Tag beim Marathon in Köln, die schlaflose Nacht davor. Beim Lauf merkt Lorig schnell, dass er seine anvisierte Zeit nicht erreichen wird. Er hat zu wenig trainiert, den Trainingsplan nur halbherzig verfolgt, und der berühmte Mann mit dem Hammer sucht ihn gnadenlos heim bei Kilometer 30 heim. Doch die einzigartige Stimmung während des Laufs, die vielen Zuschauer und allein die Tatsache, die unvorstellbar harte Strecke geschafft zu haben, waren die Mühe wert. Als er sich trotzdem beim Überschreiten der Ziellinie laut selbst fragt, warum er das überhaupt mache, erwidert ihm ein Mitläufer: „Weil es geil ist!“ Für Lorig die treffendste Beschreibung eines Marathons, die er je gehört hat. Für alle, die zum ersten Mal einen Marathon angehen, bietet sich „Lässig laufen“ sehr an.

Lorig bedient Anfänger und fortgeschrittene Läufer gleichermaßen
Lorig läuft immer mehr und seine Ambitionen werden größer. Er wendet sich einem professionellen Trainer zu, der ihm Schritt für Schritt zeigt, wie er schneller werden kann. Schön, dass der Autor diese Erfahrungen an den Leser weitergibt. Wie wird man nun eigentlich schneller? Methoden werden aufgezeigt, das Intervalltraining zum Beispiel oder Pyramidenläufe. Wie kann man den Körper optimal auf lange Distanzen einstellen, die einen beim Marathon erwarten, und warum sollte man dabei nichts essen? Auch hierfür bekommt man die Antwort. Somit hat das Buch also auch für Fortgeschrittene Läufer durchaus einige Tipps auf Lager, wie man besser, also schneller werden kann.

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