Krebszellen mögen keine Himbeeren – (Buchrezension)

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Prof. Dr. med. Richard Béliveau und Dr. med. Denis Gingras, zwei renommierte Krebsforscher und Molekularmediziner, widmen sich einer der wichtigsten und in der westlichen Welt völlig unterschätzten Waffe gegen Krebs – der Ernährung.

Der folgende Text ist Bestandteil einer Artikelreihe über Nahrungsmittel gegen Krebs. So wurde bereits der in Brokkoli vorkommende Wirkstoff Sulphoraphan behandelt und die Graviolafrucht aus Südamerika. Auf meinem Asien-Blog sinopolis.de finden Sie zudem einen ausführlichen Text über in Asien bei Krebs angewandte Vitalpilze, Ginseng- oder Pu-Erh-Tee.

10 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an Krebs, was mehr als zwölf Prozent aller Sterbefälle ausmacht. Wenn die Krankheit dann zuschlägt, im Alter von fünfzig oder sechzig Jahren, wofür es einen Grund gibt, wenden wir uns niedergeschlagen der Medizin zu, die uns doch bitte aus der Misere ziehen soll. Wie man mit Krebs umgeht, damit sind wir mittlerweile bestens vertraut, gibt es doch Krebsfälle in fast jeder Familie. Das Entscheidende aber ist doch die Frage, wie Krebs überhaupt entsteht und wie man diesen Entstehungsprozess verhindern kann. „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ wurde von zwei Medizinern geschrieben, die sich sicher sind, dass eine der wichtigsten Waffen gegen den Krebs die Ernährung ist. Sehr detailliert machen sich die beiden auf die Suche nach Schlüsselwirkstoffen in bestimmten Nahrungsmitteln und belegen durch Vergleiche und Statistiken deren Wirksamkeit.

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Krebsverhindernde Ernährung kann durchaus Spaß machen!

Gut erklärt
Toll, dass auch mal für Laien verständlich erklärt wird, wie Krebs überhaupt entsteht. Ja, was ist das, Krebs? Nun – aus etwa sechzig Milliarden Zellen besteht der menschliche Körper, jede mit identischem Zellkern. Die Zellen basieren auf einer Milliarden Jahre alten Urzelle, die extrem anpassungsfähig war und sich entschloss, wiederum vor einigen hundert Millionen Jahren einen Zellverbund, in Form von beispielsweise dem menschlichen Körper, einzugehen. Der Körper entzieht nun ab und an bestimmten Zellen die Nährstoffe, wenn diese übergeordneten Prozessen im Wege stehen, und zwingt sie zur sogenannten Apoptose, dem Zellselbstmord.

Manche Zellen allerdings verweigern sich diesem Befehl, weil deren Urinstinkt zum Überleben bis heute überdauert hat, und werden zu Krebszellen. Letztlich, das ist die Kernbotschaft, handelt es sich bei der Entstehung der Krankheit also um die Grundlage allen Lebens, nämlich schlicht und einfach dem Überlebenswillen unserer körpereigenen Zellen. Krebszellen haben wir alle in unseren Körpern! Das Ziel dieser Krebszellen ist es nun, ihre Versorgung zu gewährleisten, entgegen den Versuchen des Körpers, sie zu vernichten. Das wollen sie durch die sogenannte Angiogenese erreichen, der Bildung von Blutgefäßen, die nur dafür da sind, die Krebszelle mit Sauerstoff und Nahrung zu versorgen. Erreicht die Zelle das, spricht man von einem Tumor. Wichtig ist es also vor allem, die Angiogenese zu verhindern, die Krebszellen also in einem latenten Zustand zu halten.

Allgemein
Um bis zu dreißig Prozent könne man durch Nichtrauchen das Risiko minimieren, an Krebs zu erkranken, und mindestens weitere dreißig Prozent schreibt man der Ernährung zu, wobei man davon ausgeht, das dieser Prozentsatz um mehr als das Doppelte höher liegt. Letztlich entziehe sich dann nur noch ein kleiner Teil, wie genetische Ursachen, unserer Kontrolle. Hätten die beiden Molekularmedizener Recht, dann kommt der Ernährung im Kampf gegen den Krebs eine Schlüsselrolle zu. „Nutrazeutika“, so werden in dem Buch Nahrungsmittel genannt, die in gleichem Maße gegen eine Angiogenese wirken wie gegen Krebs eingesetzte synthetische Medikamente. Und um diese geht es.

