Brokkoli, Grünkohl und Co. gegen Krebs

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Studien mit dem grünen Gemüse stimmen optimistisch, aufgrund einem speziellen Wirkstoff – Sulforaphan

Krebs ist ein verdammter Fluch. Im Jahr 2012 erkrankten weltweit 14 Millionen Menschen daran und es sieht so aus, als dass sich diese Zahl auf 20 Millionen bis zum Jahr 2025 erhöhen wird. Allein in Deutschland werden jedes Jahr eine halbe Million Menschen von einer Krebsdiagnose überrascht, und fast die Hälfte von Ihnen erliegt der Krankheit, was Krebs in Deutschland zur zweithäufigsten Todesursache nach Herz-Kreislauf Krankheiten macht. In anderen Worten heißt das, wir sind wehrlos, absolut wehrlos im Kampf gegen diesen Dämon. Unsere Chemotherapien und Bestrahlungen prallen an dieser Wand ab wie Ping Pong Bälle und wir machen nichts anderes, als immer heftiger dagegen zu rennen. Wir müssen einfach mehr über die Entstehung der Krankheit erfahren, über mögliche Ursachen und Wege, die die Tumorstammzellen in unseren Körpern gehen, welche Nahrung sie brauchen, um sie ihnen zu entziehen. Verstehe den Feind, dann vernichte ihn! Ein wenig Licht in diesen dunklen Tunnel bringt eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg. Dort hat man ein Auge auf einen Stoff aus der Natur geworfen, der insbesondere in Gemüse vorkommt. Genauer: In Kohl. Noch genauer: Vor allem in Brokkoli. Die bisherigen Resultate überraschen die Wissenschaft!

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Kann Brokkoli eine Waffe gegen den Krebs werden?

Chemotherapie und ihre Tücken
Die Chemotherapie gehört zu den gängigsten Waffen gegen Tumoren. Häufig in Verbindung mit einer Strahlentherapie angewendet, führt die Behandlung häufig zum Erfolg und der Tumor schrumpft. Bei einer Studie des chirurgischen Universitätsklinikums Heidelberg ergab sich nun eine Hypothese, die auf ein gravierendes Problem aufmerksam macht. Demnach würde bei der erwähnten Behandlung zwar der Tumor wirksam bekämpft, jedoch blieben die Tumorstammzellen unbeschadet zurück. Und genau diese seien dafür verantwortlich, neue Tumoren auszubilden. An diesem Punkt setzen die Heidelberger nun an, mit einem Stoff aus der Natur – Sulforaphan.

Sulforaphan
Sulforaphan ist ein Wirkstoff, der in Kreuzblüterpflanzen vorkommt und aus dem Stoff Glukoraphan abgespalten wird. Während besagter Studie habe man mit eben diesem Stoff überraschende Ergebnisse erzielt. Bei Versuchen mit Mäusen im Labor beispielsweise konnte man eine sehr gute Wirkung gegen Tumorstammzellen nachweisen. Sulforaphan greife diese an und mache sie so empfindlich gegen die Chemotherapie. Es helfe gegen Infektionen und hemme das Tumorwachstum, stärke zudem die Darmflora und damit das Immunsystem genau dann, wenn dieses durch die Chemotherapie extrem belastet sei und Tumorstammzellen damit freie Bahn hätten. Bei einer weiteren Studie mit Prostatakrebspatienten hätte die Tumorstreuung nur durch Umstellung der Ernährung deutlich abgenommen. Auch in anderen Studien bzw. Versuchen konnte man nachweisen, dass sulforaphan krebseregende Substanzen angreift und sogar bestehende Krebszellen wirksam bekämpft. Ergebisse hierzu wurden bereits vielfach dokumentiert, zum Beispiel im amerikanischen oncology report 2003, wo man die Wirkung bei Leukämie beschrieb. Andere Quellen besagen eine Wirksamkeit gegen Lungenkrebszellen. Insgesamt gilt es neben aufkommenden euphorischen Gedanken zu bedenken, dass viele Faktoren noch unbekannt sind, beispielsweise die Frage nach der richtigen Dosierung. Das Gute jedoch ist, das man den Wirkstoff ganz einfach mit der Nahrung zu sich nehmen kann.

