Quer durch Nicaragua – Granada

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Granada, von den Spaniern bei ihrer Eroberung der neuen Welt als eine der ersten Städte gegründet, ist durch seine Gesamtkomposition kolonialer Architektur durchaus in der Lage, einen vom Hocker zu hauen.

In bunten Farben machen die Fassaden auf sich aufmerksam und verkörpern bereits karibisches Ambiente. Die offen stehenden, metallenen Tore der herrschaftlichen Häuser geben den Blick frei durch hölzerne Eintrittshallen hindurch in begrünte Innenhöfe, die sehr an die maurische Architektur Andalusiens erinnern, traumhaft! Original, also aus dem 16. Jahrhundert, ist trotzdem wenig, wurde Granada doch gleich mehrmals dem Erdboden gleich gemacht. Sei es durch Piraten oder später durch einen gewissen Herrn William Walker.

Granada in Nicaragua
Bild: Ma San (Martin Seibel)

Dieser Amerikaner, eigentlich Arzt, ging als Freibeuter in die Geschichte ein. Mitte des 19. Jahrhunderts während des nicaraguanischen Bürgerkriegs zu Hilfe gerufen, marschierte er mit einer Söldnergruppe ein und übernahm prompt die Macht über den gesamten Staat. Daraufhin machte er sich daran, sogar die Macht in Guatemala, Hunduras, Costa Rica und El Salvador an sich zu reisen, verscherzte es sich aber mit seinen Landgenossen, mit den Engländern und auch mit so ziemlich allen anderen Interessenparteien in der Region, was ihn letztlich den Kopf kostete, aber ihm einen festen Platz in den Geschichtsbüchern bescherte.

Granada, Nicaraugua: Bild: Ma San (Martin Seibel)
Bild: Ma San (Martin Seibel)

In Granada kann man gut und gerne Stunden damit verbringen, sich die schönen Häuser etwas genauer anzusehen, von denen viele als Cafés und Hotels genutzt werden. Besonders charmant ist dies zur blauen Stunde und von einem besonderen Blickwinkel aus, von der Iglesia la Merced, der schönsten Kirche der Stadt. Hoch oben vom Turm hat man einen fabelhaften Blick über die Stadt, mit der alles überragenden Kathedrale im Vordergrund, die aus dem roten Häusermeer herausragt und einfach nur atemberaubend aussieht mit dem leuchtenden Blau des Lago de Nicaragua im Hintergrund. Der riesige See ist der zweitgrößte des Kontinents nach dem berühmten Titicacasee.

Granada, Nicaraugua: Bild: Ma San (Martin Seibel)
Bild: Ma San (Martin Seibel)
Granada, Nicaraugua: Bild: Ma San (Martin Seibel)
Bild: Ma San (Martin Seibel)

Ein oder zwei Tage kann man sich für Granada guten Gewissens frei halten. Sehenswürdigkeiten wie die schon erwähnte Iglesia de Merced, die Fundación de los tres mundos oder die heimische Zigarrenfabrik hat man sich schnell angeschaut, so dass genug Zeit bleibt, um in wunderschönen Cafés wie dem Garden Café Cappuccinos zu schlürfen und am Parque Central bei einer Tüte frittierter Yucca den vielen Tanzpärchen zuzusehen. Zum Abschluss des Tages nimmt man einfach auf den hölzernen Terrassen rund um den Park Platz oder setzt sich in die Calle La Calzada, um bei einem Nica Libre (die Nicaraguanische Version des Cuba Libres) ausgelassene Amerikaner beobachten, die ständig „amazing“ sagen.

Granada, Nicaraugua: Bild: Ma San (Martin Seibel)
Bild: Ma San (Martin Seibel)

Hotel – und Restaurant Tipps:
Das Hostal la Mexicana ist günstig, sauber und die Besitzer helfen gerne bei jeder Frage weiter. Das Garden Café ist recht teuer, hat aber fantastische Räumlichkeiten und einen herrlichen grünen Innenhof. Auf einen Cappuccino kann man hier des Öfteren mal vorbeischauen. Genial ist der etwas versteckte Comedor la Frontera. Der Besitzer ist ein echter Rocker und aus den Boxen im Innenhof ertönen die Klänge elektrischer Gitarren. Preis-Leistung in diesem Restaurant sind unschlagbar in einer ansonsten recht teuren Stadt.

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MaSan
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