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Auch Rosenkohl spielt ganz vorne mit im Kampf gegen Krebs.

Vorurteile
Auch werden einige Vorurteile aus dem Wege geräumt, so wie beispielsweise die gängige Meinung, die Rate bestimmter Krebsarten in Asien wäre aufgrund genetischer Ursachen geringer als im Westen. So komme Prostata- bzw. Brustkrebs in asiatischen Ländern fast gar nicht vor, während sie im Westen die beiden häufigsten Krebsarten sind. Doch die genetische Ausgangslage sei bei allen Menschen identisch, ganz gleich ob in Asien oder in Europa, und dafür gibt es Beweise. So würden sich die Krebsraten von Asiaten – das wird mit Beweisen unterlegt – an die unseren anpassen, sobald diese ihren Lebensmittelpunkt in den Westen verlegen würden. Das sei ein triftiger dafür Grund anzunehmen, dass der Auslöser für Krebs bei diesen Menschen die Umstellung der Ernährung war.

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Auch Kurkuma gehört viel öfter in unser Essen

Blick nach Asien
Der Blick nach Asien sei deshalb mehr als angebracht. Während man Ernährung in diesen Ländern traditionell als Bestandteil von Gesundheit und Wohlbefinden sehe und viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan ständen. So hätte die Industrialisierung im Westen dazu beigetragen, Nahrung lediglich als Energielieferanten zu sehen, als Hungerstiller, die viel Proteine, Zucker und tierische Fette enthalte, um durch den harten Tag zu kommen. Die Industrialisierung habe ein Millionen Jahre altes, mühsam erarbeitetes Wissen über Nahrung und dessen Wirkung auf den Körper zerstört, das wir uns jetzt mühsam wieder aneignen müssen. Das Wissen darüber, wie Nahrungsmittel gegen bestimmte Krankheiten wirken können. So war beispielsweise Kohl ein im römischen Reich ein ultimatives Heilmittel gegen vielerlei Krankheiten, stehe heute aber viel zu selten auf dem Speiseplan.

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Auch gut – dunkle Schokolade!

Von Kurkuma bis Brokkoli
Was folgt, ist ein Streifzug durch die Obst- und Gemüsewelt, um erwähnte Nutrazeutika ausfindig zu machen. Natürlich sei es allgemein gut, Obst und Gemüse zu essen. Nur würden nicht alle Obstsorten Nutrazeutika enthalten. Im Gegenteil, nur in einigen Nahrungsmitteln sind diese in signifikanter Menge enthalten. An vorderster Front sei dabei beispielsweise der Kohl oder übergeordnet die Familie der Kreuzblüter. Rosenkohl oder Brokkoli. Letzterer enthalte den Wirkstoff Sulforaphan, der in Brokkolisprossen sogar noch in weitaus höherer Konzentration vorkomme. Sulphoraphan greife Krebszellen gezielt an und sei extrem wirkungsvoll.

Auch Zitrusfrüchte und der darin enthaltenen Wirkstoff Querzetin kommt man auf die Schliche. Auch grünem Tee kommt eine signifikante Rolle zu, ebenso wie dem Rotwein, was beweist, dass krebsverhindernde Ernährung auch Spaß machen kann. Rotwein enthalte den sogenannten Stoff Resveratrol, ein gegen Krebszellen extrem wirkungsvoller Wirkstoff. Es gibt noch weitere Überraschungen wie zum Beispiel die Schokolade. Ganz oben dabei seien auch Kurkuma, Tomaten, Beeren, Leinsamen und, ganz wichtig, Soja, womit wir wieder bei asiatischen Vergleich angekommen sind. Dessen sehr hoher Verzehr von Soja und die darin enthaltene Isoflavonoide weisen mehr als darauf hin, dass ein regelmäßiges Verzehr von Soja das Risiko für bestimmte Krebsarten senken kann.

Wer das Buch liest, bekommt ein Sammelsurium an Nahrungsmitteln nahegelegt, von bestimmten Fischsorten bis hin zu Gewürzen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit krebshemmend wirken. Dieses Wissen erleichtert es immens, die richtigen Nahrungsmittel in den Speiseplan einzubauen und richtig zuzubereiten.

MaSan
Ma San
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