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Welche Nahrungsmittel enthalten Sulforaphan?
Vor allem Kohlgemüse aller Art sind reich an Sulforaphan. Blumenkohl, Grünkohl, insbesondere aber Brokkoli. Dessen Sprossen enthalten sogar ein Vielfaches des Wirkstoffes als das Gemüse selbst. Doch auch Sauerkraut, Kresse, Rucola, Rettich, Radieschen, Meerrettich, Raps und Senf gehören zu den Kreuzblüterpflanzen und enthalten alle Sulforaphan. Die Möglichkeiten, den Wirkstoff zu sich zu nehmen, sind vielfältig. Kohlgemüse lässt sich zusammen mit Brokkolisprossen zum Beispiel wunderbar als grüner Smoothie zubereiten. Beim Kochen sollte man auf sehr kurze Garzeiten achten und vor allem darauf, das verwendete Wasser zu verwerten, denn Sulforaphan ist wasserlöslich. Auf dem Markt gibt es sogar bereits erste Medikamente mit hochdosiertem Brokkolisprossenanteil.

Wieviel Sulfarophen?
Wie schon gesagt scheiden sich anscheinend noch die Geister, wieviel Sulforophan täglich eingenommen werden soll bzw. kann. Erste Anhaltspunkte gibt es dennoch. So lassen Laborversuche auf etwa 25 Milligramm des Wirkstoffes pro Tag schließen für einen 70 Kilogramm schweren Menschen. Andere Quellen grenzen die tägliche Menge von 5 bis 15 Milligramm als Nahrungsergänzung bis etwa 30 Milligramm für therapeutische Zwecke ein. 30 Milligramm Sulfarophen sind in etwa 750 Gramm Brokoli enthalten oder in 7,5 bis 75 Gramm Brokkolisprossen, weil diese 10 bis 100 Mal mehr Sulfarophan enthalten.

Quercetin und was es sonst noch so gibt
Quercetin ist ein weiterer pflanzlicher Stoff, der gegen Tumorstammzellen wirkt. Praktisch ist, dass dieser ebenfalls in Brokkoli enthalten ist. Zudem sind Zitrusfrüchte aller Art, Äpfel, Zwiebeln, Beeren, Petersilie, Salbei, Trauben, Olivenöl, grüner und schwarzer Tee – reich an Quercetin. Die Spurensuche in der Natur hört hier längst noch nicht auf. Auch Curcuma, Tomaten, alle Arten von Beeren oder Erdnüsse enthalten Stoffe, die Tumorstammzellen angreifen. Auch wenn vieles noch unbekannt scheint, ist es doch plausibel, dass eine richtige und gezielte Ernährung ein Schlüssel auf dem Weg gegen den Krebs sein kann. Nachteile und Nebenwirkungen sind quasi nicht vorhanden, warum sollte man es also nicht versuchen?

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Erdbeeren enthalten Quercetin, das Tumorstammzellen angreift

Wie mache ich einen grünen Smoothie?
Gerade für diejenigen, die eine Chemotherapie durchmachen, ist ein grüner Smoothie genau das Richtige. Doch wie mache ich einen solchen Smoothie (schrecklich, diese eingedeutschten amerikanischen Begriffe, ich weiß ja)?
Ein grüner Smoothie besteht aus drei Grundzutaten, nämlich grünem Blattgemüße, Früchten und Wasser. Hier muss gleich erwähnt werden, dass Brokkoli oder Blumenkohl nicht in den Smoothie gehören. Als Blattgemüse kommen Wildgemüse wie Löwenzahn, Brennessel oder Klee, Kräuter wie Petersilie, Minze oder Basilikum, Sprossen wie Brokkolisprossen oder Pinienkerne, Kulturgemüse wie Mangold, Grünkohl oder Rucola, aber auch Blätter von Karotten, Radieschen, Kohlrabi, Brokkoli oder Blumenkohl in Frage. Wasser kann auch gerne mal mit Orangensaft ersetzt werden. Verfeinern kann man das Ganze gerne mit Lein- oder Walnussöl, Avocado, Ingwer, Zitronensaft, Zimt oder Vanille. Als Früchte bieten sich Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren an. Als Faustregel kann man dann ein Mischverhältnis von etwa 200 Milliliter Wasser oder Saft, 150 Gramm Grünzeug (Den Gehalt des Grünzeugs langsam, von 20 Gramm pro Tag beginnend nach oben hin steigern) zuzüglich Früchten annehmen.

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