Gravity

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Gravity – auf Tuchfühlung mit dem All: Der Film zeigt besser als jeder andere, welch absurder Ort der Weltraum ist

Zugegeben! Wen man daran denkt, dass man George Clooney und vor allen Dingen Sandra Bullock über 90 Minuten zusieht, wie sie schwerelos im All rumfliegen und sich gegenseitig Witze erzählen, dann klingt das nicht nach einem Film, den man sehen muss. Ich aber als Weltraumfan (kein Trekkie, sondern Weltraum allgemein, damit das klargestellt ist!) sehe mir so einen Film dann trotzdem an, auch wenn bei Sandra Bullock bei mir alle Alarmleuchten angehen. Nach den 90 Minuten war ich hellauf begeistert, ja geschockt, und habe noch Tage danach daran gedacht. Diese unglaublichen Bilder der Erde von da oben, wow. An Sandra Bullock in ihrer misslichen Lage in die sie gerät, und George Clooney, dem die Gesetze der Physik zum Verhängnis werden. Oh Mann, oh Mann. Gravity war die Überraschung des Jahres 2013 und wurde mit Preisen überhäuft, darunter der Oscar für den besten Film und die Auszeichnung an Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin des Jahres. Und jetzt Vorhang auf die unendlichen Weiten des Weltraums.

Alfonso Cuarón
Was hat man alles für Filme über den Weltraum gesehen: Ich rede jetzt nicht über Märchen wie »Star Wars«, »Star Treck» oder »Alien«, sondern über eher realistische Darstellungen des Alls. Da gab es zum Beispiel »Apollo 13«, zu sehr Hollywood und Heldenepos, einfach zu viel Tom Hanks vielleicht. Es gab eher visionäre Filme wie »Event Horizon« (Horror) oder »Moon«, die zwar im Weltraum spielen, diesen aber nicht im Fokus haben. Dann gibt es den »Marsianer« mit Matt Damon, der einfach, wie der Apollostreifen, wieder zu viel Hollywood ist, über das Ziel hinaus schießt. Dann aber ist da »Gravity«, und dieser Film ist bisher der erste, der sich wirklich mit dem All als Ort auseinandersetzt und wirklich anschaulich und spürbar vermittelt, was so vor sich geht da oben. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Dem mexikanischen Regisseur Alfonso Cuarón (Harry Potter) ist wirklich ein außergewöhnlicher Film gelungen.

Einzigartige Bilder
Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) doktert gerade außen an der Raumstation ISS herum, während Astronaut Matt Kowalski (George Clooney) mit einem Düsenanzug drum herum fliegt, Countrymusik hört und Witze reist. Die restliche Crew ist im Hintergrund mit dem Spaceshuttle beschäftigt. Die Stimmen der beiden Hauptdarsteller sind klar und deutlich zu hören, schließlich unterhalten sie sich über Funk. Die Geräusche außerhalb des Raumanzugs aber, sie existieren nicht. Es herrscht völlige Stille da oben, denn da ist nichts. Als Dr. Ryan Stone ihren elektrischen Schraubenschlüssel anschmeißt, klingt das ungefähr so, als würde man sich unter Wasser befinden. Mal zeigt die Kamera die beiden bei ihrer Arbeit mit dem tiefen Schwarz des Alls im Hintergrund. Mal wird dieses abgelöst von der Erde, vor deren majestätischer Kulisse die ISS so dahinschwebt. Apropos schweben. Alles schwebt oder fliegt auf komplizierteste Art und Weise herum, dreht sich um seine eigene Achse oder verdreht aneinander vorbei. Die Bilder, die an die Leinwand gezaubert werden – das Nordlicht, das Licht der Sonne, das sich beim Aufgang an der Erde bricht, die Lichter der Großstädte, das Blau des Ozeans – sie hauen einem um!

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Matt Damon kollonisiert in „Der Marsianer“ den roten Planeten

Lass nicht los
Die Crew wird nun von der Erde aus angefunkt, ein Satellit sei irgendwo explodiert und dessen Kleinteile flögen nun mit zig zehntausend Km/h um die Umlaufbahn. Unglückliche Umstände führen dazu, dass eine Kettenreaktion entsteht und das Trümmerfeld genau auf die Astronauten zurast. Der sofortige Rückflug soll eingeleitet werden, doch es ist zu spät. Ehe man sich versieht, rasen die Trümmer auf die ISS zu und als sie daran vorbeiziehen, sieht die diese mitsamt Spaceshuttle aus wie ein Haufen Blech auf dem Schrottplatz. Außer den beiden hat niemand überlebt und es sind auch nur 90 Minuten Zeit, ehe die Trümmer erneut an ihnen vorbeiziehen werden. Die Situation ist scheinbar aussichtlos, doch ein Überleben auch nicht ganz ausgeschlossen. Eine entfernte Raumstation der Chinesen könnte die Rettung bedeuten, doch wie dorthin kommen? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, im dem Sandra Bullock in ihrer besten Rolle seit Jahren gänzlich überzeugt.

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