Quer durch Nicaragua – mit dem Bus von Granada nach San Carlos

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Von Granada reise ich über einen Zwischenstopp in Masaya, wo ich den Mercado Artesania besuche, auf abenteuerlichem Wege weiter nach San Carlos, das Tor zum Dschungel.

Der Mercado Artesania in Masaya
Auf dem Weg von Ganada nach Managua, von wo aus ich den Bus nach San Carlos nehmen will, mache ich einen Zwischenstopp in Masaya, um mir den viel gepriesenen Mercado Artesania anzusehen. Ich bin sichtlich enttäuscht von den vielen Schnitzereien, T-Shirts und Kühlschrank Magneten. Einfache Souvenirs, die man meiner Meinung nach auch woanders kaufen kann, zum Beispiel am Markt Huembes in Managua bei der Abreise. Ich finde es wieder einmal befremdlich, dass „Lonely Planet“ Orte wie diesen Markt als „Must-See“ darstellt. Nach vielen Reisen, bei denen mir der LP unentbehrlich war, bekomme ich immer mehr den Eindruck, dass dieser offensichtlich langsam die Zielgruppe ändert und in vielerlei Hinsicht einfach „mainstream“ wird.

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Auf dem Weg von Granada nach Managua mache ich einen Zwischenstopp auf dem Mercado Artesania in Masaya. Meiner Meinung nach muss man diesen hochgelobten Markt nicht besuchen. Souvenirs lassen sich genauso gut auf dem gleichnamigen Markt in Managua (an der Huembes Bus-Station) vor der Heimreise kaufen.

Mit dem Bus von Managua nach San Carlos
Nachdem mich der Bus auf irgendeine staubige Straße in Managua entlässt, ergattere ich nach langer Diskussion ein Taxi zur Busstation Mayoreo für schlappe acht Dollar. Ich weiß, ein Superwucher im Vergleich zur mehrstündigen Busfahrt von Granada hierher für gerade mal einen Dollar und sogar teurer als die mir bevorstehende, sechsstündige Fahrt weit hinunter in den Südosten des Landes, aber so läuft das in der Hauptstadt. Für eine Fahrt zum Flughafen bezahlt man hier schon mal 15 bis 20 Dollar, ein westliches Gesicht vorausgesetzt.

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In Managua steht mir eine fünfstündige Busfahrt nach San Carlos bevor. Im Stehen, versteht sich! Bild: Ma San (Martin Seibel)

Die Umgebung der Mayoreo Station, die Fernziele in den Süden bedient, ist ein raues Pflaster. Hier laufen Typen durch die Gegend, denen man ungern alleine begegnen würde. Leider kann ich keinen Sitzplatz für die Fahrt von Managua nach San Carlos, das Tor zum Dschungel, ergattern und ahne noch nicht, was für ein Ritt mir nun bevorsteht. Ich decke mich mit für die Fahrt mit Wasser und Keksen ein, verschlinge noch schnell zwei Quesillos von einer Verkäuferin, die bei uns vom Gesundheitsamt Berufsverbot aus Lebenszeit erhalten würde. Und dann fährt auch schon der Bus ein, auf den eine Masse Menschen zu rennt mit so viel Gepäck, das eigentlich unmöglich in diesen Bus passen kann, und los geht’s!

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Ab Abend komme ich im Dschungelnest San Carlos an, das Sprungbrett in den Dschungel. Bild: Ma San (Martin Seibel)
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Typische Behausung in San Carlos. Bild: Ma San (Martin Seibel)

Der ideale Rucksack für Reisen und Trekkingtouren mit viel Gepäck

Immer Vollgas
Ich finde mich stehend im dicht gedrängten Bus wieder, während die Glückseligen ihre Logenplätze einnehmen. Kurz nach Anlassen des Motors wird selbstverständlich das Radio voll aufgedreht, das die nächsten fünf Stunden – ich stehe direkt unter dem Lautsprecher – erbarmungslos kreolische Musik auf mich nieder rieseln lässt. Und während die Sitzenden langsam in einen sachten Schlaf fallen, halte ich mich mit beiden Händen an der Stange über mir fest, denn gefahren wird hier stets Vollgas. Mehr als einmal werde ich mit voller Wucht nach oben geworfen, um mit dem Kopf gegen die Decke des Blechdaches zu stoßen. Doch ich bleibe cool, denn das muss man hier immer, cool bleiben. In stillem Protest ziehe ich mir mein kleines Büchlein aus der Hosentasche, das Pocket Book of Adventure Stories, in der gerade Ernest Hemmingway die Story eines sich über dem Zenit befindenden Boxers schreibt, der fürchtet, dass er bei seinem letzten Kampf noch einmal voll eine gegen die Zwölf bekommen wird.

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