Quer durch Nicaragua – in den Tiefen des Dschungels

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Von San Carlos aus dringe ich bis tief in den Dschungel vor, ins Reservat Indio Maíz.

»Artikelfortsetzung! Hier gehts zum ersten Teil.«

… Mein Ziel, das Refugio Bartola, eine Unterkunft am gleichnamigen Fluss, einem Nebenarm der Rio San Juan, etwa eine Stunde östlich von El Castillo an der Grenze zur Zona Indio Maíz, einem riesigen, geschützten Gebiet primären, also völlig unangetastenen Urwald. Die einzelnen Bungalows gruppieren sich den Fluss entlang, und um uns herum erstreckt sich in jede Richtung endloser Wald. Gleich mehrere Wege führen von hier aus direkt in den Primärurwald der, obwohl nicht direkt im Reservat, mit diesem identisch ist, weil er eben direkt angrenzt. Am nächsten Morgen ziehe ich mit dem Guide Nicola los und fühle mich nach nur wenigen Schritten ins dichte Grün wie Mogli aus dem Dschungelbuch.

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Lässt man El Castillo hinter sich, befindet man sich in ungezähmter Wildnis. Bild: Ma San (Martin Seibel)
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Um Tiere wie diesen Spinnenaffen wie sehen, bedarf es eines erfahrenen Guides, denn die Tiere sind extrem scheu. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Um die extrem scheuen Tiere zu sehen, braucht man hier einen Profi wie Nicola, der des Öfteren still mit dem Finger in die Baumkronen zeigt. Einmal tollt in den Wipfeln eine Gruppe Cappuccinos herum. Die Äffchen mit ihren weißen Gesichtern sind total desinteressiert an den da unten gaffenden Touristen. Ganz anders die Spinnenaffen, die sich mit ihren langen Armen etwas nähern und sich akrobatisch von einem Ast zum anderen schwingen um etwas genauer zu sehen, welche Besucher da im ihrem Gebiet unterwegs sind. Den Tapir, der sich normalerweise hier herumtreibt, bekommen wir heute leider nicht zu Gesicht, dafür aber eine schier endlose Artenvielfalt an Pflanzen und Bäume wie dem Walking Tree, ein Baum, der dem Licht entgegenlaufen kann, um sich gegenüber der Konkurrenz Vorteile zu verschaffen. Außerdem sehen wir eine kleine Schlange, Frösche, Waldameisen und viele Vogelarten, darunter Papageie.

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Ein Cappuccino. Bild: Ma San (Martin Seibel)
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Wo man auch hinsieht, es wimmelt voll Leben. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Wenn es in Nicaragua mal schüttet, dann richtig, eine atmungsaktive Regenjacke ist ein Must-Have!

Am Abend, wir sind nach vier Stunden verschwitzt wieder im Refugio angekommen, durchzieht ein dunkles, Furcht eregendes Brülle die Wälder um uns herum. Es sind Brüllaffen, deren Stunde geschlagen hat und die verkünden, wer hier der Boss ist. Zwei Tage bleibe ich hier an diesem tollen Ort, der zwar mit etwa fünfzig Euro pro Nacht sehr teuer, ist, aber einen fantastischen Einblick bietet in eine sagenhaft schöne Umgebung voll tropischen Lebens. Mit etwas mehr Zeit könnte ich jetzt hinunter fahren gen Osten, zu den Aguas Fresquas, wo sich die letzten verbliebenen Bullenhaie im Süßwasser tummeln. Von dort aus könnte ich weiter reisen in die Karibik, nach Norden nach Bluefields und weiter zur Corn Island. Doch mein Weg endet hier und es zieht mich zurück nach San Carlos, wo mir meine Reise zur Isla de Ometepe bevorsteht.

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