Ginseng – eines der ältesten Arzneimittel der Welt

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Rénshēn, so nennen die Chinesen die krautige Pflanze, welche uns als Ginseng bekannt ist, was übersetzt Menschenwurzel bedeutet und in etwa verrät, welchen Stellenwert das Gewächs in China innehat. Ginseng, welcher als  Allheilmittel gilt und sowohl Gesundheit als auch ein langes Leben verspricht, wird seit Jahrtausenden  in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und ist damit eines der ältesten Arzneimittel der Welt. Die intensive Pflege und die Wachstumsphase von mehreren Jahren machen Ginseng seit jeher zu einem teuren Produkt. So teuer, dass ihn sich in vergangenen Zeiten nur Kaiser und Könige leisten konnten. Die begehrte Wurzel war noch teurer als Gold, weshalb sie auch als grünes Gold Berühmtheit erlangte. Während die Asiaten schon seit Entdeckung der Pflanze von deren Heilkraft überzeugt waren, verbreitete sie sich in Europa erst Mitte des 17. Jahrhunderts und erlangte ihren Status als Heilpflanze in der Schulmedizin erst viel später.

Was ist Ginseng?
Ginseng ist ein Araliengewächs und stammt unter anderem aus dem Nordosten Chinas. Der chinesische Ginseng stammt vom koreanischen, echten Ginseng ab und ist äußerst pflegeintensiv. Ginseng wird seit jeher von Hand angebaut und über ein knappes Jahrzehnt gepflegt. Wild wächst er ausschließlich in schattigen Wäldern, so wird auch in der Plantagenaufzucht auf einen Sonnenschutz großen Wert gelegt. Nach der herbstlichen Aussaat nimmt sich der Samen ganze zwei Jahre Zeit, um zu keimen. Erst nach drei Jahren bildet die bis 60 Zentimeter hohe Pflanze rote Beeren aus, die für die Nachfahren sorgen. Geerntet wird ab dem vierten Jahr mit einer speziellen Hacke, um das aus der Erde hervorzuholen, auf das es ankommt, die Wurzel der Pflanze. Nach der Ernte wird diese zu weißem oder roten Ginseng weiterverarbeitet. Während man den weißen Ginseng wäscht und trocknet, erntet man den roten Ginseng zwei Jahre später und brüht diesen vor dem Trocknen, was ihm seine rote Färbung verleiht. Je älter die Wurzel, desto wertvoller ist sie, und ohnehin sagen Kenner dem Ginseng nach, erst nach sieben Jahren seine optimale Wirkung zu entfalten.

Bild: ecoyou
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Ein Allheilmittel
Ginseng werden universale Heilkräfte nachgesagt. Sollte man über vierzig Jahre alt sein und sich nicht so gut fühlen, so ein chinesisches Sprichwort, müsse man sofort eine Tasse Ginseng-Tee zu sich nehmen. Ginseng gilt in erster Linie als Muntermacher, als Stärkungsmittel, das das Immunsystem in Phasen von Müdigkeit, Stress und Krankheit wieder aufbauen und die Gehirnaufnahme- und Leistungsfähigkeit gleichermaßen stärken soll. Er wird als Potenzmittel gepriesen und als Blutverdünner eingesetzt. Des Weiteren soll Ginseng gegen alle Arten von Entzündungen eine große Wirkungskraft besitzen. Roter Ginseng helfe bei Grippe und lindere Atemwegserkrankungen wie Asthma. Neben vielen Krankheiten, u.a. Übergewicht, helfe die Wurzel auch gegen den Schrecken unserer Zeit, den Krebs. Bereits 2.000 Milligramm täglich würden die Lebensqualität von Krebspatienten signifikant erhöhen, indem sie in den schwierigen Phasen der Chemotherapie das Immunsystem stärken würden. Das Geheimnis der Heilpflanze liegt in seinen Wirkstoffen, wozu u.a. hochwirksame Ginsenoside und ätherische Öle gehören, die eine Produktion von Gehirnbotenstoffen wie zum Beispiel Dopamin anregen.

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Bild: markroad1230

Ein Tässchen Ginseng
Ginseng lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise konsumieren. Während man zu Therapiezwecken oft auf Tabletten- und Kapselform zurückgreift, steht an vorderster Stelle natürlich der Ginseng-Tee, welchen man idealerweise aus der frischen Wurzel zubereitet. Dazu schneidet man die Wurzel in hauchdünne Scheiben und gibt diese in eine Tasse heißes Wasser, das man zuvor aus dem kochenden Zustand einige Minuten abgekühlt hat. Darin lässt man die Stückchen mindestens fünf Minuten ziehen, die man danach, sofern man mag, durchaus noch zerkauen darf. Übrigens: Viele schwören, trotz der allgemeinen belebenden Wirkung auf eine Tasse Ginseng-Tee vor dem Schlafengehen. diese verspreche einen wohltuenden und tiefen Schlaf. Der Konsum von täglich drei Gramm über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen wird vielerorts empfohlen, jedoch sollte man Ginseng nicht länger als drei Monate zu sich nehmen.

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Gut zu wissen:
Dieser Artikel reiht sich ein in eine Artikelserie über Nahrungsmittel gegen Krebs. So habe ich über die Wunderfrucht Graviola aus Südamerika sowie den in Brokkoli vorkommenden Wirkstoff Sulforophan geschrieben und viele nützliche Informationen zusammen getragen.

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MaSan
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