Gary Vaynerchuk – HAU REIN (Buchrezension)

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Erfüll dir deinen Traum, HAU REIN und werde Unternehmer, Facebook & Co machen’s für jeden möglich. Der weitere Titel des Buches sagt auch schon, worum es dem extrovertierten Amerikaner geht, nämlich um die Möglichkeiten sozialer Netzwerke für Entrepreneure.

Hello Folks! Viele, die hier regelmäßig vorbeischauen, haben bereits gemerkt, dass ich hier viele Werke erfolgreicher Entrepreneure rezensiert habe, darunter John Strelecky, Günther Faltin, Tim Chimoy, Timothy Ferriss und nun eben Gary Vaynerchuk. Sie alle haben eines gemeinsam, nämlich die Message: „Du musst nicht von 9 bis 5 in einem beschissenen Job arbeiten, den du nicht magst, sondern du kannst es schaffen, dein eigenes Ding zu machen.“ Während John Strelecky eher allgemein motivierend wirkt, Chimoy und Faltin wirklich sehr konkret werden und Ferriss mit seinem Buch ‚Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben‚ so etwas wie die Bibel für digitale Nomaden geschaffen hat, beschwört Vaynerchuk Facebook, Twitter und Co und behauptet, das sei der Key zum Erfolgt. Schauen wir uns das an!

Bild von Smartphonedisplay für ARtikel über Gary Vaynerchuks Buch 'Hau Rein'
Soziale Medien zu konsumieren oder zu nutzen seien, so Vaynerchuk, zwei völlig verschiedene Dinge. LoboStudioHamburg, Pixabay

Kritik first!
Ehrlich gesagt bin ich durch Tim Chimoys ‚Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten‘ auf Gary Vaynerchuk gestoßen und dachte, es kann nicht schaden, was von einem mega-erfolgreichen Unternehmer gesagt wird, der es schaffte, den Weinladen seines Vaters zu einer Multimillionen-Firma zu machen. Aber schon da kann man skeptisch werden: „Hey, ich möchte nicht gleich Millionär werden, vielleicht auch nicht der Beste auf meinem Gebiet sein. Ich möchte verdammte Sch…. einfach selbstbestimmt leben.“ Guter Einwand! Genau das unterscheidet ihn von den erwähnten Autoren. Lesenswert ist sein Buch aber trotzdem. Man sollte es ergänzend sehen zu den Grundsätzen des digitalen Nomadentums bzw. Entrepreneurship, und es bringt einem garantiert weiter, nämlich im Metier der Nutzung sozialer Medien. Mich selbst hat es zum Beispiel dazu bewegt, mich nach langer Abstinenz wieder Facebook zuzuwenden, wo ich meinen Account vor einiger Zeit enttäuscht gelöscht habe, weil ich dachte: „Erstens geht mir dieser Zuckerberg gewaltig auf den Senkel, und zweitens treiben sich sowieso nur noch Deppen auf dieser Plattform rum.“ Durch Vaynerchuk wurde mir aber eines klar – Facebook zu konsumieren oder für seine Zwecke zu nutzen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Wenn ich es geschafft habe, dich auf diesen Blog zu lotsen und diese Zeilen zu lesen, habe ich genau das geschafft! Und wenn du jetzt noch den Affiliate Link am Ende des Artikels anklickst und bei Amazon den Kaufen-Button bestätigst, dann verdiene ich dadurch Geld. Und damit hätte sich die Lektüre für mich gelohnt!

Mach dein Ding
Seine wahre Leidenschaft zu finden, schreibt Vaynerchuk, das zu tun was einem Spaß macht, das sei das eigentliche Thema, um erfolgreich zu sein. Jeden Tag mit Leidenschaft aufzustehen, hart zu arbeiten und dabei Freude zu haben, weil einem das, was man tut, absolut begeistert. Frust resultiere aus einer nicht gelebten Leidenschaft. Jemand, der gerne Gedichte schreibe, könne nicht allen Ernstes bei einer IT-Hotline arbeiten. „In meinen Augen ist das nur verrückt“, schreibt er. Und auch, dass es Leute gebe, die noch nicht kapiert hätten, dass man sich nicht verbiegen müsse. Es sei im Prinzip alles sehr einfach. Erfolg sei von der eigenen DNA abhängig. Man solle also sich selbst sein und aus dem, was man am allerliebsten auf der Welt tue, eine Eigenmarke aufbauen.

Video: Die Rampensau Gary Vaynerchuck (sorry, Gary!) live! Erschreckt euch das? Mich auch! Doch, der Mann ist, wie er so gerne sagt, mega-erfolgreich. Weil er eben ein extrovertierten Typ ist, redet er ziemlich aggressiv auf Youtube herum, lotst dadurch Leute auf seinen Blog und verdient dadurch eine Menge Geld. Auf die eigene DNA, sagt er, komme es an und darauf, sich nicht zu verbiegen.

Einzigartig sein
Doch wie baut man eine Eigenmarke auf? In erster Linie dadurch, dass man authentisch sei, andere nicht kopiere und klasse Content veröffentliche. Dadurch bringe man die Leute zum reden und erarbeite sich einen klaren Wiedererkennungswert. Eigenmarke ist ein Keyword! Viele Branchen seien schon jetzt sinkende Schiffe im Gewässer der Digitalisierung. Journalismus zum Beispiel, oder die Musikbranche. Das Spiel ändere sich, und während die einen daran glauben würden (im Sinne von untergehen), ergäben sich gleichzeitig auch neue Chancen. Deshalb sei es heute wichtiger denn je, sein eigenes Unternehmen zu gründen und sich selbst als Eigenmarke zu verstehen. Insbesondere deswegen, weil auch irgendwann der eigene Job betroffen wäre von der Digitalisierung. Doch was bedeutet es, eine Eigenmarke zu sein? Das heiße, dass man selbst dann, wenn die einzige Leidenschaft jene sei, Turnschuhe richtig cool zu finden, damit Geld verdienen könne. Das Leben sei nun mal kurz und deshalb sei es höchste Zeit, durchzustarten mit dem, was an ganz und gar gerne mache.

