Quer durch Nicaragua – San Carlos, das Tor in den Dschungel

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Von Granada reise ich über einen Zwischenstopp in Masaya, wo ich den Mercado Artesania besuche, auf abenteuerlichem Wege weiter nach San Carlos, das Tor zum Dschungel.

San Carlos liegt dort, wo der große Lago de Nicaragua auf den Rio San Juan trifft, welcher sich von hier aus seinen Weg durch den Dschungel bis in die karibische See bahnt. Das Dschungelnest erreiche ich am späten Abend und mache es mir, nachdem ich mir eine halbwegs günstige Bleibe unter den ansonsten recht teuren Hotels besorgt habe, in einem einfachen Restaurant unten am Fluss gemütlich. Die Sonne legt sich über den breiten Fluss, und vor mir spielen ein paar Kinder auf einem großen Platz Fußball, während ich auf mein Abendessen warte und die Zeit mit einem kühlen Toňa überbrücke. San Carlos ist für viele, so auch für mich, lediglich eine Transitstation in den tropischen Regenwald, der sich von hier aus immer an der Grenze zu Costa Rica entlang nach Osten erstreckt.

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Die Fahrt von San Carlos nach El Castillo dauert drei Stunden. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Gleich am nächsten Morgen nehme ich das erste Boot, das einzige Fortbewegungsmittel, den Rio San Juan hinunter in die Wildnis. Drei Stunden dauert die Fahrt nach El Castillo, dem letzten Ort, und unterwegs hält das Boot mal hier und da, um Einheimische ein- und aussteigen zu lassen, die hier am Fluss in einfachen Holzhütten mit ihrem Vieh leben. Unglaublich, wie arm die Menschen hier sind! Der Fahrer fährt sehr vorsichtig, denn der Wasserstand ist selbst zur gewohnten Trockenzeit diesmal extrem niedrig. Steine und Sanddünen ragen aus dem Wasser heraus, die das Boot schwer beschädigen könnten. Wir passieren Orte wie „Boca de Sabalos“ und gegen Mittag sehe ich die über einem kleinen Dorf thronende Festung und weiß damit, dass ich angekommen bin in El Castillo.

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Für die Menschen hier ist das Boot das einzige Transportmittel. Auf dem Weg nach San Carlos steigen städig Leute ein und aus. Bild: Ma San (Martin Seibel)

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El Castillo
Die Festung, die diesem Ort ihren Namen verleiht, ist die letzte Bastion vor der endlosen Wildnis. AB jetzt gibt es mehr Affen als Menschen. Stolz thront die ehemalige spanische Festung über dem Ort, die einst Piraten daran hinderte, den Fluss zu passieren. Gleich mehrmals war El Castillo Schauplatz von Kriegsschauspielen. Der Rio San Juan war einst das, was der Panamkanal heute ist, eine Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik. Piraten nutzten den Fluss, um die von den Spaniern gegründete Stadt Granada zu plündern, was auch ihnen gleich mehrmals gelang. Die verärgerten Spanier setzten dem mit dieser Festung ein Ende. Sie wiederum nutzten den Fluss, um ihr geplündertes Gold nach Kolumbien und von dort aus in die Heimat zu transportieren.

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El Castillo, der letzte Ort vor der endlosen Wildnis. Bild: Ma San (Martin Seibel)
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El Castillo ist, wenn auch völlig dem Tourismus verfallen, ist ziemlich schniekes Örtchen. Bild: Ma San (Martin Seibel)

El Castillo ist ein sehr hübsches kleines Städtchen, das sich entlang des Flusses erstreckt und steil den Hang in Richtung der Burg aufragt. An der schönen Flusspromenade reihen sich herrliche Holzhäuser auf Stelzen aneinander, deren großzügige Terrassen den Blick freigeben auf die spektakuläre Kurve, die der Rio San Juan hier vollzieht. Die meisten Bewohner haben sich dem Tourismus gewidmet und so kann man sich die Zeit in den schönen Häusern bei einem Bierchen oder Abendessen wunderbar vertreiben. Unbedingt sollte man sich natürlich die Festung anschauen mit einer Dauerausstellung über die rege Geschichte dieses Ortes. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über den Fluss und den Dschungel.

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Von der soanischen Festung aus hat man einen wundervollen Blick über den Fluss hinweg ins endlose Grün. Bild: Ma San (Martin Seibel)

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Von El Castillo in den Dschungel
Wer es von San Carlos hierher geschafft hat, hat schon eine stolze Strecke hinter sich. Doch es geht noch weiter! Reisende kommen nach El Castillo, um von hieraus für einige Tage in den Dschungel zu entchwinden. Dazu hat man mehrere Möglichkeiten. Zunächst kann man direkt von El Castillo aus mit einem Guide aufbrechen, zum Beispiel in das Reservat Indio Maíz, was entweder im Rahmen einer Tagestour oder mit Übernachtung im Wald möglich ist. Manche fahren von hier aus noch weiter gen Osten nach San Juan del Norte an der karibischen See, um von dort wiederum zu den Aguas Fresquas in die Tiefen des Dschungels vorzudringen. Tendenziell ist es so, dass es umso teurer wird, in je weiter abgelegene Gebiete man reisen möchte. Der Zeitfaktor spielt dabei natürlich auch eine Rolle.

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