Philip Van Doren Stern: The pocket book of adventure stories (Buchrezension)

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Dieses Büchlein ist eines, das man auf Reisen dabei haben sollte. Mit Kurzgeschichten von Ernest Hemmingway bis zu John Steinbeck hat Van Doren Stern eine unglaublich spannende Sammlung kleiner Abenteuergeschichten zusammengestellt.

Neulich in Nicaragua. Ich steige im rauen Pflaster Managua in einen alten amerikanischen Schulbus ein, um weit in den Südosten des Landes in den Dschungel zu fahren. Wie sich das eben gehört für einen richtigen Backpacker, ne! Der Bus ist völlig überfüllt und ich stehe für die nächsten sechs Stunden, während aus den Lautsprechern kreolische Musik auf mich herab prasselt. Und während die Glücklichen sitzenden Gäste langsam in Schlaf verfallen, muss ich mich an einer Stange festhalten und hoffen, dass der Fahrer nicht schon wieder mit Vollgas über so eine Huppel fährt, in dessen Folge ich mit dem Kopf gegen das Dach pralle. Aber alles nicht so schlimm, denn ich habe ja das „Pocket Book of Adventure Stories“ dabei“, nicht etwa „Darm mit Charme“ oder spätpubertäres Geschreibe eines Stckrad Barre. Neh – in dem kleinen Büchlein, das ich da dabei habe, trifft ein Held auf den anderen. Von Ernest Hemmingway über John Steinbeck bis zu Stephen Crane schreiben hier echte Typen über echte Abenteuer. Genau das Richtige für eine Reise wie meine.

Fifty Grand
Und es fängt auch schon gut an, mit Hemmingways „Fifty Grand“. Ein paar gestylte Typen fahren aufs Land, um nach dem Wohl ihres Boxers Jack zu sehen, der blöderweise vor seinem letzten Kampf ganz und gar nicht fitt ist. Es sieht so aus, als bekäme der nochmal richtig auf die Fresse, was ihm natürlich keiner sagt, aber jeder denkt. Der gibt sich aber ganz cool. Was er aber nur seinem Freund Jerry anvertraut ist, dass er bereits 50.000 Dollar, „fifty grand“, gegen sich gesetzt hat. Wie auch immer, kämpfen muss er, aber wird er den Fight auch überstehen?

In Steinbecks „Flight“ legt sich ein junger Mann definitiv mit den falschen Jungs an und lässt sich durch die Wüste jagen. Mann Junge, was machst du da in deinem jugendlichen Leichtsinn? Wird er den bösen Jungs entkommen? Ich habs ja von Anfang an nicht geglaubt, aber lasst euch überraschen.

Dann Somerset Maughams „Red“
Ein Kapitän steuern sein Boot irgendwo im Paradies durch ein Riff, landet an einer idyllischen Lagune und trifft, nachdem er sich durch den Dschungel kämpft, auf ein mysteriöses Anwesen, das von einem Skandinavier bewohnt wird. Dieser wiederum erzählt ihm die erschütternde Geschichte eines Gewissen „Reds“, der hier vor langer Zeit mit genau der Frau in einen hoffnungslosen Liebesrausch verfiel, mit der der Skandinavier nun in einseitiger Liebe – seine Werteste trauert immer noch „Red“ nach – zusammenlebt. Doch wo ist „Red“ geblieben, warum lässt er die hübsche Eingeborene zurück, und wer ist eigentlich dieser fette Kapitän. Ich sags euch Leute, bei dem Stoff denkt ihr nicht einmal daran, dass ihr euch gerade stehend in einem überfüllten Bus gen Dschungel bewegt und laut Salsamusik läuft. Das ist „The real stuff“ Männers!

Wow, und dann „A Most dangerous Game“ von Richard Connell, kennt ihr den?
Ein Typ, zufällig Jäger aus Leidenschaft, fällt von seiner Yacht und rettet sich gerade noch so ans rettende Ufer. Er landet auf einer einsamen Insel und findet doch tatsächlich ein ultra stylisches Anwesen. Als er an der Tür klopft, macht ein riesiger Serbe die Tür auf und hält ihm ne Knarre an den Kopf, um den Gast schließlich ins Wohnzimmer zu führen. Dort wird nun mit dem Gastgeber diniert, ein reicher Serbe, oder war er Russe? Dieser ist ebenfalls leidenschaftlicher Jäger und gelangweilt, weil kein Tier mehr eine Herausforderung ist. Es stellt sich heraus, dass dieser nun Gestrandete einsammelt und diese auf seiner Privatinsel bis zum Tod jagen will. Von wegen rettendes Ufer. Gelingt ihnen die Flucht, sind sie frei. Ganz schön krasser Mist, denkt man da, aber unglaublich spannend, wie nun der Verfolgte – anfangs will er natürlich nicht, hat aber keine Wahl –  sich durch den Dschungel kämpft und genau weiß, dass ihm dieser Psycho-Russe auf den Fersen ist.

Na dann, viel Spaß beim Lesen!

MaSan
Ma San
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