Wie bitte?
Wie jetzt? Na durchstarten, mein Freund! Nach Gary funktioniert das wie folgt: Man müsse sich sein Fundament errichten, und zwar auf zwei Grundpfeilern. Diese wären zum einen ein Content, der aus wahrer Leidenschaft resultiert. Doch was ist mein Content? Zu welchem Thema fallen dir spontan 50 Themen ein, über die du schreiben könntest? Das ist nach Vaynerchuk dein Content. Die individuelle Leidenschaft müsse wirklich super präzise bestimmt werden, andernfalls sei alles vergebene Liebesmühe. Das müsse nicht zwangsläufig etwas mit dem Job zu tun haben. Das Thema eines Ingenieurs könne auch Baseball sein. Zum anderen müsse es Content in allerhöchster Qualität sein. Denn Qualität sei alles! Wie man den Content erstelle, hänge von der eigenen DNA ab. Die Rampensau Vaynerchuk ist natürlich auf YouTube unterwegs, weil das eben seiner DNA entsprecht. Nun, meine DNA ist eher der Text. Ich mag es zum Beispiel überhaupt nicht, meine eigene Stimme in einem Video zu hören. Grauenhaft! Also Leute, macht euch Gedanken über euer Medium: Podcast, Video, Text, was darf es sein?

Bild von Schachbtrett für ARtikel über Gary Vaynerchuks Buch 'Hau Rein'
Um erfolgreich zu sein, müsse man auf seinem Gebiet der Allerbeste sein, so Vaynerchuck. Bild: Klimkin, Pixabay

Soziale Medien
Der Content, den man jetzt hinaus in die Welt schicke, müsse nicht nur einzigartig, sondern der Beste sein. Nur dann fruchte das Ganze. Zudem sollte dieser auch so individuell wie möglich sein. Seine Geschichte solle man erzählen, sich nicht verbiegen. Nachdem man dann das Medium gewählt habe, gehe es darum, potentielle Kunden auf das Medium zu lotsen. In Vaynerchuks Fall sind das seine YouTube Videos, in meinem Fall ein Artikel wie dieser. Und nun kommen die sozialen Netzwerke ins Spiel. Das Fachwissen, also der einzigartige Content wird über Facebook, Twitter und Co verbreitet. Regelmäßiges Interagieren in Gruppen sei extrem wichtig, sich zu kümmern eben, mit den Leuten ins Gespräch kommen. So könne man sich Stück für Stück eine Community aufbauen, die man jeweils mit einem Mausklick erreichen könne, um diese wiederum auf den Blog zu locken. Auf dem Bog selbst sollten dann bereits ‚call to action buttons‘ auf das Opfer warten und diesen mit einem letzten Hieb umhauen. Durch Tools wie blogsearch.google.com oder search.twitter.com könne man zudem am gleichen Thema interessierte Surfer aufspüren und sich mit diesen verlinken. Jeder Facebook-User da draußen sei ein potentieller Kunde.

Fazit
Gary, ganz ehrlich, dein Buch ist schon ganz schön amerikanisch. Aber du bist ja auch Amerikaner, insofern lasse ich dir das durchgehen. Meiner Meinung nach stellt dieses Werk des Weingurus Veynerchuk eine sinnvolle Ergänzung dar auf dem Weg zum Entrepreneur-Dasein. Und ja, der Mann hat wohl recht: Wer soziale Medien nicht benutzt, ist selbst schuld und ein Idiot obendrein. Man mag sich darüber streiten, aber es stimmt wohl, wenn er sagt, dass es keine bessere Methode gibt, potentielle Kunden auf den Blog zu lotsen als über soziale Medien. Ob man diese nun mag oder eben nicht. Was ich nicht teile, ist seine Meinung, dass man mit jedwedem Thema über einen Blog bzw. Medium Geld verdienen kann, in dem man der Allerbeste in seinem Gebiet ist. Echt jetzt, immer dieses „Du musst der Beste sein in dieser Welt“, das nervt doch! Warum muss man immer so supertoll und klasse sein, mhm Gary?

Willst du damit sagen, dass du der Beste im Metier Wein bist oder was? Ich finde, das führt zu nichts. Wenn man sich umsieht, merkt man, Blogs sprießen aus dem Boden wie Pilze. Eine Million Blogs über Reisen, eine Million Blogs über Entrepreneurship. Und jetzt soll ich der Beste sein. No Way! Der Kuchen ist bereits aufgeteilt, verpackt und auf dem Weg auf den Teller anderer Leute. Ich halte es da eher wie Tim Chimoy aus seinem Buch Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten. „Ein Blog ist kein Produkt!“ Chimoy rät sogar jedem, der sich ernsthaft selbstständig machen will, dringend vom schreiben eines Blogs ab. Ich finde, er hat insofern recht, dass nur eine Handvoll Blogger ausschließlich von ihrem Blog leben können. Der große Rest aber, sorry Leute, nie im Leben. Was man gemäß Chimoy brauche, sei ein Produkt. Habe man das Produkt, könne man ergänzend den Blog als Tool nutzen. Ich finde, er hat recht! Womit Gary aber recht hat, sind die Möglichkeiten sozialer Medien. Mit einem Klick tausende User zu erreichen, das ist durchaus für jeden möglich. Wie man diesen nutzt, bleibt jedem selbst überlassen.

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