China News – laxer Umgang mit Abtreibungen

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Dreizehn Millionen Mal treiben chinesische Frauen ab. Ein laxer Umgang mit Verhütungsmitteln ist die traurige Ursache des Problems.

Abtreibung in China – kein Problem! In dubiosen Praxen und dem Schwarzmarkt werden verzweifelte ledige Frauen fündig, wenn es darum geht, der horrenden Strafzahlung zu entgehen, die der Staat für ein „unerlaubtes“ Kind vorsieht. Gewiss, vorbei ist die Zeit der 1980 eingeführten Ein-Kind-Politik mit dem Ziel der Eindämmung der Überbevölkerung. Jene Zeit, in der Paare in Städten genau ein Kind bekommen durften und ihr Pendant auf dem Land unter Umständen zwei, sollte das Erstgeborene ein Junge sein. Und wehe, man wurde beim Brechen des Gesetzes erwischt. In diesem Fall wurde zwangsabgetrieben, auch wenn die Frau im achten Monat schwanger war.

Hohe Abtreibungszahlen
Diese Zeiten sind vorbei. Die Abtreibungen aber sind geblieben, obwohl man sich im Reich der Mitte im Jahr 2014 entschloss, die strenge Ein-Kind-Politik zu lockern. Insofern mindestens ein Partner Einzelkind ist, ist dem Paar ein zweites Kind gestattet. Schlecht sieht es aber für alleinstehende Schwangere aus, denn diese erhalten die notwendige Geburtserlaubnis nicht. So wundert es nicht, dass sich Betroffene der illegalen Abtreibung zuwenden. Was jedoch überrascht, ist die immense Summe der Abtreibungen. Ganze dreizehn Millionen Mal nämlich entscheiden sich Chinesinnen jedes Jahr dafür, ihr Kind zu töten. Wenn man dieser Zahl etwa sechzehn Millionen Geburten gegenüberstellt, wird einem das Drama erst richtig bewusst. Die Dunkelziffer miteingerechnet, kommt dabei gar ein Remis heraus, was aber niemand so genau wissen will. Jeder weiß es also, keiner unternimmt etwas dagegen.

Die Ursache sollte bekämpft werden
Dabei wäre die Ursache des Problems leicht zu beseitigen. Es ist ganz simpel eine mangelnde Aufklärung über Verhütung unter jungen Frauen unter 30 Jahren zu beobachten, die weit mehr als die Hälfte aller Fälle ausmachen. Nur wenige greifen zur Anti-Baby-Pille oder Kondomen und es kursiert die Ansicht, dass eine Abtreibung schmerzlos und ohne Konsequenzen über die Bühne geht und dazu noch ohne großen Aufwand und wenig Geld verfügbar ist.

Weltweit steigt die Anzahl der Abtreibungen
Weltweit wird übrigens jede fünfte Schwangerschaft vorzeitig beendet, was im Jahr 2014 fast sechzig Millionen Mal passiert ist, Tendenz steigend. Aufklärung wäre die effektivste Maßnahme, doch in konservativen Länder wie China scheint das ein großen Problem zu sein. Man verschließt lieber einmal wieder die Augen vor der Realität.

Quellen: FAZ, rp online

MaSan
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